Sternenkinder

Amanda

Der Alarm kam gleich morgens um 7 Uhr..

Ein Drillingsfrühgeborenes in der 33 Schwangerschaftswoche wird wahrscheinlich im Laufe des Vormittags versterben. Das Mädchen ist heute 8 Tage alt. Amanda Viktoria.

Welch’ schöner Name..   so schwere Stunden für die Eltern..

Ich rief in der Klink an.. Dort sagte man mir, dass Amanda vor 5 min. eingeschlafen ist.. Ich sprach mich im Forum mit meinen Kollegen ab, ich hatte in der Früh noch einen Termin. Ich konnte ab Mittags übernehmen, meine Kollegin Silke hätte auch ab Mittags gekonnt. Da ich mit meinem Termin schneller fertig war als gedacht, meldete ich mich im Forum, dass ich übernehme und direkt losfahre.  Gedanken an meinen vorherigen Drillingseinsatz gingen mir auf der Fahrt ins Krankenhaus durch den Kopf.. Auch hier hatte es einer der Drei nicht geschafft.. nun schon wieder…

Die liebe Schwester der NEO Intensivstation empfing mich und wir betraten gemeinsam das Zimmer.. da lag sie nun in dem kleinen Bettchen.. sah aus, als würde sie schlafen.. Die Eltern seien im Elternzimmer sagte man mir.. der große Bruder ist auch hier.. er hat die kleine Amanda noch nicht gesehen.. er traute sich nicht.. Nur zu gut konnte ich das verstehen.. Carl ist 8 Jahre alt.. versteht das Wort „Tod“ natürlich.. aber für ein Kind so schwer greifbar.. beide Eltern am Boden zerstört.. Alleine, wenn Eltern viel weinen.. Kinder verstehen es oft nicht, da sie uns Eltern ja in der Regel nicht so erleben..

Den lieben Eltern wurde Bescheid gesagt, dass ich da bin.. und so kamen sie kurze Zeit später ins Zimmer.. mit dem großen Bruder.. der ganz zögerlich zum Bettchen ging.. Er schaut Amanda an.. ich hatte das Gefühl, er wusste nicht wohin mit seinen Gefühlen.. wie auch.. er war von Unsicherheit gezeichnet.. Die Eltern wichen ihm nicht von der Seite.. der Mama liefen Tränchen.. sie streichelte Amanda zart.. hob sie aus dem Bettchen und setzte sich mit ihr auf den Stuhl..

Auch dem Papa liefen die Tränen und er streichelte Carl.. Ich fragte Carl, ob er auch mit auf ein Foto mit seiner Schwester möchte.. Er schüttelte ganz leicht den Kopf.. kaum erkennbar.. Worte konnte er nicht sagen.. Der Papa fragte ihn, ob er zurück ins Wartezimmer möchte.. er nickte.. Carl schaute Amanda an.. streckte seine Hand in ihre Richtung und berührte sie mit einem Finger.. Ich war so gerührt von dieser Situation.. damit habe ich überhaupt nicht gerechnet.. Das er den Mut aufbringen konnte, die Kleine zu berühren.. Ich musste auch eine kleine Tränen wegdrücken und dann nahm ich meine Kamera in die Hand.. Leider zu spät um diese Situation einzufangen.. Carl ging aus dem Zimmer.. Ich war sehr traurig, dass ich nicht schon vorher „bereit“ stand.. aber manchmal brauchen auch wir Fotografen einen Moment, um zu verstehen.. um uns zu sammeln.. Ich fand es aber so mutig von Carl.. er wird sich sicher für immer an diesen Moment erinnern..

Wir fingen an, Familienbilder zu machen.. der Papa fand kaum die Kraft dazu.. Beide Eltern konnten nicht glauben, was da passiert war.. viel zu plötzlich und schnell ging alles..

Was war überhaupt passiert? Die Mama berichtet mir: Warum alles so kam kann uns bis heute niemand sagen.
Wir haben eine traumhafte Vorzeigeschwangerschaft gelebt: keine Beschwerden, kein Liegen, kein Schongang. Ganz im Gegenteil, ich habe mein Leben normal weitergelebt und sogar mein nicht gerade sanftes FitnessTraining bis zum letzten Tag absolviert. Woche für Woche haben wir gehofft es bis über die 30 zu schaffen, dann war 32 das Ziel und mit 33+0 waren wir unsagbar glücklich weil die Drei nicht mal mehr Extremfrühchen waren. In der 34.SSW bei 33+3 hatte Elisabeth scheinbar keine Lust mehr und nach einem Blasensprung am späten Abend wurden unsere drei Musketiere am 26.6. um 1:46 Elisabeth , 1:47 Amanda und um 1:48 Richard geboren. Sie waren allesamt gesund und munter, hatten mit 1700-1800 g ein tolles Gewicht und beste Voraussetzungen. Die Ärzte waren zufrieden und sehr stolz auf uns weil die vollendete 33.SSW doch schon viel für Drillinge ist.

Niemand ahnte, dass das Schicksal einen so traurigen Plan hatte und das Blatt wenden würde. Speziell nachdem wir so weit gekommen waren!

Was genau passiert ist….wenn wir das nur wüssten. Ich wurde am Montag aus der Behandlung entlassen, unsere drei Musketiere waren allesamt keine Intensivfälle mehr und ich hätte mit gutem Gewissen gehen können. Aber irgend etwas war komisch, da war so ein Gefühl…. Direkt Dienstagmorgen erhielten wir den Anruf, dass Amanda operiert werden müsste, dringend. Wir sind natürlich sofort losgefahren und haben uns alles genau erklären lassen. Es hieß, sie habe einen festen Bauch und würde grau werden, der genaue Grund läge wohl im Verdauungstrakt und kann nur beim Hineinschauen in den Bauch lokalisiert werden. Wir haben ihr gerade noch rechtzeitig auf dem Weg in den OP viel Kraft wünschen können, lag sie doch schon vorbereitet im Transportinkubator.

Jan musste dann los, Carl von der Schule abholen und das Wichtigste im Büro erledigen während ich blieb. Am frühen Nachmittag die Nachricht, dass Amanda die OP gut überstanden hat, sie stabil ist und „nur“ ein Teil des Dickdarms entfernt werden musste. Sie wird also höchstwahrscheinlich keinerlei Beeinträchtigung in ihrem späteren Leben haben werden und es wäre auch noch soviel Darm vorhanden um den künstlichen Ausgang wieder zurück verlegen zu können. Welch gute Nachricht in diesen angstvollen Stunden. Jan und Carl holten mich an späten Nachmittag ab und wir gingen mit guter Hoffnung, dass unser kleines Mädchen ihrem Namen alle Ehre macht und kämpft.

Als wir am späten Abend anriefen um uns nach ihr zu erkundigen, entschuldigte sich der Arzt dass er sich bisher nicht melden konnte, aber er hätte die letzten 2 Stunden um ihren Kreislauf gekämpft. Er hätte sie wohl aber abgefangen und man müsste nun schauen. Die nächsten Stunden bangten und zitterten wir, an Schlaf nicht zu denken. Gegen 4 Uhr dann der alles verändernde Anruf….wir sollten uns auf den Weg machen…..Wir wussten was das hieß… In der Klinik angekommen, erzählte uns der Arzt, dass Amandas Organe nach und nach versagten und man nicht sagen könne, wie lange ihr nun noch bliebe….es könnten Stunden sein aber auch nur noch Minuten. Wir waren bei ihr, hielten ihre Hand und streichelten sie bis ihr Herz um kurz vor 7 Uhr aufhörte zu schlagen.

… und um kurz nach 7 Uhr rief ich in der Klinik an… nichts ahnend, was die liebe Familie gerade durchgemacht hat..

Die Mama wünschte sich noch Bilder von ihr und Amanda.. ich erfüllte ihr diesen Wunsch..

… was mich besonders berührt hat, war die Situation mit Amandas großen Bruder Carl und auch folgende.. Als Amanda in ihrem Bettchen lag, machten wir u. a. auch Bilder von ihren kleinen Füßen und ihren Händen.. Ich legte Amandas Hand auf die Hand der Mama.. die Hand vom Papa dazu.. als wir fertig waren, nahm der Papa sein Hand weg.. Amandas Mama aber konnte die Hand nicht lösen.. sie beugte sich über ihre Tochter.. streichelte sie sanft.. bewegte sich kaum.. nur ihre Finger streichelten leicht und sanft den Kopf.. immer wieder tropften Tränen herunter.. diese Stille.. diesen Schmerz.. noch immer kann ich ihn in mir fühlen..

Eine kleine Ewigkeit hat es gedauert.. ich gab der Mama alle Zeit, die sie brauchte.. alle Zeit der Welt würde zu wenig sein.. das wusste ich.. und während ich das hier schreibe, kullert mir erneut eine Träne runter.. noch immer fühle ich diese Situation so doll..

Später verabschiedete ich mich.. sagte den Eltern, dass sie sich soviel Zeit nehmen sollen, wie sie brauchen.. Im Wissen, dass die Station es möglich macht.. Dieser liebevolle Umgang mit den Sternenkindern im UKSH Kiel berührt mich jedesmal aufs Neue.. Danke ihr Lieben.. ich glaube, ihr wisst gar nicht, was es den Eltern bedeutet.. auch wenn sie es in diesem Moment gar nicht realisieren können..

Heute ist dieser Einsatz über 8 Wochen her.. seitdem bin ich mit der Mama im Kontakt..

Nachdem die Eltern meinen Umschlag mit den Bildern, mit dem Buch für Carl und einem Brief von mir erhalten haben, schrieb die Mama:

Zu allererst möchte ich dir noch einmal für dein Dasein danken! DU hast uns Erinnerungen geschenkt, die uns niemand mehr nehmen kann und warst dabei so rührend und liebevoll. Wir wissen, dass solch traurige Schicksale auch an dir nicht vorüber gehen und es ist phantastisch, dass es Menschen wie dich gibt <3
Der Umschlag ist gestern angekommen und wir haben ihn auch schon geöffnet….alles so liebe- und würdevoll, dass mir schon wieder die Tränen kommen. Derzeit schaffen wir es noch nicht uns Amandas Bilder anzusehen, aber es ist gut zu wissen, dass wir dies jederzeit tun können – dank dir!
Das Bild, das du mir geschickt hast ist wundervoll! Ich weiß gar nicht, wie ich dafür danken kann. Worte reichen kaum aus um zu beschreiben, wie sehr wir die Mühe und Arbeit, das Engagement und der Wunsch uns Gutes zu tun von uns geschätzt werden.

Tausend Dank für alles <3

Darum tun wir das.. es ist so wichtig, dieses Bilder zu haben ihr Lieben.. und auch wenn sie noch lange im Umschlag liegen.. Es ist so wichtig, diese Erinnerungen einzufangen.. für sofort.. für in ein paar Tagen.. für in ein paar Wochen.. oder gar Jahren.. wenn der Wunsch kommt, sie anzusehen.. dann sind sie greifbar nah..

Liebe Tanja,

heute habe ich mir das erste Foto unserer Amanda angesehen – sie ist so wunderschön gewesen und ich bin dir aus tiefstem Herzen dankbar, dass du uns diese Erinnerung an sie geschenkt hast!

… so viel Kraft wird es gekostet haben.. Ihr lieben.. ich denke noch oft an euch.. und als ich vor ein paar Tagen auf Station war, hab ich gefragt, ob ihr da seid.. leider nicht.. wir hatten uns gerade verpasst.. gerne hätte ich euch nochmal gedrückt.. und euch gesagt, wie sehr ich euch wünsche, dass ihr eure Zwei ganz bald mit nach Hause nehmen dürft..

Vor 4 Wochen schrieb sie mir:

Es ist so unfassbar, ungreifbar, unveränderlich. Genau heute ist es einen Monat her, dass
sie uns verließ. Der Schmerz, die Trauer und die Ungerechtigkeit des Schicksals holt uns immer wieder ein – ganz unverhofft, wann immer das Leben es will.

Gestern las ich einen Spruch:

Es geht nicht ums Leben, sondern ums Überleben. Genau das ist es gerade!

 

.. ja.. so sehr kann ich das nachempfinden.. besonders schwer fällt den Eltern der tägliche Besuch von Richard und Elisabeth.. auf der einen Seite die Freude auf die Kindern.. die Angst, die sie begleitet.. das Klingeln auf Station.. die Gewissheit, dass nur noch zwei ihrer Babys auf sie warten.. jedes Klingeln an der Tür kostet Kraft uns Überwindung und immer ist die Erinnerung dabei….

In den letzten Tagen durften die lieben Eltern endlich Amandas Geschwister nach Hause holen.. Ich freue mich so sehr mit ihnen.. Mittlerweile weiß man auch, warum sie gestorben ist.. es gibt die Gewissheit, dass keiner etwas tun konnte.. Die Ärzte haben alles getan, was möglich war.. Amanda hatte bei der Reise ins Sternenland keine Schmerzen.. der Gedanke ist ein wenig tröstlich..

Ich danke euch, dass ich eure wunderhübsche Tochter Amanda kennenlernen durfte..

Amanda bedeutet, die, die geliebt werden muss.. und ich glaube, sie wird auch immer einen Platz im Herzen ihrer Geschwister haben, auch wenn sie sich nicht an sie erinnern können.. Ich glaube, besonders Elisabeth wird eine ganz besondere Verbindung zu ihrer Schwester haben.. und ich bin mir sicher, dass die Bilder von ihr beiden Geschwistern eine greifbare Erinnerung geben werden.

<3

 

Titus

Die Alamierung kam am späten Abend.. Titus. 8 Tage alt.
Ich las: Die Eltern wünschen Fotos vor dem möglichem Versterben des Kindes.

Ich rief in der Klinik an und erfuhr, dass der Kleine zur Zeit beatmet wird, sein Zustand im Moment stabil sei. Man weiß nicht, ob die große Schwester mit dabei sein soll.. Die Eltern haben gerade die Klinik verlassen…

Am nächsten Tag bin ich nach Rücksprache mit der Klinik in die Uni gefahren. Der kleine Titus lag im Inkubator, allerdings wurde er nicht gewärmt, sondern gekühlt.. Er bekommt immer wieder Fieber erfahre ich.. Der arme kleine Kerl…

Was war passiert?

Die Mama berichtet:

„Es gab nie Probleme während der Schwangerschaft. Ich machte mir gegen Ende der Schwangerschaft ein wenig Sorgen weil ich deutlich runder war als bei unserer Tochter, als ich den Arzt beim letzten großen Ultraschall in der 34.SSW fragte, ob er denn irgendwie übermäßig groß wäre, da meinte der nur: „Dass das kein winziges Baby wird, das sieht man schon am Bauch, aber Gewichtsprognosen, ermessen am Ultraschall Bild sind eh immer sehr ungenau und deswegen mache er das gar nicht. Zwei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin stellten wir uns in der Klinik vor, die Ärztin dort schätzte ihn auf 3800g. Ich dachte mir, dass sind 300g mehr als Talina das kriegen wir schon hin, ist ja das zweite Kind, die flutschen doch so raus.

Eine Woche nach dem errechneten Stichtag ging es denn endlich los. Vorher waren wir schon 2x mit Fehlalarm in der Klinik gewesen und konnten wieder nach Hause fahren. Ich war so froh und konnte es kaum erwarten. Ich hatte wirklich genug von den Wassereinlagerungen in meinen einst schlanken Füßen und Beinen. Von dem überdimensionalen Bauch ganz zu schweigen. Ich war motiviert, hielt die Schmerzen auch erst gut aus und als die Schmerzen zu stark wurden bekam ich eine PDA und alles war gut.

Ich war bereit.

Die Presswehen setzten ein und ich gab mein bestes, aber als sein Kopf endlich draußen war passierte trotz all meinen Bemühungen nix mehr. Er steckte mit der Schulter fest und wollte einfach nicht raus kommen.
Schulterdystokie ein seltener Notfall während einer Geburt.
Ich habe noch nie davon gehört, war nur fassungslos, das schon wieder eine Geburt so schwierig für uns wird. Die große Schwester kam vor 3 Jahren mit der Nabelschnur um den Hals auf die Welt. Sie musste direkt nach der Geburt versorgt werden, Papa durfte nicht mal die Nabelschnur durchschneiden, es musste schnell gehen. Sie musste die Nacht in einer anderen Klinik auf der Intensivstation verbringen. Jetzt 3 ganze Jahre später das gleiche Szenario. Nachdem die Hebamme inklusive Oberarzt gerissen und gezogen hatten war er endlich draußen.

Stille.

Wieder kein Schreien, wieder durfte Papa nicht die Nabelschnur durchschneiden. Ich brach in Tränen aus, das konnte doch nicht schon wieder passieren.
Aber von Titus kam auch nach Minuten kein Ton.
Sie belebten ihn wieder.

Erfolgreich.

Doch auch er musste verlegt werden auf die Intensivstation ins UKSH Kiel. Wieder die erste Nacht als Mama und Papa ohne Baby. Am nächsten Tag konnte Papa diesmal allerdings nicht los und Titus abholen, weil alles wieder gut war wie bei der großen Schwester. Nein. Titus konnte nicht nach Hause. Ich wurde aus der Klinik entlassen und in der Uni in Kiel bei meinem Sohn wieder aufgenommen. Wir sprachen mit dem Arzt der uns sagte, dass Titus unter der Geburt gute 15min nicht mit Sauerstoff versorgt worden ist und sie ihn nun auf der Intensivstation in einen komatösen Zustand versetzt und auf 33,5 Grad Celsius Körpertemperatur runter gekühlt haben. Das beste, was man machen kann um den Gehirnschaden nicht zu verschlimmern und dem Gehirn die Möglichkeit zu geben, sich so weit es geht zu regenerieren. In 72 Stunden würden sie ihn langsam erwärmen, dann wissen sie mehr. Momentan sei keine Prognose möglich, man müsse gucken, wie es ist, wenn er wach ist.

Ein Schlag ins Gesicht – aber ich blieb positiv. Meine Gedanken: Er wird bestimmt nur ein bisschen Ergotherapie brauchen in seinem Leben. Vielleicht irgendwann ein bisschen Sprachförderung, was soll schon schlimmes passiert sein. Montag waren die 72 Stunden um, unser Kind war warm. Ich werde nie vergessen, wie der Arzt zu mir kam um mir zu sagen, dass sich an seiner Gehirnaktivität leider nix getan hat. Es ist kaum was da, er hatte gehofft es würde mehr werden, aber das ist es leider nicht. Man könnte nochmal abwarten, bis die Sedierung aus seinem Körper raus war, aber wir müssen uns darauf vorbereiten, dass Titus niemals aufwachen wird und es nicht gut für ihn aussieht.

Unsere Welt brach zusammen. Das konnte doch nicht sein. Mein gesundes Kind doch nicht. Es war doch die ganze Schwangerschaft alles in Ordnung gewesen. Ich wollte entlassen werden, ich konnte nicht mehr im Krankenhaus bleiben. Wir besuchten ihn gleich am nächsten Tag. Er lag immer noch da.. beatmet, an Kabeln und Schläuchen – alles unverändert. Abends fuhren wir nochmal zu ihm. Der schlimmste Tag bis dahin. Er hatte einen sehr hohen Puls, 40 Fieber. Sein Blutdruck schoss auch in die Höhe und der Druck in seinem Gehirn war auch zu hoch. Er litt, man sah es ihm an, obwohl er sich nicht bewegte oder Geräusche von sich gab.

Dienstagabend dachte ich, ich würde ihn verlieren. Papa und ich weinten, ich hatte ihn noch nicht mal auf dem Arm gehabt. Die Nachtschwester meinte, es wäre kein Problem wenn ich ihn halten möchte, dann dürfte ich das. Sein Arzt kam trotz der späten Stunde auch noch, um mit uns zu reden. Das alles sorgte nur dafür, dass ich mir mittlerweile sicher war mein Kind würde diese Nacht noch sterben. Trotzdem fuhren wir rgendwann nach Hause und hofften, dass die Klinik nicht anrufen würde. Der Anruf kam nicht. Am nächsten Tag war alles wieder beim alten und wir schöpften neue Hoffnung. Wenn er das schaffte, konnte er sich auch ganz zurück ins Leben kämpfen. Die Ärzte wollten ein großes EEG mit mehr Ableitungen machen. Zusätzlich zur Dauerüberwachung um zu sehen ob nicht doch etwas in seinem kleinen Kopf funktioniert.

Wir besuchten ihn jeden Tag 2 Mal. Einmal Vormittags und einmal Abends, wenn die große Schwester im Bett war. Ich redete mir ein, meine Mutterliebe würde schon helfen.

Als wir das Ergebnis vom EEG bekamen wusste ich, dass meine Liebe leider nicht half. Titus zeigte auch da kaum Ausschläge und man muss davon ausgehen, dass er sich niemals entwickeln wird und für immer auf Kabel und Schläuche angewiesen ist.

Mein Herz zerbrach in 1 Millionen Teile. Warum wir? Warum ausgerechnet mein Kind? Der große 4,7kg schwere Titus, der so fehl am Platz ist auf einer Intensivstation voller Frühchen.

Sein Arzt schlug vor Anfang der nächsten Woche noch ein MRT zu machen, damit wäre denn alles an Diagnostik für ihn ausgeschöpft. Wir wussten alle, es würde nix an seinem Schicksal ändern.. aber auch ich brauchte dieses MRT für das Gefühl alles getan zu haben“.

An diesem Abend kam der Alarm und ich telefonierte mit der Klinik. Titus war zu dem Zeitpunkt 8 Tage alt.

Als ich am nächsten Tag im Krankenhaus ankam begrüßten mich die Schwestern ganz lieb.. Man kennt sich halt.. Viel zu oft sind wir dort..  Ich betrat das Zimmer in dem Titus lag. Er schlief in seinem „Bettchen“ und seine Eltern schauten ihn an.. Wir begrüßten uns und ich sagte ihnen, wer ich bin.

Da lag er nun.. der kleine große Titus. Von oben bis unten verkabelt.. Er hatte ganz viel dunkle Haare, das ist mir als erstes aufgefallen. Ich begann sein Gesicht zu fotografieren.. die Hände.. die Füsse.. Titus reagierte teilweise auf unsere Berührungen.. Die Eltern wünschten sich Kuschelbilder und zu zweit hoben die Schwestern ihn langsam auf den Arm der Mama. So viele Kabel mussten gesichert werden.. Es dauerte etwas, bis eine für Titus gute Position gefunden werden konnte.. er wurde ja weiter beatmet.. alle Schläuche blieben natürlich dran.. der Papa küsste ihn sanft.. die Mama streichelte ihn.. ich hielt alles in Bildern fest..

Die Mama berichtete mir vom bevorstehenden MRT… Sie muss – wie sie schon oben geschrieben hat – das Gefühl haben auch wirklich alles getan zu haben.. möchte sicher gehen.. und wie befürchtet, bestätigte das MRT die Diagnose.. Sein Großhirn hat einen zu großen Schaden genommen.. sein Kleinhirn funktionierte noch in Teilen.. darum hat er auf unsere Berührungen reagiert..

Wieder Stille.. und die Frage… warum?

Die große Schwester hatte Titus noch nicht gesehen. Talina ist drei und darf nicht auf die Intensivstation. Wir sprachen über den „Fall der Fälle“… Ich ermutigte die Eltern Talina die Chance zu geben ihren kleinen Bruder kennen zu lernen. Wie sonst soll sie verstehen, was passiert ist.. Mama hatte ein Baby im Bauch und auf einmal ist es weg.. er wird für sie nie dagewesen sein.. Ich berichtete von meinem Einsatz bei dem kleinen Joshua.. und die durchweg positiven Erfahrungen, die die Eltern gemacht haben.. Talina habe große Angst vor Ärzten.. vor Krankenhäusern.. Ich sagte, vielleicht können wir uns sonst in dem Warteraum treffen. Es wird sicher eine Möglichkeit geben.. Sie wollten drüber nachdenken..

Ich verlies die Klinik später mit ganz gemischten Gefühlen.. es bestand kaum Hoffnung.. aber schon mehrfach haben wir Wunder erlebt.. Ich habe so sehr gehofft, dass auch Titus ein Wunder sein wird..

Anfang der Woche habe ich mit dem Papa geschrieben.. Man wartet auf die Ergebnisse.. Dienstag oder Mittwoch sollen sie vorliegen..

Ich hörte die Woche über nix mehr.. Ich hatte so große Hoffnung.. Dann am Freitag sah ich schon die Nummer der NEO… Titus ist gerade eingeschlafen – die Eltern haben gesagt, wir sollen dich sofort anrufen…

Leere..

Nun doch..  Es hat mich sehr traurig gemacht..

Ich hatte zum Glück Zeit und habe mich direkt auf den Weg gemacht. Die Mama saß mit Titus im Arm auf dem Sessel.. Ich ging zu den beiden… streichelte Titus.. sagte der Mama Hallo und drückte sie.. so schwere Minuten..

Titus sah ganz friedlich aus.. ganz anders.. so ohne Schläuche.. so ein hübscher Junge.. es ist einfach nicht zu verstehen.. Ich streichelte ihn erneut, die Mama berichtete mir:

Das MRT brachte wie zu erwarten keine positive Wendung. Wir konnten es aber nicht mehr ertragen ihn so leiden zu sehen, also beschlossen wir Titus am Ende der Woche zu erlösen. Seine ganze Familie nahm sich die Zeit ihn zu besuchen und sich zu verabschieden: Omas, Onkel, Tanten so schwer es auch fiel alles wollten ihn kennenlernen. Wir überlegten lange, was wir mit Talina machen sollten. Würde sie mit ihren 3 Jahren verstehen, was wir von ihr wollen? Wenn wir ihr die Situation um ihren Bruder erklären? Soll sie ihn kennenlernen? Nachdem mein Mann mir erzählte, er erinnere sich noch daran wie er mit 3 seinen kleinen Bruder im Krankenhaus besucht hat ,als er geboren wurde, war klar: Ja Talina soll und muss ihn kennenlernen!! Die Woche ging zu Ende und Freitag den 27.07 genau 2 Wochen und 1 Tag nach seiner Geburt schlief unser kleiner großer tapferer Kämpfer bei mir auf dem Arm für immer ein. So friedlich und entspannt: Ich bin mir sicher, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

Die Mama sagte, dass Talina im Wartezimmer ist und gerade geholt wird.. sie hat Titus noch nicht gesehen..

Welch’ bewegender Moment. Der Papa kam mit Talina auf dem Arm ins Zimmer. Sie hatte in der einen Hand ihren Kuschelhund und in der anderen zwei große Luftballons.. einen blauen für Titus und einen rosafarbenen für sie.. der Papa stelle sich zu uns und Talina schaute unsicher abwechseln zu Titus.. dann wieder zu mir.. Sie kannte uns beide ja nicht.. Wollte aber auch nicht zu Mama und Titus auf den Arm.. Dann fingen wir einfach an zu erzählen.. Und irgendwie wollte ich ihr ihre Unsicherheit schnell nehmen..  Ich sagte: „Talina, hast du schon gesehen, dass Titus auch eine Nase hat?“ … sie schaute interessiert ihren Bruder an.. der Papa kniete sich hin.. „Talina, wo ist denn deine Nase?“ .. sie zeigte auf ihre.. „.. und die vom Papa?“ .. sie zeige auf Paps Nase.. „und von Titus?“ … Talina beugte sich vor und zeigte mit ihrem Finger auf Titus Nase.. da war das Eis gebrochen.. sie berührte sein Hand.. seine Haare .. seine Füsse.. ich war so berührt von dieser Situation.. Ich hielt alles in Bildern fest.. schon bald schaute sie nicht mehr bei jedem klicken der Kamera zu mir.. Wir erzählten einfach weiter.. Machten Späße mit Talina.. sie sollte diese Momente in schöner Erinnerung behalten.. so merkwürdig es klingen mag, aber Kinder gehen ganz anders mit dem Tod um, als wir Erwachsenen. Sie wissen nix von dem Verlust.. von dem Schmerz der da ist.. da liegt der Bruder auf dem Arm der Mama.. und sie sieht ihn das erste Mal.. lernt ihn ein bisschen kennen.. berührt ihn.. es gibt nur diese eine Chance… Viele glauben, es den Kindern nicht „antun zu können“…. sie vor dem Schmerz beschützen zu wollen.. Aus meiner Sicht ist die Leere später ein viel schlimmerer Schmerz.. und Talina wird verstehen, warum Titus nicht mit nach Hause kommen kann.. aber sie hat gesehen, dass er da war.. kann verstehen, warum Mama und Papa auch mal weinen.. wie sonst begreift ein Kind das?

Ich habe mich so gefreut, dass die lieben Eltern sich zu diesem Schritt gewagt haben.. Es wird für Talina so wichtig sein..

Wir haben dann auch noch alle Finger gezählt.. alle Zehen.. und Talina hat gesehen.. er hat genauso viele wie sie 🙂

Die Mama schrieb mir: “Talina durfte ihren Bruder kennen lernen.. Momente so bittersüß ich werde sie niemals vergessen”.

Später haben die Eltern Talina dann erzählt, dass sie Titus leider nicht mit nach Hause nehmen können..

Ich habe dann Titus alleine fotografiert. Auch er hat ein Herzchen bekommen.. eines, dass er immer bei sich behalten wird.. das andere haben die Eltern für immer bei sich.. eine kleine Verbindung zwischen ihnen..

Ich habe mich dann zeitnah von der lieben Familie verabschiedet.. sie sollen die kurze gemeinsame Zeit noch alleine erleben.. Ich bin nach Hause gefahren und habe meinen inneren Frieden mit mir gefunden.. Ich bin so stolz auf die Eltern, dass sie den Mut gezeigt haben.. Titus sah so friedlich aus.. und Talina hat die Momente ganz, ganz großartig gemeistert.. Verstehen wird sie es … später.. irgendwann..

Heute – gut eine Woche später – berichtete mir die Mama:

Talina spricht viel von Titus… Immer mal wieder… sie hat auch gefragt ob wir ihn mit in Urlaub nehmen, das ist natürlich manchmal ein bisschen hart für uns wenn wir immer aufs Neue erklären müssen, dass das nicht geht. Titus mussten wir ja beerdigen, er wohnt jetzt bei den Sternen. Aber sie guckt sich die Bilder immer wieder an und erzählt heimlich ihrem Plüschtier Mini Bo von ihm, wenn sie denkt wir hören nicht zu <3

… und das ihr Lieben… das bewegt mich sehr.. denn Talina fängt so an zu verarbeiten.. Ihr glaubt nicht, wie froh ich bin, dass die lieben Eltern diesen Mut aufgebracht haben..

Gute Reise kleiner Titus… Grüße die anderen kleinen Sternenkinder lieb von mir…

Wie immer: Teilt diesen Beitrag gerne.. Viel zu wenig wissen immer noch nicht, dass es uns gibt.. uns ehrenamtliche Fotografen von Dein Sternenkind.

 

 

Fotografen Treffen in Kiel

Was für ein toller Abend! Heute haben wir Dein Sternenkind Fotografen uns in Kiel getroffen. Neben uns Fotografen waren heute auch die Trauerbegleiterin Rita Becker und die liebe Hebamme Gundula Mahler aus dem UKSH mit dabei. Tolle Menschen, toller Austausch.. so wichtig, um auch einfach mal drüber sprechen zu können. 💫

 

Lönne

Ihr Lieben…

am Sonntag wurde ich zu einem ganz besonderen Einsatz gerufen.. Vor 3 Wochen wusste ich von der Klinik, dass Zwillinge geboren wurden. Dem einen geht es gut, dem Bruder leider nicht. Sie wüssten nicht, wie es sich entwickelt.. wollten uns aber schon mal Bescheid geben.. Der Anruf kam von der Neo Internsiv des UKSH in Kiel.. Ihr Lieben dort.. ihr macht einen so großartigen Job.. <3

Mit der Info habe ich erst mal meine Kollegen benachrichtigt.. mehr wusste ich nicht.. war auch erst mal nicht nötig, denn wir organisierten uns für die kommenden Tage..

Als ich einige Tage später zu einem anderen Einsatz in den Kreißsaal gerufen wurde, habe ich danach die Neo besucht und nach dem kleinen Jungen gefragt.. Dort sagte man mir, er wird beatmet. Man weiß noch nicht, wie es weitergeht..

Ohne ihn.. ohne die Eltern zu kennen.. mir blieb dieses Gespräch auf dem Flur noch lange in Erinnerung, denn ich habe mich in das Gefühl der Eltern versetzt.. Wenige Meter neben dem Zimmer lag der gesunde Zwillingsbruder.. Ein Pendeln zwischen Bangen und Hoffen.. zwischen Freude und Glück.. zwischen Verzweiflung und Hilflosigkeit..

5 Tage später war ich leider schon wieder im Kreißsaal.. und wieder habe ich an den kleinen Jungen gedacht.. Ich stand nach meinen Einsatz am Fahrstuhl und als die Tür der Neo gerade aufging sah ich eine liebe Schwester, die schon einige Einsätze auf dieser Station mit mir zusammen begleitet hat. Ich fragte erneut, wie es dem Kleinen geht und sie schüttelte nur mit dem Kopf und sagte traurig.. nicht so gut.. es wird bald entschieden, wann die Geräte abgeschaltet werden.. oh man.. so traurig.. Ich fragte, ob der Bruder auch noch hier ist.. ja.. das ist er, sagte sie…

Die Beiden sind am 19.01. in der 34 SSW geboren und auch er musste natürlich noch versorgt werden.

Ich bat sie, den Eltern vorzuschlagen die beiden Jungs auch zusammen zu fotografieren.. Soforn es mit dem Gesunden möglich ist.. Dann habe ich mich mit einem Kloß im Hals verabschiedet.. Wieder waren meine Gedanken bei den Eltern.. bei dem kleinen Jungen..

Am Sonntag rief mich die Klinik erneut an.. heute sollte es soweit sein.. die Geräte werden abgeschaltet und die Eltern wünschen sich auch Bilder mit Beiden zusammen.. Ich hatte ja schon mal berichtet, dass dieses „Warten“ ganz schlimm ist.. zu wissen, dass der Anruf kommt.. aber nicht wann.. Es ist was anderes, wenn ein Alarm eingeht, man entscheidet, ob man los kann und direkt fährt. Keine Zeit zum Überlegen. Tasche packen.. los…

Ich habe auch meine Tasche gepackt.. aber ganz in Ruhe.. habe drei Herzen rausgesucht.. nicht zwei.. denn der kleine gesunde Bruder sollte auch für später ein Herz haben.. Eines für die Eltern.. eines für den kleinen Lönne.. nun wusste ich auch seinen Namen.. Lönne.. was für ein schöner Name..

Die Tasche stand im Flur und ich habe gewartet.. es war um die Mittagszeit.. die Eltern waren nun da.. immer wieder kreisten meine Gedanken um den bevorstehenden Einsatz. … der Bruder darf mit auf die Bilder.. mein erster Einsatz mit Zwillingen, wo es einer geschafft hat.. und der andere die Kraft nicht hatte.. Ich hatte keine Sorge, was das Fotografieren angeht.. Ich habe hier bei mir zu Hause schon einige Zwillinge fotografiert.. aber die Emotionen, die dran hingen.. ihr Lieben.. ihr könnt euch sicher vorstellen, wie ich mich gefühlt habe..

Am frühen Abend dann der Anruf: um17.30 Uhr kann ich in der Klink sein.. der kleine Lönne ist eingeschlafen.. er wird nun noch gewaschen.. angezogen.. ich kann mich langsam auf den Weg machen..

In der Klinik angekommen musste ich noch einige Minuten warten, bis ich in das Zimmer der Familie durfte..

Ganz lieb begrüßte mich die Mama und die Oma des kleinen Lönne. Sie standen beide am Bettchen und schauten den so hübschen Jungen an.. Sie lächelten mich an.. eine ganz besondere Stimmung im Raum.. Ich streichelte ihn.. und sagte glaub ich sowas wie: ach Kleiner.. was machst du denn für Sachen.. ich weiß es nicht mehr genau.. die Mama erzählte mir kurz, was passiert ist

Bei einem ganz normalen Routine Ultraschall wurde vermutet, dass Lönne unter Blutarmut leidet. Die Beiden wurden sofort auf die Welt geholt. Doch, schreibt die Mama, es kam alles anders.. Lönne hat bereits im Mutterleib einen schweren Hirnschaden erlitten.. durch Sauerstoffmangel.. Wann und wieso.. das weiß keiner.. Diese Frage wird wohl immer offen bleiben…

Ich fragte die Mama: Er ist friedlich eingeschlafen oder? .. Ja, sagte sie.. ganz, ganz friedlich.. denn so sah er auch aus.. wie schlafend.. so wunderhübsch..

Dann betrat der Papa, mit einem kleinen Bündel Mensch auf dem Arm, den Raum.. Linus.. der gesunde Bruder.. Ich begrüßte den Papa, sah Linus an uns sagte.. die Beiden sehen sich aber ähnlich.. Ja, sagte die Mama.. sie sind eineiig.. und schon wieder hatte ich einen riesen Kloß in meinem Hals.. nicht, dass es die Situation noch schlimmer gemacht hätte.. nein.. das macht keinen Unterschied.. aber ich dachte an den gesunden Bruder.. an später.. an dieses unsichtbare Band, welches die Beiden noch stärker als andere Zwillinge verbindet..

In der Klinik fiel es mir nicht sofort auf.. aber beim Bearbeiten der Bilder.. die Haare.. der Verlauf.. 100%ig gleich.. eineiig halt.. Lönne hat durch die Situation der vergangenen zwei Wochen Wassereinlagerungen, die auch im Gesicht erkennbar waren. Dadurch wirkte er kräftiger als sein Bruder.. und trotzdem.. eine Schnute die Beiden..

Ich sagte den Eltern, dass ich nun anfange zu fotografieren.. dass ich sie mit einbeziehen werde.. dass sie mir sagen sollen, wenn sie irgendwas nicht möchten.. oder sich ganz bestimmte Bilder wünschen.. ja.. die beiden auch zusammen.. so gerne erfüllte ich ihnen auch diesen Wunsch..

Ich begann, Lönne alleine zu fotografieren.. gab die Herzen und erklärte ihnen die Bedeutung.. Die Eltern und die Oma waren sehr gerüht.. Welch schöne Idee sagte die Oma.. ja.. das ist sie .. und ich möchte mich hier nochmal von ganzem Herzen bei allen bedanken, die diese Herzen für uns gefertigt haben.. ihr macht genau diese Gefühle möglich .. und helft so den Eltern, die wissen… eines der Herzen ist für immer bei ihrem Sternenkind.

Ich bezog die Eltern mit ein.. fotografiere die Hände mit Lönnes Hand.. wie sie sanft ihre Hände auf sein Köpfchen legten.. schützend.. über ihn.. so ein rührendes Bild..

Dann legten wir Lönne ganz sanft auf die Matratze .. Vorsichtig nahm ich dem Papa den kleinen Linus ab und in dem Moment wo ich ihn neben Lönne gelegt habe.. ich bekomme gerade wieder am ganzen Körper Gänsehaut.. in dem Moment hat Linus uns sein Engelslächeln gezeigt.. ganz lang.. dass ich es noch geschafft habe, schnell meine Kamera zu schnappen und ein leichtes Grinsen einfangen konnte..

Ihr Lieben.. die beiden waren 34 Wochen zusammen im Bauch und nun nach der Geburt das erste Mal wieder zusammen.. ganz dicht.. und ich glaube Linus wollte Lönne zeigen.. alles wird gut.. Ich weiß, dass es dir gut geht, da wo du nun bist..

.. das erste Mal zusammen… das letzte Mal zusammen..

.. ich brauchte etwas.. bis ich das für mich klar hatte.. auch zu Hause habe ich da immer wieder dran gedacht.. ein unsichtbares Band.. welches Beide verbindet.. er hat gelächelt.. sah so zufrieden aus.. das werde ich nie vergessen…

.. wisst ihr.. ich bin so dankbar für meine Aufgabe, die ich machen darf.. ja.. es ist schwer.. die Gefühle der Eltern.. der Familie.. ich trage viele, viele Einsätze immer noch mit mir.. aber ohne Schmerz.. Denn ich habe die ganz besondere Ehre, dass ich die kleinen Sternchen kennenlernen darf.. und oft bin ich – neben den Eltern und dem Krankenhauspersonal – die einzige, die dieses kleine Kind sehen.. es kennenlernen.. ihm eine gute Reise wünschen darf.. Ich weißt nicht, ob das nachvollziehbar ist.. Es ist schon was ganz Besonderes.. Immer getragen von dem Gedanken, den Eltern diese für sie so wertvollen Erinnerungen zu schenken..

.. er hat gelächelt.. was für ein Moment.. ein Tränchen steigt auf, wenn ich daran denke..

Ich fotografiere die Zwei zusammen, bis ich dann Linus wieder in den Arm des Papas gelegt habe.. und Lönne in den Arm der Mama…

Schwer fiel mir der Abschied.. und ich wusste.. daran werde ich noch sehr lange denken..

Die Mama berichtete mir, dass sie immer meine Berichte gelesen hat.. und nie gedacht hat, selbst mal in so eine Situation zu kommen.. Sie erlaube mir, von diesem für mich so besonderen Einsatz zu berichten.. um aufzuklären.. um bekannt zu machen, dass es uns gibt.. uns ehrenamtliche Fotografen von Dein Sternenkind.

Linus darf mittlerweile bei seinen lieben Eltern zu Hause sein.. und bei seinen Geschwistern.. und heute habe ich die Bilder zur Post gebracht.. mit dem Büchlein „Lilli ist ein Sternenkind“.. das so viele von euch gespendet haben.. Ich danke euch so sehr dafür.. es wird den großen Geschwisterkindern helfen zu verstehen, was passiert ist.. wenn vielleicht den Eltern auch manchmal die Worte fehlen.. wissen sie dann, dass es ok ist, wenn Mama und Papa traurig sind und auch weinen müssen.

Ich Lieben.. ihr kennt das und ich bin euch so unendlich dankbar.. denn nur durch euch wissen so viele von uns.. Teilt diesen Beitrag fleißig.. ruft beim Teilen eure Freunde auf, dies auch zu tun.. bis auch der letzte weiß, dass es uns gibt.. und uns anfordern darf, wenn das Unvorstellbare passiert..

Ich danke euch…

 

 

Kieler Nachrichten 13.04.2018

Die Summe in Höhe von 500EUR wurden direkt an Dein Sternenkind gespendet

 

Ihr Lieben.. nun ist es schon fast 5 Monate her, dass ich die kleine Greta-Mathilda kennenlernen durfte.. Meine liebe Freundin Viola Schnittger hat dieses Lied heute mit Sergey Rotach aufgenommen.. Ich danke euch von Herzen… Hier ist sie.. die kleine Greta-Mathilda… und ihre lieben Eltern <3

 

 

Ihr Lieben..

Ich durfte mit dabei sein: Bei der Preisverleihung des Deutschen Engagement Preis 2017.

Dein Sternenkind hat den Publikumspreis gewonnen. Noch nie wurden so viele Stimmen vergeben, wie für uns in diesem Jahr.  Insgesamt 122.000. 23156 Stimmen haben wir bekommen .. soooo toll… Und das verdanken wir nur euch.. Ihr habt uns einfach großartig unterstützt. Dafür ein dickes, dickes Dankeschön ..

Ich habe den Film geschaut und war sofort wieder im Gestern.. die Emotionen, die Gefühle.. die Dankbarkeit in einem so tollen Team tätig sein zu können.. Ich habe an meine ganzen kleinen Sternchen und ihre lieben Eltern gedacht.. und auch heute beim Ansehen des Ausschnittes.. ich heul schon wieder Rotz und Wasser..  

Die Laudatio hat Richy Müller (Schauspieler u.a. beim Tatort) für uns gehalten.. so emotional.. schaut selbst:

 

 

 

 

Juhu.. nun ist es bald soweit. Am kommenden Sonntag wird der NDR Beitrag zur Sternenkindfotografie um 19.30UHR im Schleswig-Holstein Magazin gesendet. Der NDR hat mich einen Tag lang begleitet, ich hatte euch kurz davon berichtet. Das war soooo spannend.. und auch sehr emotional.. denn wir haben auch zwei betroffene Familien besucht bzw. interviewt. Auch ich werde den Beitrag am Sonntag erstmalig sehen und ich bin schon sehr gespannt.. Wer schaut ihn sich an?

 

Silas

… ich sah eine Nachricht von Dein Sternenkind und las die Frage, ob ich Kontakt zu der Kieler Klinik hätte.. eine Mama hat den Kontakt zu Dein Sternenkind gesucht.. bis zu dem Zeitpunkt hatte ich noch keine Alamierung.. dann – fast im selben Moment, klingelte mein Telefon..

16:14 Uhr.

Der kleine Junge ist in der 38+4 SSW auf die Welt gekommen und die lebenserhalten Maßnahmen werden nun eingestellt… Man weiß nicht genau, wann er einschlafen wird..

Während ich das hier schreibe, merke ich gerade wie tief ich eingeatmet habe.. Ich erinnere mich noch genau an dieses Telefonat, welches nun schon 2 Wochen her ist.. Es ist so ein Unterschied zwischen: „Wir haben ein Sternenkind hier – kann bitte jemand kommen“ oder „Wir haben ein Kind hier, welches sehr bald versterben wird, wir rufen an, wenn du losfahren kannst“. Bei dem ersten Anruf packe ich meine Tasche und fahre los. Zeit zum Nachdenken habe ich im Auto. 10 Minuten lang. Ich funktioniere. Fahre los. Bin da und in der Situation drin.

Bei dem „anderen“ Anruf gehen mir 1000 Gedanken durch den Kopf.. Das ist immer eine sehr emotionale Zeit für mich, auf Abruf zu stehen. Zu wissen, das eine Familie gerade die schlimmsten Stunden ihres Lebens erleben muss.. und nicht zu wissen, wann das Telefon klingelt, losfahren zu können…. ich packe meine Tasche.. ich erinnere mich, dass ich mir noch einen Kaffee gemacht habe.. Eigentlich wollte ich gerade mit der Bildbearbeitung eines anderen Shootings beginnen. Keine Chance.. Da hatte ich gar keine Ruhe zu. Es kann schnell gehen. Es kann aber auch bis in die Nacht dauern… warten.. die Gedanken rauschen vorbei…

Knapp 2 Stunden später kam der Anruf. Ich kann mich auf den Weg machen.

Immer wieder ein komisches Gefühl.. eine Mischung aus Trauer… die Eltern verabschieden sich gerade von ihrem Sohn, ich muss versuchen, mich diesen Gefühlen nicht zu sehr hinzugeben.. muss stark sein für meine Aufgabe gleich… aus einer Art Aufregung.. ich weiß gar nicht, was „los“ war… wussten die Eltern, dass ihr Kind versterben wird? War es absehbar? Wer erwartet mich da in dem Raum, wo das kleine Baby gerade eingeschlafen ist? .. so viele Gefühle….

Auf der kardiologischen Intensivstation angekommen musste ich eine Weile warten, bis jemand Zeit für mich hatte. Quälende Minuten.. Andere Eltern kommen … andere gingen an mir vorbei, die ihre Kinder besucht haben.. Ich zog mir einen Schutzkittel an.. ein komisches Gefühl.. Ich war schon einige Male auf dieser Station bei Kindern, die es leider nicht geschafft haben.. Auch deren Eltern sind hier tagein tagaus hergekommen um ihre Kinder zu besuchen. Und an diese Eltern musste ich in dem Moment sehr doll denken. Dann holte mich die liebe Schwester ab und brachte mich zu den Eltern. Ich öffnete die Tür und sah den kleinen Silas in dem Bettchen liegen. Nur einen kurzen Blick warf ich ihm zu. Ich begrüßte erst die Eltern und dann ging ich zu dem Kleinen ans Bett.. Ich sah ihn an.. und musste das alles erst mal realisieren: Vor mir lag ein scheinbar schlafendes Kind.. so friedlich.. so süß.. Ich dachte: Mach die Augen auf kleiner Mann.. ich sah ihn an.. ich weiß nicht wie lang.. er konnte seine Augen nicht öffnen.. er war kurz vor meiner Ankunft auf dem Arm der Mama eingeschlafen.. dann irgendwann streichelte ich ihm über seine Haare und sagte: „ Was machst du denn für Sachen…“ und ich glaube auch irgendwas wie“ oh mein Gott, bist du süß“ sagte ich..

Ich fragte die Eltern was passiert sei..

Bis zur Geburt war alles gut .. Der Kaiserschnitt war notwendig, weil Silas sich durch das viele Fruchtwasser ständig gedreht hat. Bei der Geburt lag er dann in Querlage darum wurde er per Kaiserschnitt geholt. Nach der Geburt war schnell klar, dass irgendwas nicht stimmt. Silas lief blau an – man vermutete zuerst Anpassungsschwierigkeiten.. Eine Kinderärztin kam dazu und erst hieß es alles sei gut. Vorsichtshalber holte sie ihren Chef und die Chefärztin dazu – die nahmen Silas gleich mit auf die Kinderstation.. der Papa darf gucken kommen.. sagte man… als der Papa dort ankam, durfte er nicht zu ihm. Plötzlich kamen ganz viele Ärzte angerannt … Silas musste wiederbelebt werden.. man vermutete, es sei das Herz… eine Röntgenaufnahme brachte keine Klarheit – alles schien ok zu sein. Ab nach Kiel hieß es, aber der angeforderte Rettungshubschrauber konnte aufgrund des Wetters nicht fliegen.. also kam Silas mit dem RTW nach Kiel . Nach etlichen Stunden des quälenden Wartens durfte der Papa das erste Mal zu ihm.. er wurde beatmet und bekam Morphium.. die Mama lag noch 50 km weiter weg im KH und der Papa kümmerte sich um die Verlegung, dass sie auch bei Silas sein durfte.. Als sie auf dem Weg nach Kiel war kam der Anruf, dass sie sich verabschieden müssen. Silas schafft es nicht. ..noch Stunden vorher freuen die Eltern sich auf ihren Sohn.. endlich ist er da.. und dann das.. so surreal .. es übersteigt die Vorstellungskraft…

Die Eltern schafften es nach Kiel und konnten sich verabschieden.. Silas ist friedlich einen Tag nach seiner Geburt im Beisein seiner lieben Eltern eingeschlafen..

Er hatte keine Verbindung vom Herz zur Lunge. Man hatte das während der Schwangerschaft nicht erkannt. Keine Chance für den kleinen Mann.. L

Stille.

Mehr ist nicht da.

Und da stand ich nun.. mit der Familie und dem so schlafend wirkenden wunderhübschen Silas.. mir war so schwer ums Herz.. Irgendwann fing ich an zu erzählen.. wer ich bin.. das ich da bin um ihnen Fotos zu schenken.. Die Mama erzählte mir, dass sie über facebook von Dein Sternenkind erfahren hat. Darum hatte sie selbst gleich eine Nachricht geschickt… und aus dem Grund mache ich so viel Öffentlichkeitsarbeit für diese Möglichkeit… und es freut uns – wenn man in dieser Situation von Freude sprechen kann – dass wir schon so viel durchgebrochen sind.. dass auch betroffenen Eltern wissen, dass sie uns anfordern können.. Noch so viele Sternchen treten ihre große Reise in den Himmel an und die Eltern haben im besten Fall ein Handyfoto… wenn überhaupt.. wie viel diese Fotos erst „wert“ sind.. das wissen viele oft erst Jahre später.. Relativ schnell sagte die liebe Mama, sie möchte uns unterstützen.. ich darf auch von Silas berichten.. sie möchte helfen, uns bekannter zu machen.. aus dem Grund erzähle ich euch heute seine Geschichte..

Silas wurde von der lieben Schwester auf den Arm der Mama gelegt.. so ein inniger Moment.. Ich fing an zu fotografieren.. die Hände.. alleine.. mit den Händen der Eltern.. Die Mama hatte ihren kleinen Sohn auf dem Arm.. ein Kennenlernen … ein Verabschieden.. ein Versuch zu verstehen.. das kann man nicht.. wie sollte man das können…

Ich nahm Silas vorsichtig hoch und legte ihn in den Arm des Papas.. die Welt schien still zu stehen… ich fotografierte … und irgendwann stand ich einfach da.. schaute die Beiden an.. fragte nach einer Weile, ob ich Silas auch noch alleine fotografieren soll.. der Papa sagte, er kann ihn grad noch nicht los lassen.. oh man.. ich stand einfach da.. wartete.. keiner sagte was.. ich versuchte meine Fassung zu bewahren.. und dann .. irgendwann sagte der Papa: jetzt kann ich ihn hinlegen.. Vorsichtig legte er Silas auf das Bett der Mama.. ob ich auch seine Ohren fotografieren könne.. war ihr Wunsch.. Ich fotografierte alle, was ich fotografieren konnte.. immer darauf bedacht, jede noch so kleine Erinnerung festzuhalten.. es gibt ja nur diese eine Chance.. zwischendurch nahm ich immer mal wieder das Handy des Papas und machte auch damit Bilder..

Später kam die Schwester rein und ich half ihr Fuss- und Handabdrücke zu machen.. vorsichtig säuberten wir die kleine Hände und Füße wieder von der blauen Farbe.. auch diese Erinnerungen.. so wichtig…

Danach „packten“ wir Silas kuschelig ein.. und legten ihn vorsichtig in sein Bettchen.. für mich war es an der Zeit zu gehen.. ich verabschiedete mich von der Familie und fuhr schweren Herzens nach Hause.. und dachte immer wieder an diesen hübschen Jungen.. von dem ich dachte, er macht jeden Moment seine Augen auf..

Wenige Tage später brachte ich den Umschlag mit den Bildern und dem Buch für die Geschwister zur Post.. am nächsten Tag rief mich der Papa an.. und bedankte sich für die so wunderschönen Bilder von Silas.. er sagte, er bringe sie nachher zu seiner Frau ins Krankenhaus.. sie wäre fast gestorben – es gab Komplikationen .. keiner weiß genau, wie lang sie da bleiben muss.. Ich ging gerade mit dem Hund, als ich diesen Anruf entgegen nahm und blieb stehen.. kaum konnte ich glauben, was ich da gehört habe.. der Papa erzählte mir, was passiert war und ich dachte nur: hat diese Familie nicht schon genug an dem „Päckchen“ zu tragen, welches ihnen auferlegt wurde? Oh man..

Ich bin mit der Familie noch in Kontakt und zum Glück konnte die Mama schon wieder nach Hause.. und kann nun hoffentlich anfangen, das Ganze zu begreifen.. verstehen wird das wohl keiner von uns… L

Ich danke euch für’s Lesen. Und ich danke meinen lieben Kollegen und Kolleginnen – wir konnten bis jetzt jedes Kind fotografieren, zu dem wir gerufen wurden.. Wir sind ein klasse Team – danke <3 <3 …und möchte euch mal wieder bitten: Teilt diesen Beitrag, damit eure Freunde auch von Dein Sternenkind erfahren.. und wenn dann jemand jemanden kennt, der ein Kind „gehen lassen“ muss.. können auch sie auf diese Möglichkeit der Erinnerungsfotos aufmerksam machen. Ich danke euch von Herzen und hoffe, dass hier in Kiel nun mal eine Zeit ohne Einsätze kommt…. <3

 

Ich möchte an dieser Stelle ausdrücklich sagen, dass ich nur Bilder von Sternenkindern zeige, wenn es der Wunsch der Eltern ist und ich eine Genehmigung dazu habe. Werden wir zu einem Einsatz gerufen ist es 100%ig gewährleistet, dass die dort angefertigten Bilder nur den Eltern zur Verfügung gestellt werden.

Ich danke euch für’s Teilen.. für’s Bekannt machen … ich danke allen, die kleine Erinnerungsstücke (Herzen, Schmetterlinge) für uns Kieler gefertigt haben.. ich danke euch für das Spenden von Büchern für die Geschwisterkinder.. ( Lilly ist ein Sternenkind https://www.amazon.de/Lilly-ist-ein-Sternenkind-Kindersachbuch/dp/3902647116/ref=sr_1_1_twi_pap_1?ie=UTF8&qid=1510499278&sr=8-1&keywords=lilly+ist+ein+sternenkind und Vergebliches Warten (https://www.amazon.de/Vergebliches-Warten-Geschwisterchen-MIKROMAKRO-neugierige/dp/3903085405/ref=sr_1_1_twi_pap_1?s=books&ie=UTF8&qid=1510499335&sr=1-1&keywords=vergebliches+warten Ich konnte schon zwei Bücher an Familien weitergeben, die es den großen Geschwistern vorlesen.. um zu verstehen..

Danke <3

 

 

 

 

Josuha

Ihr Lieben…

als der Anruf am Donnerstag von der Kinderintensiv kam, da dachte ich: oh nein.. nicht schon wieder L … so viele Einsätze in der letzten Zeit.. „Wir haben einen kleinen Jungen hier und wir wissen nicht, ob er es schafft.. die Eltern wünschen sich Erinnerungsfotos, kann einer kommen?“ so die Schwester der Station. „Der kleine Junge lebt“.

Diese Einsätze sind so besonders..

Ich klärte mit meinen lieben Kieler KollegenInnen kurz ab, wer übernehmen kann, aber alle waren entweder unterwegs oder auf der Arbeit. Ich habe einen privaten Termin verschieben können und bin gleich losgedüst.

Auf der Station angekommen hatte ich die Möglichkeit mit der lieben Schwester zu sprechen, bevor ich das Zimmer betrat. Sie sagte mir, die Eltern sind im Zimmer und freuen sich, dass jemand da ist um Erinnerungsbilder von ihrem Sohn zu machen.

Ich betrat das Zimmer und die lieben Eltern standen am Wärmebettchen.. und dann sah ich ihn.. den kleinen großen Kämpfer Joshua.. Er wurde beatmet und kleine Schläuche bedeckten seinen Körper.. ganz friedlich schlief er. Ich fragte die Eltern, was los ist und sie berichteten, dass sie in der 20 SSW erfahren haben, dass Makrozysten in der Lunge sind. In der 25 ssw wurde in Bonn ein sogenannter Shunt in die Zyste der Lunge des Babys gelegt um die Flüssigkeit abzuleiten. Leider war diese Behandlung nicht erfolgreich. Man wusste zu dem Zeitpunkt nicht, wie viel gesundes Lungengewebe überhaupt vorhanden sei. Es hieß abwarten und weiter hoffen.. In der 30+5 SSW kam Joshua auf die Welt und die Mama berichtet mir, dass der Start leichter als befürchtet war. Joshua kämpfte jeden Tag und die Eltern sagten: Solange er kämpft, sind wir an seiner Seite. Ich habe Joshua das erste Mal gesehen, da war er 7 Tage alt. Am 8 Tag wurde er operiert und der linke (kaputte) Lungenlappen wurde entfernt und die Ärzte sahen bei der OP einen kompletten rechten Lungenflügel, der gut belüftet werden konnte. Erleichterung tat sich auf und alle waren voller Hoffnung. Die Mama sagte mir, sie waren überglücklich, denn nun konnte doch nichts mehr schief gehen..

Von dieser guten Nachricht und der damit verbundenen großen Hoffnung, wussten wir noch nichts, an dem Tag als ich da war..

Joshua zu bewegen oder aus dem Wärmebettchen zu nehmen war nicht möglich und so fotografierte ich alles, was möglich war.. seine kleinen Hände.. seine Füße.. die Eltern streichelten ihn immer wieder.. da Joshua überwacht wurde, konnte die Schwester zu jedem Zeitpunkt sehen, wie es ihm geht. Das Shooting sollte ihn auf keinen Fall anstrengen.. „Das gefällt ihm“, sagte sie… er schlief ganz friedlich und seine Werte waren gut. Die Schwester brachte noch zwei kleine Kuscheltiere und die Eltern wählten eines für Joshua aus.. diesen „Kumpel“ durfte er behalten.. die Blicke der Eltern waren so voller Liebe.. und so voller Schmerz.. immer wieder liefen die Tränen bei den lieben Eltern.. wie groß ist der Schmerz auch, sein kleines Baby dort an Schläuchen angeschlossen zu sehen.. nicht so recht zu wissen, was die Zukunft bringt.. voller Hoffnung.. er ist so ein großer Kämpfer…

Joshua hat einen großen Bruder. Marlon ist 4 Jahre alt und darf nicht mit auf die Intensivstation. Die Eltern zeigten mir von Fenster aus die Stelle, an der er immer steht um in schon einigen Metern Entfernung einen Blick ins Fenster zu erhaschen.. Er wusste ja, dass er einen kleinen Bruder hat und konnte natürlich nur schwer verstehen, warum er nicht zu ihm durfte. Ich fand es toll, dass die Eltern diese Möglichkeit gefunden haben.. Sie waren so viele Stunden am Tag weg.. so viele Stunden, in denen sie dann natürlich keine Zeit für Marlon hatten.. und so war er ein Stückchen mit einbezogen.

Irgendwann beschlossen wir, dass wir alles fotografiert haben, was die Eltern sich gewünscht hatten.. Nach ca. einer Stunde verließ ich die Familie und wünschte ihnen ganz, ganz viel Kraft und Hoffnung für die kommende Zeit.. Ich verabschiedete mich von Joshua und sagte ihm, er solle weiter kämpfen..

Es dauert immer ein paar Tage, bis ich die Mappe für die Eltern fertig gepackt habe.. Die Bilder müssen bearbeitet und entwickelt werden.. An dem Wochenende hatten wir Besuch von meinem Schwager und meiner Schwägerin. Ich hatte ganz viel um die Ohren, habe aber immer wieder an die so liebe Familie gedacht..

… am Sonntag lag der Umschlag fertig gepackt und versandfertig im Büro.

Ich hatte an diesem Sonntag Besuch von meiner Familie und wir hatten uns gerade zum Kaffee zusammengesetzt … Dann klingelte mein Handy… ein erneuter Anruf von genau dieser Station….

Der kleine Joshua ist verstorben, die Eltern wünschen sich Bilder.. die ganze Familie sei versammelt um sich zu verabschieden… ich dachte nur „oh nein..“ ..mein Mann sah es mir sofort an… Ich war hin und her gerissen.. ich hatte am Samstag Geburtstag und die Familie war ja wegen mir zum Kaffee da.. konnte ich schon wieder einfach losfahren? Ich schrieb kurz mit meinen Kollegen und fragte, ob wer Zeit hätte… wusste aber, dass ich eigentlich fahren möchte.. Die Familie kennt mich schon.. und nur wenige Minuten später entschied ich hinzu fahren.. alles andere fühlte sich komisch an… Ich sah meinen Mann an er sagte nur „Fahr!“ Danke Schatz, dass du immer hinter mir stehst.. Ich glaube ohne Rückhalt der eigenen Familie ist das aufgrund der Anzahl der vielen Einsätze hier in Kiel nicht zu schaffen… Ich nahm noch schnell einen Schluck Kaffee.. den Kuchen rührte ich nicht an.. an Hunger war in diesem Moment nicht zu denken.. Der kleine süße Joshua dachte ich.. nun hat er seinen Kampf doch verloren L

In der Nacht zu Sonntag kollabierte seine Lunge und am Sonntag war eine OP nötig.. Die Mama streichelte Joshua.. hilft seine Hand vor der OP.. Er öffnete die Augen und drückte zweimal den Finger der Mama… dann ging es in den OP.

Joshua hat diese OP leider nicht überlebt.. ich glaube ganz fest, er wusste das und hat sich so von seiner Mama verabschiedet.

Im UKSH angekommen betrat ich das Zimmer in dem ich nur drei Tage zuvor war.. Die Mama saß am Fenster.. mit Joshua auf dem Arm.. der Papa stand daneben und die Omas von Joshua waren mit im Raum.. Ich sah den kleinen an und streichelte ihn.. „Ach süßer.. der Plan war aber ein anderer“… das sagte ich zu ihm.. die Mama streichelte ihn … „ja… der Plan war anders…“ Ich drückte die Eltern und sagte ihnen, wie leid es mir tut…

Zwei Schwestern waren mit im Zimmer.. die eine verabschiedete sich von der Familie und beugte sich zu Joshua runter.. sie streichelte ihn liebevoll… mir laufen die Tränen, wenn ich an diese Situation zurück denke.. sie sprach mit ihm… wünschte ihm eine gute Reise.. alle im Raum weinten.. so schwere Stunden….

Kurze Zeit später kam der Opa mit dem großen Bruder Marlon hinein.. und wenige Augenblicke später Joshuas Onkel..

Nun habe ich schon so viel geschrieben und komme jetzt erst zu dem Punkt, warum es mir so wichtig ist, euch von diesem Einsatz zu berichten..

Joshuas Bruder durfte ihn sehen..

Die Eltern haben Marlon die Möglichkeit gegeben, seinen Bruder kennenzulernen … ihn anzuschauen.. vielleicht sogar ihn zu berühren.. ihm ein Kuscheltier zu geben.. und .. sich von ihm zu verabschieden.. Für viele undenkbar.. und für „Nichtbetroffene“ so nachvollziehbar, denn man meint die Kinder müssen geschützt werden.. Dürfen doch ihr totes Geschwisterchen nicht sehen.. Welch’ Trauma würden sie erleiden.. In diese Richtung gehen ganz viele Gedanke und ich kann euch sagen: Aus meiner Erfahrung ist genau das Gegenteil der Fall…

Kinder gehen so unbefangen mit dem Tod um… So viele Erwachsene haben so große Probleme damit.. Eine betroffene Mutter geht im Dorf spazieren und bemerkt wie eine Bekannte in weiterer Entfernung die Straßenseite wechselt.. nur um nicht mit ihr sprechen zu müssen.. warum? Weil wir nicht gelernt haben, mit dem Thema Tod umzugehen.. sie hat die Seite gewechselt, weil sie die Mama wahrscheinlich nicht ansprechen wollte… sie wollte vielleicht nicht, dass sie traurig ist oder weinen muss.. aber ganz ehrlich: Natürlich ist die Mama traurig.. sie hat ja gerade ihr Kind verloren.. und wahrscheinlich hätte sie geweint.. wäre sie angesprochen worden.. und??? Ein dicker Drücker und ein es tut mir sehr leid wäre genau das Richtige gewesen. Diese betroffene Mama sagte mir, diese Situationen waren so schlimm.. und ich möchte euch ermutigen mit den betroffenen Eltern zu sprechen. Wenn sie nicht reden wollen, dann werden sie es euch sagen… du.. sei mir nicht böse.. heute ist ein schlechter Tag.. ich mag nicht reden.. und dann ist es gut.. aber man hat Anteil genommen.. und vielleicht denkt ihr an meine Worte, solltet ihr mal in so eine Situation kommen..

Und aus dem Grund glaube ich, können sich viele nicht vorstellen die eigenen großen Kinder mit einzubeziehen… Weil sie sie schützen wollen.. aus meiner Sicht der falsche Weg und aus dem Grund möchte ich euch von Marlon berichten.. wie er mit der Situation umgegangen ist.. wie die Familie damit umgegangen ist..

Als Marlon das Zimmer mit seinem Opa betrat ging er gleich zu seiner Mama und dem kleinen Joshua.. er sah in an und ging ganz unbefangen mit der Situation um.. Die Mama fragte ihn, ob er ihn auch mal halten möchte und Marlon setzte sich auf den Sessel.. Josuha wurde ganz vorsichtig in Marlons Schoß gelegt.. Ihr hättet ihn sehen sollen.. Er war richtig stolz, dass er ihn halten durfte.. Marlon durfte den kleinen vorher ja nicht sehen und heute durfte er ihn kennenlernen.. und sich von ihm verabschieden, wobei er das sicher nicht verstanden hat.. was ein „tschüss“ sagen in dem Moment bedeutet.

Ich fing an, die Situation zu fotografieren.. Marlon sprach mit seiner Mama.. sie schauten sich die süßen Finger an.. seine Ohren.. Joshua’s Schlauch durfte noch nicht entfernt werden und auch da fragte Marlon ganz interessiert, wofür dieser sei. Die Mama erklärte ihm alles… Ich zeigte Marlon zwei Schmetterlinge und er durfte sich einen aussuchen.. ich erklärte ihm, dass der andere Schmetterling bei Joshua bleibt.. und immer, wenn er nun einen echten Schmetterling sieht, dann schickt Joshua im einen Gruß aus dem Himmel.. er „gab“ Joschua seinen und spielte fliegen mit dem anderen… es schien, als sei dies eine ganz normale Situation.. in dieser so unvorstellbar schweren Zeit.. Marlon hat ein paar Minuten …. ich finde schwer ein Wort…vielleicht trifft „Leichtigkeit“ es ein bisschen .. in diesen von so schwerer Trauer belagerten Raum gebracht.. Er gab seinem Bruder auch ein Küsschen und streichelte ihn..

„Mama, nimmst du Joshua jetzt mit nach Hause?“ fragte er auf einmal.. Die Mama erklärte ihm, dass dies nicht gehe und Joshua da bleiben muss… kurz darauf sagte Marlon, dass er Hunger hat… Kinder sind total unbefangen.. das möchte ich euch auch mit den Worten von Marlon widerspiegeln..

Die Mama fing zwischendurch immer wieder an zu weinen… da kuschelte sich Marlon an sie ran… es ist auch komisch die Mama so zu erleben.. aber er wird es verstehen.. denn er weiß ja jetzt, warum seine Mama und auch sein Papa in der Zukunft traurig sind.. dass sei weinen, weil sie Joshua nicht mit nach Hause nehmen durften.. Wie hätte er es verstehen sollen… hätte er seinen kleinen Bruder nicht kennenlernen dürfen.. warum ist Mama so traurig.. das Baby war doch nie da.. versteht ihr, warum es so wichtig ist, auch die Kinder mit einzubeziehen?

Wir machten noch ganz viele Bilder.. auch die Omas haben sich getraut und wollten Erinnerungen haben.. Marlon spielte währenddessen mit den beiden Schmetteringen.. und irgendwann verabschiedete ich mich mit schwerem Herzen…

Einige Tage später schrieb mir die Mama. Maron spricht fast jeden Tag von Joshua.. sie glaubt, dies wäre ohne das Kennenlernen nicht so.. Marlon bezieht Joshua auch ins Spielen ein.. so musste seine Mama einmal einen großen Joshua spielen… denn der Kleine ist ja leider tot und sitzt auf einer Wolke, so sagte Marlon es… und kann nun nicht mit ihm hier spielen.. diese Worte gehen mitten ins Herz.. zum einen tun sie weh… weil Marlon nie mit seinem Bruder spielen kann… zum anderen ist es so toll, dass Marlon sich „so“ verhält.. ein ganz wichtiger Schritt.. er verarbeitet.. und hilft auch so der ganzen Familie ein ganz großes Stück…

Die Familie möchte andere Eltern ermutigen, auch diesen Schritt zu wagen.. Lasst eure Kinder teilhaben.. lasst sie ihr Geschwisterchen kennenlernen..

Ihr Lieben Eltern.. ich danke euch von Herzen, dass ich euren Joshua, Marlon und euch kennenlernen durfte.. und dass ich eure Geschichte erzählen darf.. um weiter aufzuklären.. Dass es uns gibt, uns Sternenkindfotografen und dass jeder zumindest darüber nachdenken sollte, es den großen Kindern zu ermöglichen ihr kleines Geschwisterchen kennenzulernen.. und Abschied zu nehmen.. denn die Zeit , wo es hier sein darf ist nur so gering.. es hilft den Kindern zu verstehen.. <3

Ich danke euch fürs Lesen..

 

 

 

Ella Charlotte

 

Ihr Lieben… heute möchte ich euch von einem für mich ganz besonderem Einsatz erzählen.. Diesmal kam der Alarm aus der Kinderklinik… ein kleines Mädchen ist verstorben, sie ist 3 Monate alt… ob bitte einer schnell kommen könnte.. Wie immer hab ich mich mit meinen lieben Mädels (Danke liebe Silke, Rea, Hanni, Anne.. wir sind ein super Team <3 ) hier in Kiel abgestimmt und bin sofort losgedüst.. Es war ein Samstag morgen, die Straßen waren leer und ich bekam glücklicherweise einen Parkplatz direkt vor der Klinik.. Es war ein anderes Gefühl als sonst.. 3 Monate war diese kleine Maus schon… mein erster Einsatz – nach ca. 30 Sterncheneinsätzen – bei einem Kind, das schon so groß war… Vor Betreten der Station musste ich einen Schutzkittel anziehen, dann nahm mich die liebe Schwester mit auf Station.. Wir schnackten kurz, das Team war gerade bei der Kleinen im Zimmer.. Die Eltern seien im Elternzimmer sagte man mir und führte mich dahin.. In dem Moment wunderte ich mich ein bisschen, dass die Eltern nicht beim Kind waren.. sie standen beide in dem Raum – natürlich völlig aufgelöst… Nachdem die Mama mir Ella Charlottes „Geschichte“ schickte, wusste ich auch warum sie nicht bei ihrer kleinen Maus waren.. sie selbst waren erst kurze Zeit dort… Hatten gerade zuvor erfahren, dass ihre kleine Ella Charlotte zu den Sternen gereist ist.. haben sie nur kurz gesehen und konnten natürlich noch nicht begreifen, was gerade geschieht… Ich stellte mich kurz vor, sagte dass ich hier bin um ihnen Fotos von ihrer kleinen Tochter zu schenken.. ich fragte was passiert ist… Die Mama weinte und streichelte ein kleines Kuscheltier… konnte nur herausbringen: „Ich weiß nicht… „ … sie schüttelte mit dem Kopf… „es sah alles so gut aus…“ … mehr ging nicht.. Mehr musste auch nicht gesagt werden… Der Schmerz in dem Moment.. diese Ratlosigkeit… kaum zu erfassen für mich..

Als ich das Zimmer betrat, in dem die Kleine Ella lag sah ich als erstes eine kleine leuchtende Sternchenkette am Bett.. so liebevoll gestaltet von den Schwestern.. dann sah ich die kleine Ella Charlotte.. so eine süße kleine Maus… die Frage warum… so unnütz sich diese zu stellen und doch drängt sie sich immer wieder auf…

Die Eltern betraten das Zimmer und streichelten die kleine Maus.. ich hielt mich im Hintergrund… gab den Eltern Zeit.. die Schwester kam dann mit einem Körbchen Kleidung und die Mama suchte sich einen von Ellas Bodys aus.. Die Kleine wurde angezogen und dann fingen wir langsam an sie zu fotografien.. so ein großes Mädchen.. so ein hübsches Gesicht.. sieht aus, als würde sie schlafen.. und jeden Moment wieder aufwachen…

Die Eltern haben mit Ella gekuschelt, sie gestreichelt.. wir haben die Kuscheltiere, die sie immer begleitet haben mit ihr zusammen fotografiert.. Die Mama wünschte sich noch ein Bild von ihren tollen Haaren.. schaut selbst.. <3

Irgendwann lies ich die kleine Familie alleine.. sagte, sie sollen sich alle Zeit der Welt nehmen um sich zu verabschieden.. und fuhr nach Hause zu meiner Familie, die mit dem Frühstücken auf mich gewartet hat… Lange noch war ich in Gedanken bei der Familie..

Knapp 2 Wochen nach diesem Tag bekam ich von den Eltern eine Mail.. wie viel ihnen die Bilder bedeuten.. wie dankbar sie sind, dass einer von uns da war.. und… wenn ich mag, darf ich ein paar Zeilen schreiben.. ein paar Zeilen über Ella Charlotte und ihre Reise ins Sternenland.. Die Mama schrieb mir Ellas Weg auf… Wenn ihr mögt.. hier ist er…

Ella Charlotte ist Mitte Mai 2017 geboren. Die ersten Stunden verliefen völlig normal… ein gesundes Mädchen.

Abends gegen 20.00Uhr lief sie blau an. Und das passierte noch zwei weitere Male.
Die Nacht verbrachte sie auf der Intensivstation und am nächsten Morgen  wurde sie geröntgt. Dabei haben die Ärzte festgestellt, dass ihr Herz zu groß ist. Gegen frühen Abend beschallten sie ihr Herz genauer. Sofort brachte man Ella Charlotte nach Kiel ins UKSH. Ella war 4 Tage auf der Intensivstation, dann kam sie auf die Allgemeine Kardiologie.
Es verlief alles soweit gut, dass die Ärzte sie Anfang Juni entlassen wollten. Sie sollte für die erste Op 5kg wiegen. Ella nahm schleppend zu, aber das war normal für ihren schweren Herzfehler.
Also schlief ich zwei Nächte bei Ella im Krankenhaus. An diesem Wochenende verschlechterte sich ihr Zustand, so dass wir nicht gehen durften. Ende Juni hatte sie ihre 1. Op. Seit diesem Tag war sie dauerhaft auf der Intensivstation und kam nicht von der Beatmung weg. Sie bekam viele Medikamente. Sie machte drei Schritte vorwärts und zwei zurück. Es wurde einfach nicht besser. Ich durfte sie 4 Wochen nach der 1. Op das erste Mal endlich wieder auf den Arm nehmen. Anfang August hatte sie, obwohl sie sehr krank war ihre 2. Op, die sehr nötig war. Sie bekam eine künstliche Herzklappe. Nach dieser Op sah es sehr viel besser aus, als vor der Op. Wir waren voller Hoffnung. 11 Tage später hatte ich Ella Charlotte das erste Mal nach der 2. Op auf dem Arm… alles war gut. Und dann am nächsten Morgen kam der schreckliche Anruf aus dem Krankenhaus: „Wir mussten ihre Tochter reanimieren, bitte kommen sie schnell.“
Wir fuhren sofort ins UKSH. Der Arzt erzählte uns in Kurzfassung was passiert ist. Nachts fiel ihre Sauerstoffsättigung ab und sie bekam Atemnot. Die Ärzte gaben ihr Medikamente und es sah erst mal wieder gut aus. Kurze Zeit später verschlechterte sich ihr Zustand drastisch. Sie mussten Ella reanimieren. Eine Stunde lang, dann hörte ihr Herz auf zu schlagen.
Wir gingen zu ihr ins Zimmer, da lag sie schon ohne die Beatmung in ihrem Bettchen. Nur noch einen Medikamenten Zugang hatte sie. Wir mussten das Zimmer verlassen, damit sie diesen noch ziehen konnten.
Und dann kamst du in die Elternküche. Wir waren so froh, dass du da warst. Wir hätten dich angerufen, wenn Ella endlich zu Hause gewesen wäre. Schon von Anfang an war es klar, dass wir mit Ella Charlotte zu dir kommen um Fotos machen zu lassen. Nun kam es anders, aber du liebe Tanja hast diese wundervollen Bilder von unserer kleinen Prinzessin gemacht. Dafür sind wir dir so dankbar. Wir sind auch sehr dankbar über die kleinen Herzen, die du mitgebracht hast.. Wir tragen es immer bei uns und es hilft uns sehr… Danke danke danke.
Liebe Grüße
Mama und Papa von Ella Charlotte

… dass ich Ella Charlotte nun so kennenlernen durfte… puh ihr lieben.. mehr kann ich nun auch nicht sagen..

Ella Charlotte ist genau 100 Tage alt geworden.. nicht 99, nicht 101… 100 Tage..

Ich danke euch für’s Lesen.. ich danke euch ihr lieben Eltern, dass ihr mir das Vertrauen geschenkt habt, euch in dieser so schweren Zeit beiseite stehen zu dürfen..

 

 

 

Heute mal ein etwas länger Bericht… von meinem Einsatz bei der kleinen Greta-Matilda

Letzte Woche erreichte mich ein Alarm aus dem UKSH Kiel. Ein kleines Mädchen.. geboren in der 31 Schwangerschaftswoche.. der Alarm kam nicht direkt aus dem Kreißsaal, sondern von der Neugeboren Intensivstation. Ich rief sofort in der Klinik an und da erfuhr ich, dass die Kleine vor zwei Tagen geboren wurde.. sie hat zwei Tage gelebt und sei gerade verstorben.. die Eltern wünschten sich Bilder.. ob einer bitte sofort kommen könne.. Ich sprach mich schnell mit meinen Kollegen ab und fuhr los.. keine 20 Minuten später betrat ich die Station..

Ich wurde gleich an der Tür von den Schwestern der Station empfangen… Dort haben wir kurz reden können und dann wurde mir das Zimmer gezeigt, in dem die kleine Familie zusammen saß… der Papa stand im Raum, die Mama lag auf dem Stuhl, mit einem kleinen Bündel auf dem Bauch.. Ich trat näher und erkannte ein kleines wunderhübsches Mädchen… kleine Schläuche bedeckten ihren Körper, so war sie bei der Mama kurz vor meinem Besuch für immer eingeschlafen… Ich sah sie an und sagte: so eine süße Maus… mehr konnte ich im ersten Moment nicht sagen.. Ich sah ein kleines Mädchen… das wie schlafend bei der Mama im Arm lag… der Papa trat näher und sagte mir: Das ist die kleine Greta-Matilda.. Ich sah ihre ganzen Haare und der Papa sagte mir, dass die drei großen Schwestern auch so viele Haare hatten und sie sahen nach der Geburt genauso hübsch aus wie ihre kleine Schwester…

Die liebe Stationsschwester war die ganze Zeit mit im Raum und nahm dann die kleine Schläuche ab… Sie tupfte vorsichtig die Klebestellen sauber… Sie besorgte einen ausgepolsterten Korb und zwei kleine Bodys… Die Eltern haben sich für den brombeerfarbenen entschieden und das war genau die Farbe, die der kleinen Greta-Maltilda so gut stand…

Ich erlebe in dieser ersten kurzen Zeit so gefasste Eltern… Ich erklärte ihnen kurz wer ich bin, dass ich da bin um ihre Tochter zu fotografieren. Die Mama sagte, sie hätten noch gar nicht gefragt, was das kostet… Ich erklärte ihr, dass es nichts kostet… das meine Kollegen und ich von @DEIN Sternenkind ehrenamtlich Erinnerungsbilder schenken… In dem Moment wurde mir klar, dass wir auch in diesem Bereich noch mehr aufklären müssen… nicht auszudenken, dass wir nicht anfordert werden, weil jemand Angst hat, uns nicht bezahlen zu können..

Dann fragte ich den Papa, was passiert ist… In der 20 SSW hat der Frauenarzt bei einer Routineuntersuchung festgestellt, dass zu wenig Fruchtwasser da war. Weitere Untersuchungen ergaben, dass Greta-Matilda eine verzystete Niere hatte.. Etliche Tests wurden durchgeführt… Wochen der Angst und Hoffnung folgten.. gute und schlechte Nachrichten reihten sich aneinander.. als sie 850g erreicht hatte die Hiobsbotschaft: Die Ärzte konnten keine Harnblase erkennen, sie gehen vom beidseitigem Nierenversagen aus.. Das würde heißen: Greta-Matilda ist nicht lebensfähig.. Die Ärzte raten zum Abbruch. Der Papa schreibt mir später- und diese Worte gehen mir nicht mehr aus demKopf:

Dieser Tag war ziemlich hart und wurde bestimmt durch Verzweifelung. Haben dann auch alle Möglichkeiten durchgesprochen. Aber wir sind dann zu dem Ergebnis gekommen, ihr wenigstens eine Chance zu geben. Ich meine…. es hieß die ganze Zeit immer….. es kann sein, dass das ist, es kann sein das jenes ist….. Es kann sein…. muss aber nicht. Und wer sind wir, Gott zu spielen und über das Leben zu entscheiden. Nur weil es dann unbequem wird für uns? Deswegen Greta-Matilda aufgeben und ihr keine Chance geben? Nein, das können wir nicht. Wenn wir nicht für sie kämpfen, wer dann ? Ich habe zu meiner Frau gesagt…Was wäre wenn sie erst nach einem Jahr krank geworden wäre? Hätten wir dann nicht für sie gekämpft und alles getan was möglich ist? Oder wären wir dann ins KH gefahren, hätten der Ärztin das Baby in die Hand gedrückt und gesagt. . Hier nimm wieder, is kaputt, wollen wir nicht???? Nein, niemals hätten wir das.

Und sie gaben Greta-Matilda diese Chance. Und die Kleine schaffte es bis zur 31 Schwangerschaftswoche. Dann setzen plötzliche Wehen ein. Auch hier gingen die Ärzte davon aus, sie würde es nicht schaffen. Entweder bei oder direkt nach der Geburt versterben.. Aber Greta-Matilda hat es anders entschieden. Hat entschieden zu kämpfen.. Der Arzt sagte nach der Geburt: Sie will leben – damit habe ich nicht gerechnet… Sie kam an die Dialyse und hat dies super gemeistert.. Am nächsten Tag dann stelle man fest, dass ihr Herz viel zu groß und stark ist für ihren noch so kleinen Körper.. und letztlich hat es viel zu viele Ressourcen verbraucht, dass für den Kreislauf nicht mehr genug übrig blieb.. Ein Lungenflügel kollabierte … die Organe werden nach und nach versagen.. keine Chance für die kleine Maus..

Puh… ihr Lieben.. ich musste sehr schlucken beim Lesen dieser Zeilen.. Vor ein paar Jahren ist mein Großneffe in der 21 ssw mit genau der Anfangsdiagnose von Greta-Matilda ins Sternenland gezogen… Die Eltern entscheiden sich, ihr den Leidensweg von noch mehr Schmerzen und Operationen zu ersparen.. und so ist sie keine Stunde zuvor – nun stand ich vor diesem hübschen kleinen Mädchen im Zimmer – auf dem Bauch der Mama für immer eingeschlafen.

Ich fragte den Papa, ob ich sie nehmen darf…

Ich legte die kleine Greta-Matilda sanft in das Körbchen… Ich bedeckte sie mit dem kleinen rosa Tuch, dass seit ihrer Geburt in ihrem Brutkasten lag und fing an sie zu fotografieren… sie ist so niedlich… sieht aus, als würde sie schlafen.. Ihre kleinen Füße.. gehalten von den scheinbar so großen Händen der lieben Eltern… Die beiden streicheln sie immer wieder… ich glaube es ist in diesem Moment noch nicht realisiert, was hier gerade passiert ist… das ihre kleine Tochter gerade auf dem Weg ins Sternenland ist… Es war so ein heller und sonniger Tag… ich glaube, das haben die Engel extra organisiert… <3

Wir haben eine ganze Zeit lang fotografiert… die Eltern haben die Kleine auf den Arm genommen, die geküsst… sie angesehen… Es war so viel Liebe im Raum… Die Mama lächelte so oft, als sie die kleine Greta-Matilda ansah..

Ich weiß nicht, wie lang ich da war… wie lang wir Fotos gemacht haben… irgendwann habe ich mich verabschiedet.. und habe das Krankenhaus mit ganz gemischten Gefühlen verlassen…

Auf der einen Seite konnte ich den Schmerz der Familie so mitfühlen… Nun sind sie alleine mit der kleinen Greta-Matilda und verabschieden sich… verlassen bald das Krankenhaus und werden ihre Beisetzung organisieren… werden nach Hause fahren und den großen Schwestern sagen müssen, dass Greta-Matilda ins Sternenland gezogen ist… Kaum greifbar und fast nicht zu verstehen für noch so kleine Kinder… müssen stark sein für ihre Kids… müssen sich aber auch Raum geben um zu trauern…

… dann sind da die anderen Gefühle… denn ich habe die Familie als so stark empfunden… so liebe Menschen, die so liebevoll mit der kleinen Greta-Matilda umgegangen sind.. Ich bin so froh, dass sie zwei Tage lang die Chance hatten ihre kleine Tochter kennenzulernen… sie atmen zu sehen… sie streicheln zu können… selbst Bilder zu machen, die sie sofort den großen Geschwistern gezeigt haben.. auch wenn der Schmerz so groß war in dieser Zeit.. die kleine Greta-Matilda hat so gekämpft… und konnte dadurch auch ihre Eltern erleben… konnte sie hören, sie reden hören… sie spühren… und sie wird ihre ganze Liebe, die sie empfangen hat mitgenommen haben… sie wird sie bei sich tragen bis alle wieder vereint sind… Die Kleine wird sich gewünscht haben, dass ihre Eltern irgendwann verstehen, dass sie geboren wurde, um im Sternenland leben zu dürfen… um von „oben“ auf die liebe Familie aufpassen zu können… Bis sie sich irgendwann wiedersehen…

Der Papa schrieb mir nach der Beerdigung: Der Tag gestern war geprägt von Traurigkeit. Aber die Beisetzung war auch sehr schön.
Und da hast auch du deinen Teil zu beigetragen.
Keiner, außer meiner Frau und mir, hatte Greta-Matilda überhaupt zu Gesicht bekommen.
Und so hatten wir dein Vorabfoto auf DIN A2 vergrößert und dort auf einem Ständer ausgestellt.
So konnte sie dann jeder auch mal sehen, ohne Schläuche im Gesicht und aus sämtlichen Adern..
Als ich das gelesen habe, rollte mir eine kleine Träne die Wange runter… das hat mich sehr berührt… und das ist der Lohn für unsere Arbeit… mehr bedarf es nicht… das ist es, warum wir da sind… das ist es, warum wir das tun, was wir tun…

Ihr Lieben… die Eltern möchten dazu beitragen, dass die Furcht davor, verstorbene Kinder fotografieren zu lassen, genommen wird… dass es wundervolle Erinnerungen sind… die helfen, auch die kleinsten Details nicht zu vergessen.. Ich danke euch ihr lieben Eltern… Ich danke euch, dass ich eure kleine Maus kennenlernen durfte… Ich danke euch, dass ich sie hier zeigen darf… Ich habe eure kleine Greta-Matilda fest in mein Herz eingeschlossen und ich freue mich schon jetzt auf unser Wiedersehen.. Wenn ich Greta-Matildas Schestern kennen lernen darf… dann, wenn draußen wieder die Sonne scheint… und ich euch fotografieren darf.. <3

 

Ein Bericht der Eltern:

… der Tag an dem unsere kleine Greta-Matilda zu den Sternen gereist ist…

Unsere Erfahrungen mit der Organisation DEIN Sternenkind

Ihr Lieben.. heute habe ich von den lieben Eltern der kleinen Greta-Matilda ein paar Zeilen bekommen… Worte, die beschreiben, wie sie die Zeit, während die Fotos von ihrer kleinen Tochter gemacht wurden, erlebt haben.. Ich bin über diese Worte sehr dankbar…. ich hoffe, sie helfen anderen… sie helfen zu verstehen, warum überhaupt Fotos gemacht werden sollten… was wird gemacht.. wie läuft das Shooting ab… wie wichtig ist dies.. wie haben es die Eltern erlebt.. ihr lest viele Berichte aus meiner Sicht.. heute zeige ich euch mal einen aus Sicht der Eltern..

…nun waren wir also bei unserer kleinen Maus und unsere schwerste Entscheidung, sie gehen zu lassen, stand fest.

Der behandelnde Arzt sagte, es gäbe die Möglichkeit, eine Nottaufe durchzuführen. Wenn wir das gerne wollen würden, würde er der Klinik Pastorin Bescheid sagen. Das wollten wir gerne und so betrat die Pastorin kurz darauf das Zimmer. Nach dem ganzen Prozedere ging ich mit ihr in einen separaten Raum, um die Formalitäten abzuschließen. Als ich wieder zurück bei meiner Frau und Greta-Matilda war, verabschiedeten wir uns von unserem geliebten Engel und unsere kleine Tochter schlief auf dem Schoß meiner Frau friedlich ein. Meine Frau sagte mir anschließend, während ich mit der Pastorin weg war, hätte sie mit der Schwester gesprochen und nach der Möglichkeit gefragt, professionelle Fotos machen zu lassen. Sie hatte mal im Radio gehört, dass es so was geben soll, wusste aber nicht genau, wer das macht, zu welchen Konditionen und ob das auch hier im Universitätsklinikum möglich wäre. Die Schwester erkundigte sich, kam wieder und sagte, sie hätte alles in die Wege geleitet und ein Fotograf sei unterwegs. Nach einer halben Stunde öffnete sich die Türe und eine Frau betrat das Zimmer. Anhand ihrer Fotoausrüstung war zu ersehen, um wen es sich hier handelt. Sie hält kurz inne, begutachtet die Situation und kommt dann langsam näher. Sie stellte sich als Tanja vor, schaut dann auch zu Greta-Matilda und bekundete ihr Beileid. Tanja sagte, sie sei hier, um für uns Fotos von Greta-Matilda zu machen. Aber es bestünde keine Eile. Sie hätte alle Zeit der Welt und wir sollen ihr Bescheid geben, wenn wir so weit wären. Wir zogen Greta-Matilda um, die Schwester half uns dabei… Tanja fragte, was passiert sei und wir erzählten ihr von Greta-Matildas Reise.. Als wir begannen zu fotografieren, fragte sie uns, ob wir bestimmte Vorstellungen oder Wünsche hätten, oder ob sie einfach machen solle. Tanja war die ganze Zeit zurückhaltend, ging auf unsere Wünsche ein und unterbreitete auf Anfrage auch Vorschläge für schöne Motive. Sie ging ganz liebevoll mit unserer kleinen Maus um und hatte auch auch selbstgenähte Herzen dabei. Diese Herzen werden von ehrenamtlichen Näherinnen gemacht so erfuhren wir später. Greta-Matilda wurde mit solch einem Herzen fotografiert und dieses Herz blieb dann auch bei ihr. Wir bekamen ein identisches Herz von ihr geschenkt. Immer wenn wir jetzt dieses Herz anschauen, wissen wir, dass auch Greta-Matilda ein solches bei sich hat. Es gibt wahrscheinlich auch einige Menschen, die es sich nicht vorstellen können, ihr totes Kind fotografieren zu lassen. Es war nicht so wie man es vielleicht vermuten könnte, dass man komplett unter dem Kommando des Fotografen stand und dieser einem dann seinen Willen aufdrückt, sondern es wurde mit viel Einfühlungsvermögen, viel Zeit und ohne Stress gearbeitet. Tanja verabschiedete sich freundlich und wünschte uns für die kommende Zeit ganz viel Kraft.. dann verließ sie uns wieder. Ein erstes Vorab Foto erhielten wir bereits am selben Tag per E-Mail, mit dem Hinweis, dass sie in den kommenden Tagen alle Bilder bearbeitet und uns diese dann schnellstmöglich per Einschreiben zusendet. Es dauerte nur ein paar Tage und die bearbeiteten Bilder und eine DVD waren bei uns. So wunderschön diese Bilder auch sind, so sehr schmerzt es auch. Sie sich anzuschauen macht sie uns unendlich traurig. Man hadert mit sich, Gott und der Welt und wünscht sich, alles wäre gut gegangen. Das sie auf den Fotos tatsächlich nur schläft, gleich aufwacht und uns anlächelt. Momentan sind die Fotos deshalb auch im Schrank verschwunden. Dennoch sind wir sehr froh, sie gemacht zu haben und würden uns jedes mal wieder so entscheiden. Denn wir wissen, dass sie da sind und wir sie jederzeit betrachten können. Wir glauben ganz fest daran, dass sie uns helfen werden, die Trauer zu verarbeiten und Greta-Matilda niemals zu vergessen, auch wenn die Erinnerungen vielleicht irgendwann zu verblassen drohen. Sie wird immer in unserem Herzen sein, aber durch die Bilder können wir sie auch immer wieder als so hübsches Mädchen betrachten, wie sie auch war und sogar an Duft ihrer Haut erinnern. <3

Wir sind der Organisation Dein Sternenkind sehr dankbar für diese geschaffenen Erinnerungen und hoffen, dass sie in der Zukunft auch anderen betroffenen Familien solch schöne Fotos schenken können. Danke, dass es euch gibt.

… und ich danke euch ihr lieben Eltern für eure Worte…

 

 

 

Das Herzchen und seine Geschichte dazu…

Ihr Lieben.. heute war ein ganz besonderer Tag für mich… Ich habe mich mit den lieben Eltern der kleinen Greta-Matilda getroffen und ich durfte die drei Schwestern kennenlernen…  Was für tolle Mädels 

Wir haben uns an einem sonnigen Tag in diesem für alle so traurigen August verabredet… denn an so einem sonnigen Tag ist die kleine Greta-Matilda vor 12 Tagen ins Sternenland gereist… und mir war es eine Herzensangelegenheit den Eltern in diesem Monat ein paar „sonnige“ Momente zu ermöglichen… In Gedanken immer bei der Kleinen, die uns heute so ein tolles Wetter beschert hat…

Viele von euch haben meinen letzten Post gesehen und auch die Geschichte von Greta-Matilda gelesen… auf meiner Homepage seht ihr auf dem letzten Bild ein kleines Herz, welches sie in der Hand hält… Von diesem Herz möchte ich euch heute erzählen… es gibt viele ehrenamtliche Näherinnen, die Kleidung, Schlafsäckchen, Abschiedskörbchen und vieles mehr anfertigen und den Klinken zur Verfügung stellen… Das ist so schön, denn so sind die Kleinen eingekuschelt und die Eltern können Abschied nehmen… dann gibt es noch diese Herzen… oder Schmetterlinge… die gibt es immer in doppelter Ausführung, den eines verbleibt beim Baby.. für immer… und eines verbleibt bei den Eltern.. als Erinnerung.. als Verbindung.. denn sie wissen… ihr Baby hat genauso ein Herz bei sich  Ich habe auch Greta-Matilda mit dem Herzen fotografiert… und heute hat die liebe Familie dieses mit zum Shooting gebracht… auf dem Foto seht ihr die drei Hände der Schwestern… die liebevoll Greta-Matildas Herz, besser gesagt das Gegenstück dazu, in der Hand halten…

Für Eltern hat dies eine große Bedeutung, weil sie sich oft noch näher mit dem Kind verbunden fühlen.. wenn sie das Herz später in die Hand nehmen.. es streicheln…

Danke an alle Näherinnen, die dies ermöglichen 

Danke ihr Lieben, dass wir uns heute gesehen haben… das ich eure Mädels kennenlernen durfte… 

Teilen erwünscht. Ihr wisst ja warum ❤️😇❤️
DEIN Sternenkind

Sternenzauber & Frühchenwunder e.V.

 

 

… pass auf kleine Nica… gleich ist er bei dir oben … <3

Nica ist meine kleine Nichte. Nica ist heute vor 7 Jahren mit nur 8 Monaten ins Sternenland gereist… Nica hatte hier auf der Erde eine Aufgabe.. für die Mama <3 … und letztlich … mit ganz viel Abstand betrachtet… auch für mich <3 … denn ohne sie hätte ich mich niemals getraut, mich bei DEIN Sternenkind anzumelden..

Kleine Maus.. grüße die anderen Sternenkinder lieb von mir.. ganz besonders deinen Neffen Noah <3 – ihr versteht euch bestimmt prima da oben und du machst mit den anderen Kinder jede Menge Quatsch…

<3 … wir vermissen dich … <3

 

Die Runde Ecke
… dass mich mein erster Einsatz bei DEIN Sternenkind zu Mitgliedern meiner Familie führt, hat mir erstmal den Boden unter den Füssen weg gerissen… Es ist schon so lang her und noch immer so präsent… Bei Die Runde Ecke – Meine Geschichte. Live erzählt. hatte ich die Möglichkeit meine Geschichte zu erzählen.. wenn ihr Lust habt: Schaut sie euch an..

 

 

Ein Einsatz…

…das Telefon klingelt und ich sehe die Nummer des Krankenhauses..

.. es ist immer ungewiss, was mich erwartet, nachdem das Telefon geklingelt hat und ich zu einem Einsatz gerufen werde..

Das kleine Mädchen wurde in der 38. Schwangerschaftswoche still geboren.. das heißt, sie ist schon im Mutterleib verstorben.. Diese Information hatte ich, als ich mich auf den Weg ins Krankenhaus machte..

Für mich sind diese Einsätze immer besonders schwer..

Ich erinnerte mich, als ich in der 38. Woche mit unserem Sohn schwanger war.. alles war fertig.. das Kinderzimmer, der Kinderwagen stand bereit.. es konnte jederzeit „losgehen“ und bald würden wir unseren Sohn im Arm halten..

So auch haben diese Eltern die Zeit bis zu dieser Schocknachricht gedanklich durchgespielt.. Dann ist die Fruchtblase geplatzt und man freute sich auf die kommende Zeit.. Doch dann kam alles anders.. Als die Mama untersucht wurde, hat der Arzt keinen Herzschlag mehr hören können.. Panik.. Immer noch denkend: Der irrt sich.. gestern war noch alles ok.. gestern war sie beim Arzt zur Routineuntersuchung.. Doch leider irrte der Arzt sich nicht.. Die kleine Maus lebt nicht mehr… mittlerweile hatte die Mama schon wehen und nur kurze Zeit später hat sie ihre kleine, wunderhübsche Tochter zur Welt gebracht.. still… und es war alles still… die Eltern unter Schock – wie auch sollte man das verstehen..

..und keine 45 Minuten später war ich da..

… und dieses „Aufeinander treffen“ geht weit über das reine Fotografieren hinaus… Wir haben ganz viel geredet.. haben uns die kleine L. angeschaut.. Die Eltern haben mir alles erzählt.. unter Tränen.. unter Schock.. denn Begreifen konnten sie das alles natürlich nicht..

Und ich kann euch sagen.. mir zerreißt es mein Herz… Ich habe so sehr mitgelitten.. habe so sehr mitgefühlt..

Die beiden hatten eine superliebe Hebamme, die so toll mit der Situation umgegangen ist.. Sie hat die Kleine dann angezogen .. wir haben immer wieder geredet.. haben uns ihre kleinen Hände und die schon so großen Füße bestaunt..

Dann irgendwann nahm ich meine Kamera in die Hand und fing an zu fotografieren..

Die Eltern haben diese Zeit so toll „gemeistert“… Sie haben mit der Kleinen gekuschelt.. sie gestreichelt.. sie geküsst.. ich konnte bzw. durfte diese gemeinsame Zeit in Bildern festhalten.. Das Kennenlernen.. das Verabschieden.. wie soll man es nennen? Es ist beides.. sich jedes Detail einprägen.. so große Angst zu haben, zu vergessen… immer noch nicht begreifend, was da eigentlich gerade passiert ist.. Die Hebamme hat uns in dieser Zeit alleine gelassen.. hat den Eltern Zeit geschenkt.. hat immer wieder durch die Tür geluschert und sie leise wieder geschlossen.. im Wissen, dass die Eltern es gut meistern..
Ich habe mich dann irgendwann verabschiedet.. von den lieben Eltern.. von der so süßen kleinen L. habe ihr eine gute Reise gewünscht.. und den Eltern ganz viel Kraft für die kommende Zeit..
Mit einem Kloß im Hals habe nun ich die Zimmertür von außen geschlossen.. mich noch lange mit der Hebamme unterhalten..

…aber wissend, dass es so wertvoll war, dass wir da waren.. wir von DEIN STERNENKIND …

… Kleine L. …du bist mittlerweile im Sternenland angekommen… und ich weißt, dass du von da oben auf deine Eltern aufpassen wirst.. Sie werden es schaffen.. sie sind so stark…

Danke, dass ich dich kennenlernen durfte

 

 

 

 

Ein paar Gedanken zu meinem „Einsatz“

…es ist manchmal beängstigend.. gerade heute habe ich mit meiner Schwägerin gesprochen, dass es ruhig ist in dem Krankenhaus, in dem sie arbeitet… das wir seit längerem keine Anforderung mehr hatten… Zum Glück ist kein Kind dort in den letzten Wochen zu den Sternen geflogen… jedenfalls wurden wir nicht gerufen.. und keine 5 Stunden später klingelte mein Telefon..
Die Eltern wüssten nicht, ob sie Bilder wollen… trauen sich auch nicht, dass Baby anzuschauen.. Ich sagte der Hebamme und sie stimmte mir zu: Gerade in dieser Situation sind die Bilder so wichtig.. für später.. in ein paar Tagen.. in wenigen Monaten.. oder erst in ein paar Jahren..
Sie sprach nochmal mit den Eltern und sie stimmten zu… ja.. Bilder sind doch ok.. und ich machte mich sofort auf den Weg..
Und was soll ich euch sagen… Ich sah ein so wunderhübsches Baby und mein erster Gedanke war: Die Eltern müssen sich ihr kleines Baby ansehen.. müssen den Mut finden, diesen für sie großen Schritt zu gehen.. so viele haben Angst davor, ihr verstorbenes Kind zu betrachten.. so verständlich sind diese Gedanken.. und doch hoffte ich, sie finden den Mut.. Ich habe erst mal mit der Hebamme zusammen das kleine Sternenkind in ein Schlafsäckchen gelegt und es fotografiert.. die schon so großen Füße… die kleinen Hände.. ganz liebevoll hat es ein kleines Herz aus Stoff auf seinem Bauch „festgehalten“… und dann habe ich meinen Mut zusammen genommen und mit den Eltern gesprochen… Diese Zeit ist so sensibel und ich bin eine total fremde Person für die Eltern.. Ich habe ihnen erzählt, wer ich bin.. das ich ihr Baby gerade fotografiert habe.. ich habe von ihrem so wunderschönen Baby erzählt.. dass es so friedlich aussieht.. habe ein erstes Foto auf der Kamera gezeigt.. und ich war so berührt, dass der Papa sich getraut hat, es anzuschauen.. es sogar zu berühren…
Nun sitze ich hier am Rechner.. schaue mir die Bilder an und hoffe so sehr, dass auch die Mama die Kraft findet, ihr kleines Baby anzusehen.. sich von ihm zu verabschieden…
..und auch wenn sie die Kraft nicht aufbringen kann.. sie werden wundervolle Erinnerungen von ihrem kleinen Sternenkind erhalten.. einen „Beweis“ zu haben, dass es da war.. ihr kleines Baby.. und ich hoffe so sehr, dass die Bilder ihnen helfen, das Geschehende zu verarbeiten..
Ihr Lieben.. wie immer ist nach so einen Einsatz an Schlaf erst einmal nicht zu denken.. meine Gedanken sind noch im KH und bei den Eltern… aber solltet ihr in welcher Weise auch immer Kontakt zu Betroffenen haben.. ermutigt sie zu diesem manchmal so großen Schritt.. und berichtet von uns.. von uns Fotografen von DEIN Sternenkind.. Ihr könnt uns immer und überall anfordern..
Wie immer: Teilt diesen Beitrag gerne, wenn ihr mögt..
Habt eine gute Nacht
Eure Tanja

 

hr Lieben.. heute in den Kieler Nachrichten erschien der erste Artikel aus dem Interview von Donnerstag bei R.SH <3
Wir freuen uns wirklich sehr, dass uns so viele liebe Menschen helfen, dieses Thema noch bekannter zu machen.. Danke R.SH, Danke Kieler Nachrichten… Danke an die Krankhäuser, ohne euch wüssten viele Betroffene nichts von dieser Möglichkeit, Danke ihr lieben Mitleser hier.. ihr helft mit euren Beiträgen, mit dem teilen der geposteten Artikel so sehr.


Ich bin überwältigt.. was für ein Tag… Danke R.SH

Ich habe bei dem Radiosender R.SH eine Wunschrechnung eingereicht. Ein Wünschi für DEIN STERNENKIND .. und heute morgen wurde diese Rechnung gezogen und uns somit sage und schreibe 2.000,-EUR für unsere Arbeit zur Verfügung gestellt.. wow.. ich kann es noch immer gar nicht glauben..

Mich haben so viele Anrufe und Nachrichten erreicht.. Danke, Danke, Danke.. an jeden einzelnen von euch… Danke, dass ich mich so doll unterstützt habt..
In dem Video hört ihr die drei Ausschnitte des Interviews mit R.SH – unsere Arbeit ist so wichtig und wir freuen uns so sehr, dass dies dadurch noch bekannter gemacht wurde.. Wir sind in Kiel zur Zeit 4 Fotografinnen und alle mit so viel Herzblut und Engagement dabei.. Wir konnten in der Vergangenheit jeder Anforderung gerecht werden, haben uns auf kurzem Weg organisiert und einen Zeitplan erstellt.. wer kann wann, was übernehmen.. Silke Win Rea Papke und Anne Juka…. wir sind ein super Team <3
Ich möchte mich hiermit auch nochmal für den tollen Einsatz der Hebammen, der Schwestern und der Ärzte der Krankenhäuser bedanken… Ein dickes Dankeschön geht nochmal an das UKSH in Kiel.. Ihr legt den Eltern diese Möglichkeit so sehr ans Herz und fordert uns immer an.. das ist wirklich toll… Auch in Rendsburg sind wir jetzt schon einige Male gewesen und es freut uns besonders, dass nun auch das Städtische KH in Kiel mit an Bord ist und uns für diese doch so besonderen Einsätze anfordert.. Ihr alle seid die Schnittstelle zwischen den Eltern und uns.. Ohne euch wären nur wenige Einsätze zustande gekommen.. Wir danken euch von Herzen…

… Gefühlschaos.. keine Chance jetzt an Schlaf zu denken…

Mir hilft es, meine Gedanken und Gefühle nieder zu schreiben… und das muss ich jetzt einfach tun…

Heute bin ich zu einem meiner emotional schwersten Einsätze gefahren…
Die liebe Silke war vor 3 Tagen zu einem ganz besonderen Einsatz gerufen worden.. einem Einsatz, der uns alle gedanklich sehr beschäftigt hat.. eine Zwillingsgeburt, bei dem der Eine gehen musste… der Andere gekämpft hat… die Eltern zwischen Trauer und Hoffnung.. zwischen Verzweiflung und Angst.. immer getragen von dem Gedanken.. er wird es schaffen..

Leider hat auch der Kleine den Kampf heute verloren…

… die liebe Silke, die schon einen so engen Kontakt zu den so lieben Eltern aufgebaut hat, ist zur Zeit leider nicht im Lande.. so durfte ich heute den Eltern die Erinnerungsbilder schenken… Ich weiß, wie gerne du den Eltern in dieser so schweren Zeit beiseite gestanden hättest..

… dieser Einsatz hat mich so sehr an meinen allerersten Einsatz erinnert.. Seit gestern Abend wusste ich, dass dieser Zeitpunkt kommen wird, weil es für den Kleinen keine Chance geben wird.. nur man wusste nicht, wann es sein wird.. die Nacht war unruhig, den jederzeit hätte das Telefon klingeln können.. wie schon oben beschrieben, arbeiten wir Sternenkindfotografen wirklich ganz eng zusammen so war ich schon emotional stark eingebunden.. wir haben so sehr gehofft, dass der Kleine es schaffen wird.. Und dann kam die Nachricht.. der Kleine hat seine große letzte Reise angetreten … sich auf den Weg zu seinem Bruder gemacht.. die Eltern würden sich melden, wenn der richtige Zeitpunkt gekommen sei, dass ich losfahren kann… 2 Stunden.. immer wieder der Blick auf’s Handy.. ich war in diesen 2 Stunden innerlich so aufgewühlt und mit meinen Gedanken bei der Familie.. die Fahrt zur Klinik.. auch da schlug mein Herz bis zum Hals.. ich weiß nicht warum, ich glaube einfach, weil wir alle so sehr mitgefiebert haben.. so sehr mit der Familie mitfühlen.. so sehr gehofft haben..

.. und dann durfte ich mit der lieben Familie den Raum betreten, in dem der Kleine friedlich in seinem Abschiedskorb lag.. so ein wunderhübsches kleines Wesen.. perfekt bis ins kleinste Detail… und plötzlich war meine Anspannung weg.. komisch mögt ihr denken, denn das sollte die schwerste Phase sein.. aber die so tapferen, lieben Eltern.. dieses kleine perfekte Wesen.. all das schien mir Kraft gegeben zu haben…

.. und nun habe ich die Bilder gesichert…. doppelt und dreifach.. damit auch ja nix verloren gehen kann..

…nun werde ich versuchen Schlaf zu finden.. um mich morgen gestärkt an die Bearbeitung der Bilder zu setzen..

Ich danke euch für’s Zuhören ..

 

 

 

 

 

www.dein-sternenkind.eu

Der Moment, wenn das Handy klingelt und ich die Telefonnummer der Klinik sehe… Es sind gemischte Gefühle, die mich dann begleiten.. auf der einen Seite denke ich: oh nein.. schon wieder… ☹ Auf der anderen Seite freue ich mich so sehr, dass unser Angebot dort von dem Mitarbeitern der Station so toll weitergetragen wird.. das sie den Eltern sagen, dass es uns gibt.. uns Fotografen von Dein Sternenkind.

Die Autofahrt in die Klinik verläuft „normal“, wenn ich aber den Kreißsaal betrete, dann fühle ich so sehr mit den Eltern.. die mit der schwersten Aufgabe ihres Lebens konfrontiert wurden… Ihr kleines Baby gehen zu lassen.. Abschied zu nehmen, obwohl man sich noch gar nicht kennengelernt hat..

… und dann sieht man ihn.. Der Moment war so innig.. so ruhig.. so berührend.. man sieht ihn, den kleinen Engel, der bald seine erste und letzte große Reise antreten wird.. so klein… und so perfekt.. schaut aus, als würde er schlafen.. er liegt in einem kleinen Abschiedskörbchen bei Mama im Arm.. sie streichelt ihm sanft über die Wange.. eine Träne rinnt aus ihrem Auge und sie flüstert zu mir: das ist Fynn.. mein kleiner Engel… gestern war noch alles gut.. ich verstehe es nicht..
.. wie soll man das auch verstehen.. ich fühle so sehr mit mit der Mama.. Wir reden ganz lange, bis ich irgendwann meine Kamera in die Hand nehme und anfange zu fotografieren.. Komisch.. aber durch den Blick durch die Kamera entsteht ein kleiner Abstand.. vielleicht ist es auch die Konzentration, alles muss perfekt sein.. es gibt nur diesen einen Moment.. wir reden wieder.. sie erzählt mir von Fynn.. sie erzählt mir, was passiert ist..

Später verabschiede ich mich mit einem Kloß im Herzen..

… und zu Hause… zu Hause bin ich so froh darüber, dass man uns gerufen hat.. das ich der lieben Mama von Fynn Abschiedsbilder schenken konnte.. Erinnerungen, an ihren kleinen Engel.. Ein Beweis, dass er da war..

Gute Reise kleiner Fynn…. <3 Danke, dass ich dich kennenlernen durfte…

Wie immer: Teilt den Beitrag gerne, damit wir gemeinsam diese Möglichkeit verbreiten… denn noch immer wissen so viele nichts von unserem Angebot.
Infos unter: www.dein-sternenkind.eu

 

 

 

 

Die liebe Bea von Tollabea ( www.tollabea.de) hat diese Interview veröffentlicht.. Danke Bea, dass du hilfst, dieses Tabuthema zu brechen …

„Das Problem ist, dass der Tod in unserer Gesellschaft immer noch ein Tabuthema ist, gerade, wenn es Kinder betrifft. Da wird eher geschwiegen und gedacht oder sogar gesagt: „Ach – beim nächsten Mal klappt es schon“. Wenn diese Menschen dann noch hören, dass von dem verstorbenen Baby Fotos gemacht werden, sind diese oft richtig schockiert…. Viele finden den Gedanken abstoßend…. Ich glaube, sie waren nie in der Situation und können dies somit auch nicht objektiv beurteilen. Eine Erinnerung an das gemeinsame Kind zu haben, die sich nicht nur im Kopf befindet ist für viele so wichtig. Es gibt nur diese eine Chance, diese festzuhalten.. Bevor der kleine Engel seine letzte große Reise antritt.“

Ich habe die wunderbare Tanja von Rohden Fotografie interviewt, die fürDEIN Sternenkind fotografiert:

Tollabea

 

Amanda

Der Alarm kam gleich morgens um 7 Uhr..

Ein Drillingsfrühgeborenes in der 33 Schwangerschaftswoche wird wahrscheinlich im Laufe des Vormittags versterben. Das Mädchen ist heute 8 Tage alt. Amanda Viktoria.

Welch’ schöner Name..   so schwere Stunden für die Eltern..

Ich rief in der Klink an.. Dort sagte man mir, dass Amanda vor 5 min. eingeschlafen ist.. Ich sprach mich im Forum mit meinen Kollegen ab, ich hatte in der Früh noch einen Termin. Ich konnte ab Mittags übernehmen, meine Kollegin Silke hätte auch ab Mittags gekonnt. Da ich mit meinem Termin schneller fertig war als gedacht, meldete ich mich im Forum, dass ich übernehme und direkt losfahre.  Gedanken an meinen vorherigen Drillingseinsatz gingen mir auf der Fahrt ins Krankenhaus durch den Kopf.. Auch hier hatte es einer der Drei nicht geschafft.. nun schon wieder…

Die liebe Schwester der NEO Intensivstation empfing mich und wir betraten gemeinsam das Zimmer.. da lag sie nun in dem kleinen Bettchen.. sah aus, als würde sie schlafen.. Die Eltern seien im Elternzimmer sagte man mir.. der große Bruder ist auch hier.. er hat die kleine Amanda noch nicht gesehen.. er traute sich nicht.. Nur zu gut konnte ich das verstehen.. Carl ist 8 Jahre alt.. versteht das Wort „Tod“ natürlich.. aber für ein Kind so schwer greifbar.. beide Eltern am Boden zerstört.. Alleine, wenn Eltern viel weinen.. Kinder verstehen es oft nicht, da sie uns Eltern ja in der Regel nicht so erleben..

Den lieben Eltern wurde Bescheid gesagt, dass ich da bin.. und so kamen sie kurze Zeit später ins Zimmer.. mit dem großen Bruder.. der ganz zögerlich zum Bettchen ging.. Er schaut Amanda an.. ich hatte das Gefühl, er wusste nicht wohin mit seinen Gefühlen.. wie auch.. er war von Unsicherheit gezeichnet.. Die Eltern wichen ihm nicht von der Seite.. der Mama liefen Tränchen.. sie streichelte Amanda zart.. hob sie aus dem Bettchen und setzte sich mit ihr auf den Stuhl..

Auch dem Papa liefen die Tränen und er streichelte Carl.. Ich fragte Carl, ob er auch mit auf ein Foto mit seiner Schwester möchte.. Er schüttelte ganz leicht den Kopf.. kaum erkennbar.. Worte konnte er nicht sagen.. Der Papa fragte ihn, ob er zurück ins Wartezimmer möchte.. er nickte.. Carl schaute Amanda an.. streckte seine Hand in ihre Richtung und berührte sie mit einem Finger.. Ich war so gerührt von dieser Situation.. damit habe ich überhaupt nicht gerechnet.. Das er den Mut aufbringen konnte, die Kleine zu berühren.. Ich musste auch eine kleine Tränen wegdrücken und dann nahm ich meine Kamera in die Hand.. Leider zu spät um diese Situation einzufangen.. Carl ging aus dem Zimmer.. Ich war sehr traurig, dass ich nicht schon vorher „bereit“ stand.. aber manchmal brauchen auch wir Fotografen einen Moment, um zu verstehen.. um uns zu sammeln.. Ich fand es aber so mutig von Carl.. er wird sich sicher für immer an diesen Moment erinnern..

Wir fingen an, Familienbilder zu machen.. der Papa fand kaum die Kraft dazu.. Beide Eltern konnten nicht glauben, was da passiert war.. viel zu plötzlich und schnell ging alles..

Was war überhaupt passiert? Die Mama berichtet mir: Warum alles so kam kann uns bis heute niemand sagen.
Wir haben eine traumhafte Vorzeigeschwangerschaft gelebt: keine Beschwerden, kein Liegen, kein Schongang. Ganz im Gegenteil, ich habe mein Leben normal weitergelebt und sogar mein nicht gerade sanftes FitnessTraining bis zum letzten Tag absolviert. Woche für Woche haben wir gehofft es bis über die 30 zu schaffen, dann war 32 das Ziel und mit 33+0 waren wir unsagbar glücklich weil die Drei nicht mal mehr Extremfrühchen waren. In der 34.SSW bei 33+3 hatte Elisabeth scheinbar keine Lust mehr und nach einem Blasensprung am späten Abend wurden unsere drei Musketiere am 26.6. um 1:46 Elisabeth , 1:47 Amanda und um 1:48 Richard geboren. Sie waren allesamt gesund und munter, hatten mit 1700-1800 g ein tolles Gewicht und beste Voraussetzungen. Die Ärzte waren zufrieden und sehr stolz auf uns weil die vollendete 33.SSW doch schon viel für Drillinge ist.

Niemand ahnte, dass das Schicksal einen so traurigen Plan hatte und das Blatt wenden würde. Speziell nachdem wir so weit gekommen waren!

Was genau passiert ist….wenn wir das nur wüssten. Ich wurde am Montag aus der Behandlung entlassen, unsere drei Musketiere waren allesamt keine Intensivfälle mehr und ich hätte mit gutem Gewissen gehen können. Aber irgend etwas war komisch, da war so ein Gefühl…. Direkt Dienstagmorgen erhielten wir den Anruf, dass Amanda operiert werden müsste, dringend. Wir sind natürlich sofort losgefahren und haben uns alles genau erklären lassen. Es hieß, sie habe einen festen Bauch und würde grau werden, der genaue Grund läge wohl im Verdauungstrakt und kann nur beim Hineinschauen in den Bauch lokalisiert werden. Wir haben ihr gerade noch rechtzeitig auf dem Weg in den OP viel Kraft wünschen können, lag sie doch schon vorbereitet im Transportinkubator.

Jan musste dann los, Carl von der Schule abholen und das Wichtigste im Büro erledigen während ich blieb. Am frühen Nachmittag die Nachricht, dass Amanda die OP gut überstanden hat, sie stabil ist und „nur“ ein Teil des Dickdarms entfernt werden musste. Sie wird also höchstwahrscheinlich keinerlei Beeinträchtigung in ihrem späteren Leben haben werden und es wäre auch noch soviel Darm vorhanden um den künstlichen Ausgang wieder zurück verlegen zu können. Welch gute Nachricht in diesen angstvollen Stunden. Jan und Carl holten mich an späten Nachmittag ab und wir gingen mit guter Hoffnung, dass unser kleines Mädchen ihrem Namen alle Ehre macht und kämpft.

Als wir am späten Abend anriefen um uns nach ihr zu erkundigen, entschuldigte sich der Arzt dass er sich bisher nicht melden konnte, aber er hätte die letzten 2 Stunden um ihren Kreislauf gekämpft. Er hätte sie wohl aber abgefangen und man müsste nun schauen. Die nächsten Stunden bangten und zitterten wir, an Schlaf nicht zu denken. Gegen 4 Uhr dann der alles verändernde Anruf….wir sollten uns auf den Weg machen…..Wir wussten was das hieß… In der Klinik angekommen, erzählte uns der Arzt, dass Amandas Organe nach und nach versagten und man nicht sagen könne, wie lange ihr nun noch bliebe….es könnten Stunden sein aber auch nur noch Minuten. Wir waren bei ihr, hielten ihre Hand und streichelten sie bis ihr Herz um kurz vor 7 Uhr aufhörte zu schlagen.

… und um kurz nach 7 Uhr rief ich in der Klinik an… nichts ahnend, was die liebe Familie gerade durchgemacht hat..

Die Mama wünschte sich noch Bilder von ihr und Amanda.. ich erfüllte ihr diesen Wunsch..

… was mich besonders berührt hat, war die Situation mit Amandas großen Bruder Carl und auch folgende.. Als Amanda in ihrem Bettchen lag, machten wir u. a. auch Bilder von ihren kleinen Füßen und ihren Händen.. Ich legte Amandas Hand auf die Hand der Mama.. die Hand vom Papa dazu.. als wir fertig waren, nahm der Papa sein Hand weg.. Amandas Mama aber konnte die Hand nicht lösen.. sie beugte sich über ihre Tochter.. streichelte sie sanft.. bewegte sich kaum.. nur ihre Finger streichelten leicht und sanft den Kopf.. immer wieder tropften Tränen herunter.. diese Stille.. diesen Schmerz.. noch immer kann ich ihn in mir fühlen..

Eine kleine Ewigkeit hat es gedauert.. ich gab der Mama alle Zeit, die sie brauchte.. alle Zeit der Welt würde zu wenig sein.. das wusste ich.. und während ich das hier schreibe, kullert mir erneut eine Träne runter.. noch immer fühle ich diese Situation so doll..

Später verabschiedete ich mich.. sagte den Eltern, dass sie sich soviel Zeit nehmen sollen, wie sie brauchen.. Im Wissen, dass die Station es möglich macht.. Dieser liebevolle Umgang mit den Sternenkindern im UKSH Kiel berührt mich jedesmal aufs Neue.. Danke ihr Lieben.. ich glaube, ihr wisst gar nicht, was es den Eltern bedeutet.. auch wenn sie es in diesem Moment gar nicht realisieren können..

Heute ist dieser Einsatz über 8 Wochen her.. seitdem bin ich mit der Mama im Kontakt..

Nachdem die Eltern meinen Umschlag mit den Bildern, mit dem Buch für Carl und einem Brief von mir erhalten haben, schrieb die Mama:

Zu allererst möchte ich dir noch einmal für dein Dasein danken! DU hast uns Erinnerungen geschenkt, die uns niemand mehr nehmen kann und warst dabei so rührend und liebevoll. Wir wissen, dass solch traurige Schicksale auch an dir nicht vorüber gehen und es ist phantastisch, dass es Menschen wie dich gibt <3
Der Umschlag ist gestern angekommen und wir haben ihn auch schon geöffnet….alles so liebe- und würdevoll, dass mir schon wieder die Tränen kommen. Derzeit schaffen wir es noch nicht uns Amandas Bilder anzusehen, aber es ist gut zu wissen, dass wir dies jederzeit tun können – dank dir!
Das Bild, das du mir geschickt hast ist wundervoll! Ich weiß gar nicht, wie ich dafür danken kann. Worte reichen kaum aus um zu beschreiben, wie sehr wir die Mühe und Arbeit, das Engagement und der Wunsch uns Gutes zu tun von uns geschätzt werden.

Tausend Dank für alles <3

Darum tun wir das.. es ist so wichtig, dieses Bilder zu haben ihr Lieben.. und auch wenn sie noch lange im Umschlag liegen.. Es ist so wichtig, diese Erinnerungen einzufangen.. für sofort.. für in ein paar Tagen.. für in ein paar Wochen.. oder gar Jahren.. wenn der Wunsch kommt, sie anzusehen.. dann sind sie greifbar nah..

Liebe Tanja,

heute habe ich mir das erste Foto unserer Amanda angesehen – sie ist so wunderschön gewesen und ich bin dir aus tiefstem Herzen dankbar, dass du uns diese Erinnerung an sie geschenkt hast!

… so viel Kraft wird es gekostet haben.. Ihr lieben.. ich denke noch oft an euch.. und als ich vor ein paar Tagen auf Station war, hab ich gefragt, ob ihr da seid.. leider nicht.. wir hatten uns gerade verpasst.. gerne hätte ich euch nochmal gedrückt.. und euch gesagt, wie sehr ich euch wünsche, dass ihr eure Zwei ganz bald mit nach Hause nehmen dürft..

Vor 4 Wochen schrieb sie mir:

Es ist so unfassbar, ungreifbar, unveränderlich. Genau heute ist es einen Monat her, dass
sie uns verließ. Der Schmerz, die Trauer und die Ungerechtigkeit des Schicksals holt uns immer wieder ein – ganz unverhofft, wann immer das Leben es will.

Gestern las ich einen Spruch:

Es geht nicht ums Leben, sondern ums Überleben. Genau das ist es gerade!

 

.. ja.. so sehr kann ich das nachempfinden.. besonders schwer fällt den Eltern der tägliche Besuch von Richard und Elisabeth.. auf der einen Seite die Freude auf die Kindern.. die Angst, die sie begleitet.. das Klingeln auf Station.. die Gewissheit, dass nur noch zwei ihrer Babys auf sie warten.. jedes Klingeln an der Tür kostet Kraft uns Überwindung und immer ist die Erinnerung dabei….

In den letzten Tagen durften die lieben Eltern endlich Amandas Geschwister nach Hause holen.. Ich freue mich so sehr mit ihnen.. Mittlerweile weiß man auch, warum sie gestorben ist.. es gibt die Gewissheit, dass keiner etwas tun konnte.. Die Ärzte haben alles getan, was möglich war.. Amanda hatte bei der Reise ins Sternenland keine Schmerzen.. der Gedanke ist ein wenig tröstlich..

Ich danke euch, dass ich eure wunderhübsche Tochter Amanda kennenlernen durfte..

Amanda bedeutet, die, die geliebt werden muss.. und ich glaube, sie wird auch immer einen Platz im Herzen ihrer Geschwister haben, auch wenn sie sich nicht an sie erinnern können.. Ich glaube, besonders Elisabeth wird eine ganz besondere Verbindung zu ihrer Schwester haben.. und ich bin mir sicher, dass die Bilder von ihr beiden Geschwistern eine greifbare Erinnerung geben werden.

<3

Sternenkind Titus

Titus

 

 

Die Alarmierung kam am späten Abend.. Titus. 8 Tage alt.

Ich las: Die Eltern wünschen Fotos vor dem möglichem Versterben des Kindes.

Ich rief in der Klinik an und erfuhr, dass der Kleine zur Zeit beatmet wird, sein Zustand im Moment stabil sei. Man weiß nicht, ob die große Schwester mit dabei sein soll.. Die Eltern haben gerade die Klinik verlassen…

Am nächsten Tag bin ich nach Rücksprache mit der Klinik in die Uni gefahren. Der kleine Titus lag im Inkubator, allerdings wurde er nicht gewärmt, sondern gekühlt.. Er bekommt immer wieder Fieber erfahre ich.. Der arme kleine Kerl…

Was war passiert?

Die Mama berichtet:

„Es gab nie Probleme während der Schwangerschaft. Ich machte mir gegen Ende der Schwangerschaft ein wenig Sorgen weil ich deutlich runder war als bei unserer Tochter, als ich den Arzt beim letzten großen Ultraschall in der 34.SSW fragte, ob er denn irgendwie übermäßig groß wäre, da meinte der nur: „Dass das kein winziges Baby wird, das sieht man schon am Bauch, aber Gewichtsprognosen, ermessen am Ultraschall Bild sind eh immer sehr ungenau und deswegen mache er das gar nicht. Zwei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin stellten wir uns in der Klinik vor, die Ärztin dort schätzte ihn auf 3800g. Ich dachte mir, dass sind 300g mehr als Talina das kriegen wir schon hin, ist ja das zweite Kind, die flutschen doch so raus.

Aus dem Grund habe ich mich auch für die Klinik hier vor Ort entschieden.. Hätte ich gewusst, was passiert.. ich wäre gleich ins UKSH gefahren.

Woche nach dem errechneten Stichtag ging es denn endlich los. Vorher waren wir schon 2x mit Fehlalarm in der Klinik gewesen und konnten wieder nach Hause fahren. Ich war so froh und konnte es kaum erwarten. Ich hatte wirklich genug von den Wassereinlagerungen in meinen einst schlanken Füßen und Beinen. Von dem überdimensionalen Bauch ganz zu schweigen. Ich war motiviert, hielt die Schmerzen auch erst gut aus und als die Schmerzen zu stark wurden bekam ich eine PDA und alles war gut.

Ich war bereit.

Die Presswehen setzten ein und ich gab mein bestes, aber als sein Kopf endlich draußen war passierte trotz all meinen Bemühungen nix mehr. Er steckte mit der Schulter fest und wollte einfach nicht raus kommen.

Schulterdystokie ein seltener Notfall während einer Geburt.

Ich habe noch nie davon gehört, war nur fassungslos, das schon wieder eine Geburt so schwierig für uns wird. Die große Schwester kam vor 3 Jahren mit der Nabelschnur um den Hals auf die Welt. Sie musste direkt nach der Geburt versorgt werden, Papa durfte nicht mal die Nabelschnur durchschneiden, es musste schnell gehen. Sie musste die Nacht in einer anderen Klinik auf der Intensivstation verbringen. Jetzt 3 ganze Jahre später das gleiche Szenario. Nachdem die Hebamme inklusive Oberarzt gerissen und gezogen hatten war er endlich draußen.

Stille.

Wieder kein Schreien, wieder durfte Papa nicht die Nabelschnur durchschneiden. Ich brach in Tränen aus, das konnte doch nicht schon wieder passieren.

Aber von Titus kam auch nach Minuten kein Ton.

Sie belebten ihn wieder. Erfolgreich. Doch auch er musste verlegt werden auf die Intensivstation ins UKSH Kiel. Ich blieb in der anderen Klinik. So war ich nah zu Hause.. aber so weit weg von meinem Baby. Es zerriss mir das Herz. .

Doch auch er musste verlegt werden auf die Intensivstation ins UKSH Kiel. Wieder die erste Nacht als Mama und Papa ohne Baby. Am nächsten Tag konnte Papa diesmal allerdings nicht los und Titus abholen, weil alles wieder gut war wie bei der großen Schwester. Nein. Titus konnte nicht nach Hause. Ich wurde aus der Klinik entlassen und in der Uni in Kiel bei meinem Sohn wieder aufgenommen. Wir sprachen mit dem Arzt der uns sagte, dass Titus unter der Geburt gute 15min nicht mit Sauerstoff versorgt worden ist und sie ihn nun auf der Intensivstation in einen komatösen Zustand versetzt und auf 33,5 Grad Celsius Körpertemperatur runter gekühlt haben. Das beste, was man machen kann um den Gehirnschaden nicht zu verschlimmern und dem Gehirn die Möglichkeit zu geben, sich so weit es geht zu regenerieren. In 72 Stunden würden sie ihn langsam erwärmen, dann wissen sie mehr. Momentan sei keine Prognose möglich, man müsse gucken, wie es ist, wenn er wach ist.

Ein Schlag ins Gesicht – aber ich blieb positiv. Meine Gedanken: Er wird bestimmt nur ein bisschen Ergotherapie brauchen in seinem Leben. Vielleicht irgendwann ein bisschen Sprachförderung, was soll schon schlimmes passiert sein. Montag waren die 72 Stunden um, unser Kind war warm. Ich werde nie vergessen, wie der Arzt zu mir kam um mir zu sagen, dass sich an seiner Gehirnaktivität leider nix getan hat. Es ist kaum was da, er hatte gehofft es würde mehr werden, aber das ist es leider nicht. Man könnte nochmal abwarten, bis die Sedierung aus seinem Körper raus war, aber wir müssen uns darauf vorbereiten, dass Titus niemals aufwachen wird und es nicht gut für ihn aussieht.

Unsere Welt brach zusammen. Das konnte doch nicht sein. Mein gesundes Kind doch nicht. Es war doch die ganze Schwangerschaft alles in Ordnung gewesen. Ich wollte entlassen werden, ich konnte nicht mehr im Krankenhaus bleiben. Wir besuchten ihn gleich am nächsten Tag. Er lag immer noch da.. beatmet, an Kabeln und Schläuchen – alles unverändert. Abends fuhren wir nochmal zu ihm. Der schlimmste Tag bis dahin. Er hatte einen sehr hohen Puls, 40 Fieber. Sein Blutdruck schoss auch in die Höhe und der Druck in seinem Gehirn war auch zu hoch. Er litt, man sah es ihm an, obwohl er sich nicht bewegte oder Geräusche von sich gab.

Dienstagabend dachte ich, ich würde ihn verlieren. Papa und ich weinten, ich hatte ihn noch nicht mal auf dem Arm gehabt. Die Nachtschwester meinte, es wäre kein Problem wenn ich ihn halten möchte, dann dürfte ich das. Sein Arzt kam trotz der späten Stunde auch noch, um mit uns zu reden.Alle im UKSH kümmerten sich toll um uns. Wir fühlen uns gut aufgehoben und wusste: Alles, was möglich ist, wird für Titus getan.. Trotzdem: Das alles sorgte nur dafür, dass ich mir mittlerweile sicher war mein Kind würde diese Nacht noch sterben. Trotzdem fuhren wir irgendwann nach Hause und hofften, dass die Klinik nicht anrufen würde. Der Anruf kam nicht. Am nächsten Tag war alles wieder beim alten und wir schöpften neue Hoffnung. Wenn er das schaffte, konnte er sich auch ganz zurück ins Leben kämpfen. Die Ärzte wollten ein großes EEG mit mehr Ableitungen machen. Zusätzlich zur Dauerüberwachung um zu sehen ob nicht doch etwas in seinem kleinen Kopf funktioniert.

Wir besuchten ihn jeden Tag 2 Mal. Einmal Vormittags und einmal Abends, wenn die große Schwester im Bett war. Ich redete mir ein, meine Mutterliebe würde schon helfen.

Als wir das Ergebnis vom EEG bekamen wusste ich, dass meine Liebe leider nicht half. Titus zeigte auch da kaum Ausschläge und man muss davon ausgehen, dass er sich niemals entwickeln wird und für immer auf Kabel und Schläuche angewiesen ist.
Mein Herz zerbrach in 1 Millionen Teile. Warum wir? Warum ausgerechnet mein Kind? Der große 4,7kg schwere Titus, der so fehl am Platz ist auf einer Intensivstation voller Frühchen.
Sein Arzt schlug vor Anfang der nächsten Woche noch ein MRT zu machen, damit wäre denn alles an Diagnostik für ihn ausgeschöpft. Wir wussten alle, es würde nix an seinem Schicksal ändern.. aber auch ich brauchte dieses MRT für das Gefühl alles getan zu haben“.
An diesem Abend kam der Alarm und ich telefonierte mit der Klinik. Titus war zu dem Zeitpunkt 8 Tage alt.

Als ich am nächsten Tag im Krankenhaus ankam begrüßten mich die Schwestern ganz lieb.. Man kennt sich halt.. Viel zu oft sind wir dort.. Ich betrat das Zimmer in dem Titus lag. Er schlief in seinem „Bettchen“ und seine Eltern schauten ihn an.. Wir begrüßten uns und ich sagte ihnen, wer ich bin.

Da lag er nun.. der kleine große Titus. Von oben bis unten verkabelt.. Er hatte ganz viel dunkle Haare, das ist mir als erstes aufgefallen. Ich begann sein Gesicht zu fotografieren.. die Hände.. die Füsse.. Titus reagierte teilweise auf unsere Berührungen.. Die Eltern wünschten sich Kuschelbilder und zu zweit hoben die Schwestern ihn langsam auf den Arm der Mama. So viele Kabel mussten gesichert werden.. Es dauerte etwas, bis eine für Titus gute Position gefunden werden konnte.. er wurde ja weiter beatmet.. alle Schläuche blieben natürlich dran.. der Papa küsste ihn sanft.. die Mama streichelte ihn.. ich hielt alles in Bildern fest..

Die Mama berichtete mir vom bevorstehenden MRT… Sie muss – wie sie schon oben geschrieben hat – das Gefühl haben auch wirklich alles getan zu haben.. möchte sicher gehen.. und wie befürchtet, bestätigte das MRT die Diagnose.. Sein Großhirn hat einen zu großen Schaden genommen.. sein Kleinhirn funktionierte noch in Teilen.. darum hat er auf unsere Berührungen reagiert..

Wieder Stille.. und die Frage… warum?

Die große Schwester hatte Titus noch nicht gesehen. Talina ist drei und darf nicht auf die Intensivstation. Wir sprachen über den „Fall der Fälle“… Ich ermutigte die Eltern Talina die Chance zu geben ihren kleinen Bruder kennen zu lernen. Wie sonst soll sie verstehen, was passiert ist.. Mama hatte ein Baby im Bauch und auf einmal ist es weg.. er wird für sie nie dagewesen sein.. Ich berichtete von meinem Einsatz bei dem kleinen Joshua.. und die durchweg positiven Erfahrungen, die die Eltern gemacht haben.. Talina habe große Angst vor Ärzten.. vor Krankenhäusern.. Ich sagte, vielleicht können wir uns sonst in dem Warteraum treffen. Es wird sicher eine Möglichkeit geben.. Sie wollten drüber nachdenken..

Ich verlies die Klinik später mit ganz gemischten Gefühlen.. es bestand kaum Hoffnung.. aber schon mehrfach haben wir Wunder erlebt.. Ich habe so sehr gehofft, dass auch Titus ein Wunder sein wird..

Anfang der Woche habe ich mit dem Papa geschrieben.. Man wartet auf die Ergebnisse.. Dienstag oder Mittwoch sollen sie vorliegen..

Ich hörte die Woche über nix mehr.. Ich hatte so große Hoffnung.. Dann am Freitag sah ich schon die Nummer der NEO… Titus ist gerade eingeschlafen – die Eltern haben gesagt, wir sollen dich sofort anrufen…

Leere..

Nun doch..  Es hat mich sehr traurig gemacht..

Ich hatte zum Glück Zeit und habe mich direkt auf den Weg gemacht. Die Mama saß mit Titus im Arm auf dem Sessel.. Ich ging zu den beiden… streichelte Titus.. sagte der Mama Hallo und drückte sie.. so schwere Minuten..
Titus sah ganz friedlich aus.. ganz anders.. so ohne Schläuche.. so ein hübscher Junge.. es ist einfach nicht zu verstehen.. Ich streichelte ihn erneut, die Mama berichtete mir:

Das MRT brachte wie zu erwarten keine positive Wendung. Wir konnten es aber nicht mehr ertragen ihn so leiden zu sehen, also beschlossen wir Titus am Ende der Woche zu erlösen. Seine ganze Familie nahm sich die Zeit ihn zu besuchen und sich zu verabschieden: Omas, Onkel, Tanten so schwer es auch fiel alles wollten ihn kennenlernen. Wir überlegten lange, was wir mit Talina machen sollten. Würde sie mit ihren 3 Jahren verstehen, was wir von ihr wollen? Wenn wir ihr die Situation um ihren Bruder erklären? Soll sie ihn kennenlernen? Nachdem mein Mann mir erzählte, er erinnere sich noch daran wie er mit 3 seinen kleinen Bruder im Krankenhaus besucht hat ,als er geboren wurde, war klar: Ja Talina soll und muss ihn kennenlernen!! Die Woche ging zu Ende und Freitag den 27.07 genau 2 Wochen und 1 Tag nach seiner Geburt schlief unser kleiner großer tapferer Kämpfer bei mir auf dem Arm für immer ein. So friedlich und entspannt: Ich bin mir sicher, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

Die Mama sagte, dass Talina im Wartezimmer ist und gerade geholt wird.. sie hat Titus noch nicht gesehen..

Welch’ bewegender Moment. Der Papa kam mit Talina auf dem Arm ins Zimmer. Sie hatte in der einen Hand ihren Kuschelhund und in der anderen zwei große Luftballons.. einen blauen für Titus und einen rosafarbenen für sie.. der Papa stelle sich zu uns und Talina schaute unsicher abwechseln zu Titus.. dann wieder zu mir.. Sie kannte uns beide ja nicht.. Wollte aber auch nicht zu Mama und Titus auf den Arm.. Dann fingen wir einfach an zu erzählen.. Ich sagte: „Talina, hast du schon gesehen, dass Titus auch eine Nase hat?“ … sie schaute interessiert ihren Bruder an.. der Papa kniete sich hin.. „Talina, wo ist denn deine Nase?“ .. sie zeigte auf ihre.. „.. und die vom Papa?“ .. sie zeige auf Paps Nase.. „und von Titus?“ … Talina beugte sich vor und zeigte mit ihrem Finger auf Titus Nase.. da war das Eis gebrochen.. sie berührte sein Hand.. seine Haare .. seine Füsse.. ich war so berührt von dieser Situation.. Ich hielt alles in Bildern fest.. schon bald schaute sie nicht mehr bei jedem klicken der Kamera zu mir.. Wir erzählten einfach weiter.. Machten Späße mit Talina.. sie sollte diese Momente in schöner Erinnerung behalten.. so merkwürdig es klingen mag, aber Kinder gehen ganz anders mit dem Tod um, als wir Erwachsenen. Sie wissen nix von dem Verlust.. von dem Schmerz der da ist.. da liegt der Bruder auf dem Arm der Mama.. und sie sieht ihn das erste Mal.. lernt ihn ein bisschen kennen.. berührt ihn.. es gibt nur diese eine Chance… Viele glauben, es den Kindern nicht „antun zu können“…. sie vor dem Schmerz beschützen zu wollen.. Aus meiner Sicht ist die Leere später ein viel schlimmerer Schmerz.. und Talina wird verstehen, warum Titus nicht mit nach Hause kommen kann.. aber sie hat gesehen, dass er da war.. kann verstehen, warum Mama und Papa auch mal weinen.. wie sonst begreift ein Kind das?
Ich habe mich so gefreut, dass die lieben Eltern sich zu diesem Schritt gewagt haben.. Es wird für Talina so wichtig sein.. Wir haben dann auch noch alle Finger gezählt.. alle Zehen.. und Talina hat gesehen.. er hat genauso viele wie sie 🙂

Die Mama schrieb mir: “Talina durfte ihren Bruder kennen lernen.. Momente so bittersüß ich werde sie niemals vergessen”.

Später haben die Eltern Talina dann erzählt, dass sie Titus leider nicht mit nach Hause nehmen können..

Ich habe dann Titus alleine fotografiert. Auch er hat ein Herzchen bekommen.. eines, dass er immer bei sich behalten wird.. das andere haben die Eltern für immer bei sich.. eine kleine Verbindung zwischen ihnen..

Ich habe mich dann zeitnah von der lieben Familie verabschiedet.. sie sollen die kurze gemeinsame Zeit noch alleine erleben.. Ich bin nach Hause gefahren und habe meinen inneren Frieden mit mir gefunden.. Ich bin so stolz auf die Eltern, dass sie den Mut gezeigt haben.. Titus sah so friedlich aus.. und Talina hat die Momente ganz, ganz großartig gemeistert.. Verstehen wird sie es … später.. irgendwann..

Heute – gut eine Woche später – berichtete mir die Mama:

Talina spricht viel von Titus… Immer mal wieder… sie hat auch gefragt ob wir ihn mit in Urlaub nehmen, das ist natürlich manchmal ein bisschen hart für uns wenn wir immer aufs Neue erklären müssen, dass das nicht geht. Titus mussten wir ja beerdigen, er wohnt jetzt bei den Sternen. Aber sie guckt sich die Bilder immer wieder an und erzählt heimlich ihrem Plüschtier Mini Bo von ihm, wenn sie denkt wir hören nicht zu <3

… und das ihr Lieben… das bewegt mich sehr.. denn Talina fängt so an zu verarbeiten.. Ihr glaubt nicht, wie froh ich bin, dass die lieben Eltern diesen Mut aufgebracht haben..

Gute Reise kleiner Titus… Grüße die anderen kleinen Sternenkinder lieb von mir…

 

 

 

 

 

 

 

 

Lönne

Ihr Lieben…

am Sonntag wurde ich zu einem ganz besonderen Einsatz gerufen.. Vor 3 Wochen wusste ich von der Klinik, dass Zwillinge geboren wurden. Dem einen geht es gut, dem Bruder leider nicht. Sie wüssten nicht, wie es sich entwickelt.. wollten uns aber schon mal Bescheid geben.. Der Anruf kam von der Neo Internsiv des UKSH in Kiel.. Ihr Lieben dort.. ihr macht einen so großartigen Job.. 

Mit der Info habe ich erst mal meine Kollegen benachrichtigt.. mehr wusste ich nicht.. war auch erst mal nicht nötig, denn wir organisierten uns für die kommenden Tage..

Als ich einige Tage später zu einem anderen Einsatz in den Kreißsaal gerufen wurde, habe ich danach die Neo besucht und nach dem kleinen Jungen gefragt.. Dort sagte man mir, er wird beatmet. Man weiß noch nicht, wie es weitergeht..

Ohne ihn.. ohne die Eltern zu kennen.. mir blieb dieses Gespräch auf dem Flur noch lange in Erinnerung, denn ich habe mich in das Gefühl der Eltern versetzt.. Wenige Meter neben dem Zimmer lag der gesunde Zwillingsbruder.. Ein Pendeln zwischen Bangen und Hoffen.. zwischen Freude und Glück.. zwischen Verzweiflung und Hilflosigkeit..

5 Tage später war ich leider schon wieder im Kreißsaal.. und wieder habe ich an den kleinen Jungen gedacht.. Ich stand nach meinen Einsatz am Fahrstuhl und als die Tür der Neo gerade aufging sah ich eine liebe Schwester, die schon einige Einsätze auf dieser Station mit mir zusammen begleitet hat. Ich fragte erneut, wie es dem Kleinen geht und sie schüttelte nur mit dem Kopf und sagte traurig.. nicht so gut.. es wird bald entschieden, wann die Geräte abgeschaltet werden.. oh man.. so traurig.. Ich fragte, ob der Bruder auch noch hier ist.. ja.. das ist er, sagte sie…

Die Beiden sind am 19.01. in der 34 SSW geboren und auch er musste natürlich noch versorgt werden.

Ich bat sie, den Eltern vorzuschlagen die beiden Jungs auch zusammen zu fotografieren.. Soforn es mit dem Gesunden möglich ist.. Dann habe ich mich mit einem Kloß im Hals verabschiedet.. Wieder waren meine Gedanken bei den Eltern.. bei dem kleinen Jungen..

Am Sonntag rief mich die Klinik erneut an.. heute sollte es soweit sein.. die Geräte werden abgeschaltet und die Eltern wünschen sich auch Bilder mit Beiden zusammen.. Ich hatte ja schon mal berichtet, dass dieses „Warten“ ganz schlimm ist.. zu wissen, dass der Anruf kommt.. aber nicht wann.. Es ist was anderes, wenn ein Alarm eingeht, man entscheidet, ob man los kann und direkt fährt. Keine Zeit zum Überlegen. Tasche packen.. los…

Ich habe auch meine Tasche gepackt.. aber ganz in Ruhe.. habe drei Herzen rausgesucht.. nicht zwei.. denn der kleine gesunde Bruder sollte auch für später ein Herz haben.. Eines für die Eltern.. eines für den kleinen Lönne.. nun wusste ich auch seinen Namen.. Lönne.. was für ein schöner Name..

Die Tasche stand im Flur und ich habe gewartet.. es war um die Mittagszeit.. die Eltern waren nun da.. immer wieder kreisten meine Gedanken um den bevorstehenden Einsatz. … der Bruder darf mit auf die Bilder.. mein erster Einsatz mit Zwillingen, wo es einer geschafft hat.. und der andere die Kraft nicht hatte.. Ich hatte keine Sorge, was das Fotografieren angeht.. Ich habe hier bei mir zu Hause schon einige Zwillinge fotografiert.. aber die Emotionen, die dran hingen.. ihr Lieben.. ihr könnt euch sicher vorstellen, wie ich mich gefühlt habe..

Am frühen Abend dann der Anruf: um17.30 Uhr kann ich in der Klink sein.. der kleine Lönne ist eingeschlafen.. er wird nun noch gewaschen.. angezogen.. ich kann mich langsam auf den Weg machen..

In der Klinik angekommen musste ich noch einige Minuten warten, bis ich in das Zimmer der Familie durfte..

Ganz lieb begrüßte mich die Mama und die Oma des kleinen Lönne. Sie standen beide am Bettchen und schauten den so hübschen Jungen an.. Sie lächelten mich an.. eine ganz besondere Stimmung im Raum.. Ich streichelte ihn.. und sagte glaub ich sowas wie: ach Kleiner.. was machst du denn für Sachen.. ich weiß es nicht mehr genau.. die Mama erzählte mir kurz, was passiert ist

Bei einem ganz normalen Routine Ultraschall wurde vermutet, dass Lönne unter Blutarmut leidet. Die Beiden wurden sofort auf die Welt geholt. Doch, schreibt die Mama, es kam alles anders.. Lönne hat bereits im Mutterleib einen schweren Hirnschaden erlitten.. durch Sauerstoffmangel.. Wann und wieso.. das weiß keiner.. Diese Frage wird wohl immer offen bleiben…

Ich fragte die Mama: Er ist friedlich eingeschlafen oder? .. Ja, sagte sie.. ganz, ganz friedlich.. denn so sah er auch aus.. wie schlafend.. so wunderhübsch..

Dann betrat der Papa, mit einem kleinen Bündel Mensch auf dem Arm, den Raum.. Linus.. der gesunde Bruder.. Ich begrüßte den Papa, sah Linus an uns sagte.. die Beiden sehen sich aber ähnlich.. Ja, sagte die Mama.. sie sind eineiig.. und schon wieder hatte ich einen riesen Kloß in meinem Hals.. nicht, dass es die Situation noch schlimmer gemacht hätte.. nein.. das macht keinen Unterschied.. aber ich dachte an den gesunden Bruder.. an später.. an dieses unsichtbare Band, welches die Beiden noch stärker als andere Zwillinge verbindet..

In der Klinik fiel es mir nicht sofort auf.. aber beim Bearbeiten der Bilder.. die Haare.. der Verlauf.. 100%ig gleich.. eineiig halt.. Lönne hat durch die Situation der vergangenen zwei Wochen Wassereinlagerungen, die auch im Gesicht erkennbar waren. Dadurch wirkte er kräftiger als sein Bruder.. und trotzdem.. eine Schnute die Beiden..

Ich sagte den Eltern, dass ich nun anfange zu fotografieren.. dass ich sie mit einbeziehen werde.. dass sie mir sagen sollen, wenn sie irgendwas nicht möchten.. oder sich ganz bestimmte Bilder wünschen.. ja.. die beiden auch zusammen.. so gerne erfüllte ich ihnen auch diesen Wunsch..

Ich begann, Lönne alleine zu fotografieren.. gab die Herzen und erklärte ihnen die Bedeutung.. Die Eltern und die Oma waren sehr gerüht.. Welch schöne Idee sagte die Oma.. ja.. das ist sie .. und ich möchte mich hier nochmal von ganzem Herzen bei allen bedanken, die diese Herzen für uns gefertigt haben.. ihr macht genau diese Gefühle möglich .. und helft so den Eltern, die wissen… eines der Herzen ist für immer bei ihrem Sternenkind.

Ich bezog die Eltern mit ein.. fotografiere die Hände mit Lönnes Hand.. wie sie sanft ihre Hände auf sein Köpfchen legten.. schützend.. über ihn.. so ein rührendes Bild..

Dann legten wir Lönne ganz sanft auf die Matratze .. Vorsichtig nahm ich dem Papa den kleinen Linus ab und in dem Moment wo ich ihn neben Lönne gelegt habe.. ich bekomme gerade wieder am ganzen Körper Gänsehaut.. in dem Moment hat Linus uns sein Engelslächeln gezeigt.. ganz lang.. dass ich es noch geschafft habe, schnell meine Kamera zu schnappen und ein leichtes Grinsen einfangen konnte..

Ihr Lieben.. die beiden waren 34 Wochen zusammen im Bauch und nun nach der Geburt das erste Mal wieder zusammen.. ganz dicht.. und ich glaube Linus wollte Lönne zeigen.. alles wird gut.. Ich weiß, dass es dir gut geht, da wo du nun bist..

.. das erste Mal zusammen… das letzte Mal zusammen..

.. ich brauchte etwas.. bis ich das für mich klar hatte.. auch zu Hause habe ich da immer wieder dran gedacht.. ein unsichtbares Band.. welches Beide verbindet.. er hat gelächelt.. sah so zufrieden aus.. das werde ich nie vergessen…

.. wisst ihr.. ich bin so dankbar für meine Aufgabe, die ich machen darf.. ja.. es ist schwer.. die Gefühle der Eltern.. der Familie.. ich trage viele, viele Einsätze immer noch mit mir.. aber ohne Schmerz.. Denn ich habe die ganz besondere Ehre, dass ich die kleinen Sternchen kennenlernen darf.. und oft bin ich – neben den Eltern und dem Krankenhauspersonal – die einzige, die dieses kleine Kind sehen.. es kennenlernen.. ihm eine gute Reise wünschen darf.. Ich weißt nicht, ob das nachvollziehbar ist.. Es ist schon was ganz Besonderes.. Immer getragen von dem Gedanken, den Eltern diese für sie so wertvollen Erinnerungen zu schenken..

.. er hat gelächelt.. was für ein Moment.. ein Tränchen steigt auf, wenn ich daran denke..

Ich fotografiere die Zwei zusammen, bis ich dann Linus wieder in den Arm des Papas gelegt habe.. und Lönne in den Arm der Mama…

Schwer fiel mir der Abschied.. und ich wusste.. daran werde ich noch sehr lange denken..

Die Mama berichtete mir, dass sie immer meine Berichte gelesen hat.. und nie gedacht hat, selbst mal in so eine Situation zu kommen.. Sie erlaube mir, von diesem für mich so besonderen Einsatz zu berichten.. um aufzuklären.. um bekannt zu machen, dass es uns gibt.. uns ehrenamtliche Fotografen von Dein Sternenkind.

Linus darf mittlerweile bei seinen lieben Eltern zu Hause sein.. und bei seinen Geschwistern.. und heute habe ich die Bilder zur Post gebracht.. mit dem Büchlein „Lilli ist ein Sternenkind“.. das so viele von euch gespendet haben.. Ich danke euch so sehr dafür.. es wird den großen Geschwisterkindern helfen zu verstehen, was passiert ist.. wenn vielleicht den Eltern auch manchmal die Worte fehlen.. wissen sie dann, dass es ok ist, wenn Mama und Papa traurig sind und auch weinen müssen.

Ich Lieben.. ihr kennt das und ich bin euch so unendlich dankbar.. denn nur durch euch wissen so viele von uns.. Teilt diesen Beitrag fleißig.. ruft beim Teilen eure Freunde auf, dies auch zu tun.. bis auch der letzte weiß, dass es uns gibt.. und uns anfordern darf, wenn das Unvorstellbare passiert..

Ich danke euch…

 

 

Sternenkind Fotografie

Warum ich tote Kinder fotografiere…
..werde ich oftmals mit einem Nasenrümpfen gefragt..  Ob das wirklich sein muss.. Ich hab innerlich dann meist eine Wut im Bauch, weil ich mich manchmal rechtfertigen muss..  weil das Verständnis fehlt.. oder vielleicht auch die Vorstellungskraft.. oder dieses Thema ist noch so als Tabuthema in den Köpfen verankert.. ich weiß es nicht..
Warum?? Die Eltern von Sternenkindern haben nur eine sehr, sehr kurze gemeinsame Zeit mit ihrem geliebten Baby.. Die Erinnerung an jedes Detail verschwimmen mit der Zeit..  Der Schmerz ist unendlich.. das schlimmste, was man sich als Eltern vorstellen kann.. Haben diese Eltern nicht auch ein Anrecht darauf, die Erinnerung.. die gemeinsame Zeit auf Bildern festzuhalten?  Einfühlsame,  gemeinsame Bilder? Detailaufnahmen von den kleinen Händchen oder Füßchen zu haben? Jedes Detail ist so wichtig..  Einen Beweis dafür zu haben, dass es „da war“.. das kleine Baby? Später dem Geschwisterkind den kleinen Bruder oder die kleine Schwester zu zeigen? „Es ist unser Kind“, höre ich noch heute den Papa sagen.. Ja! So ist es.. und die Eltern haben einen respektvollen und nicht auf Abstand geprägten Umgang mit sich und dem Baby verdient..  Ich wünsche mir, dass viel mehr von der Möglichkeit wissen, ihr Sternchen kostenlos von uns Fotografen von „DEIN STERNENKIND“ fotografieren zu lassen.. das die Kliniken und Ärzte auf diese Möglichkeit hinweisen..  und ihr Lieben.. das ihr diesen bekannt macht.. um so ganz viele zu informieren..  Ich danke euch von Herzen
Wollt ihr mehr über die Arbeit von DEIN STERNENKIND erfahren? Welche Fotografen gelistet sind? oder ihr seid Fotograf und möchtet euch anschließen? Schaut unter: www.dein-sternenkind.eu

 

KN Artikel

 

NOAH, DAS KLEINE STERNENKIND

Der erste Schrei ist ein deutliches Lebenszeichen des neugeborenen Kindes.. Er schafft Erleichterung.. Doch manchmal gibt es einen ganz stillen Schrei.. einen Schrei, den keiner hören kann.. der Schrei der Eltern, weil sie ihr Sternenkind im Arm halten.. Die Welt scheint still zu stehen.. Was in den Staaten schon weiter akzeptiert ist, ist hier in Deutschland für viele noch ein Tabuthema.. Die Erinnerung festhalten.. in Bildern.. denn auch diese Eltern haben ein Recht darauf, gehört zu werden.. zu trauern.. zu verarbeiten.. Das auch ihr Baby ihnen in Erinnerung bleibt.. sein Aussehen nicht verblasst.. Das die Erinnerung wach bleibt.. und Bilder helfen dabei…. Nicht alle Eltern möchten dies.. nicht alle Eltern schauen sich die Bilder an.. aber sie hätten die Möglichkeit..  Es gibt in Deutschland viele Fotografen (bei z.B.http://www.tapfere-knirpse.de/  oder  www.dein-sternenkind.eu), die den Eltern dieser ganz besonderen Kindern ehrenamtlich Erinnerungsfotos schenken.. Nur leider wissen viele nichts von diesen Möglichkeiten, obwohl sie sich im Nachhinein vielleicht gefühlvolle Bilder von ihrem Engel gewünscht hätten.. Vor einigen Monaten habe auch ich mich dazu entschlossen, Eltern diese Möglichkeit zu geben.. Dass mich mein erster „Foto-Engel-Einsatz“ allerdings zu Mitgliedern meiner Familie geführt hat, hat mir erstmal den Boden unter den Füssen weggerissen.. Noah’s kleine „Geschichte“ soll erzählt werden, schreibt mir die liebe Mama des Kleinen.. Alle sollen wissen, dass er da war..der kleine Noah..   .. Wenn ihr mögt.. lest sie… seine kleine Geschichte…

DSC_9106a_bearbeitet-1

 

Als mich am späten Abend der Anruf erreichte, ob ich mich auf den Weg machen könnte, habe ich sofort meine Sachen gepackt. Der kleine Noah sei auf die Welt gekommen.. er sei wunderhübsch, sagte mir meine Schwägerin..
Auf dem Weg ins Auto schlug mein Herz bis zum Hals und ich zitterte.. Ich fahre jetzt zu  zwei Menschen, die ich so lieb habe.. die ihr kleines Sternenkind zu Welt gebracht haben.. Ich wusste nicht, was mich erwartet.. Wie sieht ein kleiner Mensch aus, wenn es in der 20ssw still zur Welt kommt? Je näher ich zur Uni Kiel fuhr, desto ruhiger wurde ich.. Ich wusste, es sind so wertvolle Bilder für die tapferen Eltern des Kleinen.. nur diese Stunden hatten wir.. diese Stunden, in denen wir Bilder für die Ewigkeit machen konnten..  Ich wusste, es ist genau richtig, dass ich jetzt da bin um diesen einen Wunsch der Eltern zu erfüllen, denn dann müssen sie ihren Engeln bald endgültig zu den Sternen fliegen lassen..
Als der Papa mit seinem klitzekleinem Sternenkind in unseren Raum kam, weinten wir.. wir weinten alle und konnten es nicht begreifen..  wie soll man es auch verstehen..??  Es darf nicht passieren, es war so unwirklich…
..und dann sah ich Noah.. Er war so klein.. so perfekt.. und so wunderhübsch..
Ganz klammheimlich hat er sich in das Leben der kleinen Familie geschlichen.. 17 Wochen lang.. keiner hat was geahnt.. wo es doch eigentlich gar nicht möglich war.. Er hat es geschafft.. Eine Woche.. erst voller Fragen.. dann voller Vorfreude auf dieses neue Leben, welches heran wächst.. nur eine Woche.. dann erste Vermutungen und später die schlimme Gewissheit, Noah ist krank.. wird nicht lebensfähig sein..
In den Stunden nach der Geburt durfte ich da sein.. Durfte in diesen so besonderen Stunden die kleine Familie fotografieren, in denen sie zu dritt waren..  Ohne zu wissen, ob und wann sie diese Fotos überhaupt jemals angeschaut werden.. Vielleicht liegen sie auch einfach nur im Umschlag und dieser bleibt verschlossen.. Aber die Eltern haben die Möglichkeit, sich Bilder von dem kleinen Noah anzuschauen.. Einen Beweis dafür zu haben, dass er wirklich da war.. ein paar Stunden mit ihm zusammen.. Bilder für die Ewigkeit.. Es gab nur diese eine Chance.. Die Mama schreibt mir einen Tag später: „Danke, liebe Tanni, die Bilder helfen mir so sehr.. ich habe so große Angst, ihn zu vergessen“
Nur dafür habe ich es getan und ich weiß heute, dass ich der Familie viel mehr als „nur“ Bilder geschenkt habe..
Ihr Lieben.. ihr lieben Eltern von Noah.. Ich bewundere euch.. Ihr habt soviel Stärke und Kraft gezeigt.. in dieser unvorstellbaren Situation.. Ich bin dankbar, dass ich euren kleinen Engel kennenlernen durfte.. Ihm wird es im Sternenland gut gehen und  Nica, seine kleine Tante wird dort oben gut auf ihn aufpassen.. Daran glaube ich ganz fest..

 

 

 

Das Märchen vom Sternenkind

Der liebe Gott ging seiner täglichen Arbeit nach und schickte neue Kinder auf die Welt.
Ein Engel half ihm bei der Auswahl und der liebe Gott wählte sehr sorgfältig aus, welche Kinder zu welchen Eltern passten.
Gott: “ Zur Frau Müller schicke ich den Buben, der ist sehr lebendig und Frau Müller hat nicht viel Geduld. Das wird sie lernen müssen. Beide werden in diesem Leben lernen Ruhe füreinander zu finden, auch wenn es nicht immer einfach wird.

Er wählte noch einige Kinder aus für die passenden Eltern.

Aber dann kamen wohl wir an der Reihe: „Und diese Familie bekommt dieses Sternenkind“
Der Engel sprach verwundert: “ Aber lieber Gott, warum denn diese Familie sie sind doch so glücklich und so gute Menschen“
Gott: “ Ja das sind sie, aber genau deswegen bekommen sie dieses gesegnete Kind. Sie lieben (Ihre) Kinder über alles und sie werden auch dieses Kind lieben in ihrem Herzen. Eben diese Menschen können ein Kind bis in die Jenseitswelt hinaus unendlich lieben! Deshalb habe ich sie auserwählt.“

Engel: “ Aber was ist, wenn sie verzweifeln, werden sie es überhaupt verkraften können ? „
Gott: “ Ich werde Ihnen die nötige Kraft und Zuversicht geben! Sie werden anfangs zwar sehr verzweifelt sein und sehr viel weinen, aber sie werden lernen, dass man Dinge im Leben nicht beeinflussen kann und manche Dinge in Ihrem Leben noch nicht zu verstehen sind. Sie werden es annehmen und damit leben können. Im Gegenteil, sie werden fühlen was es für ein Glück ist um ihre vorhandenen Kinder oder die die noch kommen werden. Sie werden sehr bewußt jeden Tag auskosten mit Ihren (zukünftigen) Kindern und jede Minute des Lebens mit Glück und Liebe erfüllen.“

Engel: “ Aber lieber Gott, was ist wenn sie Ihren Glauben an dich verliehren in dieser Not?“
Gott: “ Vielleicht werden sie auf mich wütend sein, vielleicht werden sie eine zeitlang sogar mich dafür hassen, aber mit der Zeit werden sie Ihren Glauben stärken. „
Engel: „Aber wodurch denn?“
Gott: “ Sie werden merken, dass ich ihnen ihr Kind nicht weggenommen habe, sie werden ihr Kind spüren und fühlen. Sie bekommen einen kleinen Einblick in die Jenseitswelt und werden mit Ihr sehr innig verbunden sein, weil sie dort jemanden haben, denn sie so sehr lieben. Sie werden wissen, dass ihr Kind trotzdem bei ihnen ist und sie besonders gut beschützt. Sie werden dafür kleine Zeichen bekommen und sie werden eines Tages ein besonderes Geschenk bekommen von mir für ihren Verlust“

Der Engel fragt ganz neugierig: “ Lieber Gott, welches Geschenk denn?“

Gott: “ Wenn es Zeit wird für die Eltern und ich sie zu mir holen werde, dann wird ihr Sternenkind das erste sein, was sie sehen. Sie werden dann zusammen alle Zeit der Welt haben, um das nachzuholen, was ihnen in der Menschenwelt genohmen worden ist. Sie werden diese Zeit ausleben und geniesen ohne Streß, ohne Krankheit, ohne Verpflichtungen. Es wird dann nur noch die Eltern und das Sternenkind geben und sie werden so glücklich sein, wie nie zuvor. Während andere verstorbene Eltern die keine Sternenkinder haben sich noch lange gedulden müssen, bis sie eins ihrer Kinder in die Arme schließen können. Und irgendwann folgen auch die Geschwister und dann ist die Familie für immer vereint.“

Engel: „Ja das ist ein wundervolles Geschenk, die Familie ist für ein Sternenkind sehr geeinet!“

 

– Verfasser unbekannt –