16 Tage junge kleine Zuckermaus

Ich liebe meinen Job so sehr.. es ist eine so große Ehre, dass ich die kleinen Babys fotografieren darf.. dass mir die Eltern das Vertrauen geben, mir ihr kleines Kind anzuvertrauen.. Ich danke euch von Herzen dafür..

kleiner Schelm

Heute hat mich diese süße Zuckerschnute besucht.. ihr wisst ja: ich liebe dieses Alter..

Findet ihr ihn auch so süß wie ich?

Amira

Heute zeige ich euch die zuckersüße kleine Amira, dich mich mit ihren lieben Eltern besucht hat..

Sitter Shooting

Die Fotografie im Sitzalter finde ich auch besonders schön.. Die Kinder sind so unbeschwert.. sie lachen viel,  wenn Mama nur hicks macht und haben mega viel Spaß beim Quatsch machen.. Schaut selbst:

 

Kids

Maximilian

 

Gestern hat mich eine für mich ganz besondere Familie in meinem Studio besucht. Ich habe die Eltern von diesem kleinen süßen Maximilian vor knapp zwei Jahren im Krankenhaus kennengelernt.. Leider unter so traurigen Umständen.. Ich habe in den vergangenen Monaten seit dem Einsatz immer mal wieder an den kleinen Emil gedacht. Er sollte in der 40sten Schwangerschaftswoche geboren werden, alles war bereit zur Einleitung der Geburt. Im Krankenhaus wurde dann leider festgestellt, dass Emils Herz nicht mehr schlägt.. Ein so großer Schock für die Eltern – im festen Glauben ihren kleinen Sohn wenige Tage später nach der Geburt mit nach Hause nehmen zu dürfen.. Fassungslosigkeit und totale Verzweiflung.. Alles war zu Hause vorbereitet.. Es ist so unvorstellbar und der Schmerz ist kaum auszudenken für mich.. Der kleine Emil hatte ganz viele lange schwarze Haare.. genau wie sein großer und nun auch sein kleiner Bruder.

 

Vor einigen Wochen hat sich die Familie bei mir gemeldet.. mir geschrieben, wie wichtig ihnen die Bilder von Emil sind.. eine ihrer wertvollsten Erinnerungen an ihn.. Was mich besonders berührt hat: Die Mama schrieb mir: Wir haben eine Erinnerungstruhe aufgearbeitet und der große Bruder freute sich immer so sehr, wenn er Emils Spieluhr anmachen darf.. Insgesamt bin ich fasziniert und merke ich, wie viel wir von unseren Kindern lernen können, im Umgang mit einem solchen Schicksal. Leon macht das großartig und mit einer selbstverständlichen Leichtigkeit, die einem manchmal fast den Atem raubt aber irgendwie auch schön ist und die Liebe zu seinem Bruder auf seine Art ausdrückt.

Mich berührt es so sehr, weil diese Familie ganz offen mit dem Verlust umgeht.. es tut den Geschwisterkindern gut, dass „darüber“ gesprochen wird.. Ausnahmslos alle Eltern berichten mir das.. und ich möchte euch Mut machen: bezieht eure Kinder mit ein.. auch in eure Trauer.. oftmals geschieht dies nicht… aus einem Schutzinstinkt heraus.. nach dem Motto: Was sie nicht wissen, belastet nicht.. Nur, dass Kinder so sensible Antennen haben.. die Stimmungen ganz besonders wahr nehmen.. und letztlich viel mehr leiden, wenn das Thema Tod ein Tabuthema ist.. Es war so toll zu hören, wie diese Familie damit umgeht.. Danke ihr Lieben, dass ihr mich teilhaben lasst.. Nun möchte ich euch aber den kleinen Maximilian vorstellen.. Diese kleine Zuckerschnute hat uns so oft sein süßes Lächeln gezeigt.. Ich bin dahin geschmolzen <3 Maximilian war zum Zeitpunkt des Shootings „schon“ 4 Wochen alt.. Ich hatte noch nie ein so entspanntes Neugeborenes in dem Alter bei mir.. immer wieder stelle ich fest: Die Geschwisterkinder von Sternchen umgibt ein ganz besonderer Zauber..

Ihr Lieben.. Danke, dass ihr mich besucht habt.. Ich freue mich so sehr mit euch.. Emil wird immer bei euch sein.. er wird euch immer begleiten <3

Amanda

Der Alarm kam gleich morgens um 7 Uhr..

Ein Drillingsfrühgeborenes in der 33 Schwangerschaftswoche wird wahrscheinlich im Laufe des Vormittags versterben. Das Mädchen ist heute 8 Tage alt. Amanda Viktoria.

Welch’ schöner Name..   so schwere Stunden für die Eltern..

Ich rief in der Klink an.. Dort sagte man mir, dass Amanda vor 5 min. eingeschlafen ist.. Ich sprach mich im Forum mit meinen Kollegen ab, ich hatte in der Früh noch einen Termin. Ich konnte ab Mittags übernehmen, meine Kollegin Silke hätte auch ab Mittags gekonnt. Da ich mit meinem Termin schneller fertig war als gedacht, meldete ich mich im Forum, dass ich übernehme und direkt losfahre.  Gedanken an meinen vorherigen Drillingseinsatz gingen mir auf der Fahrt ins Krankenhaus durch den Kopf.. Auch hier hatte es einer der Drei nicht geschafft.. nun schon wieder…

Die liebe Schwester der NEO Intensivstation empfing mich und wir betraten gemeinsam das Zimmer.. da lag sie nun in dem kleinen Bettchen.. sah aus, als würde sie schlafen.. Die Eltern seien im Elternzimmer sagte man mir.. der große Bruder ist auch hier.. er hat die kleine Amanda noch nicht gesehen.. er traute sich nicht.. Nur zu gut konnte ich das verstehen.. Carl ist 8 Jahre alt.. versteht das Wort „Tod“ natürlich.. aber für ein Kind so schwer greifbar.. beide Eltern am Boden zerstört.. Alleine, wenn Eltern viel weinen.. Kinder verstehen es oft nicht, da sie uns Eltern ja in der Regel nicht so erleben..

Den lieben Eltern wurde Bescheid gesagt, dass ich da bin.. und so kamen sie kurze Zeit später ins Zimmer.. mit dem großen Bruder.. der ganz zögerlich zum Bettchen ging.. Er schaut Amanda an.. ich hatte das Gefühl, er wusste nicht wohin mit seinen Gefühlen.. wie auch.. er war von Unsicherheit gezeichnet.. Die Eltern wichen ihm nicht von der Seite.. der Mama liefen Tränchen.. sie streichelte Amanda zart.. hob sie aus dem Bettchen und setzte sich mit ihr auf den Stuhl..

Auch dem Papa liefen die Tränen und er streichelte Carl.. Ich fragte Carl, ob er auch mit auf ein Foto mit seiner Schwester möchte.. Er schüttelte ganz leicht den Kopf.. kaum erkennbar.. Worte konnte er nicht sagen.. Der Papa fragte ihn, ob er zurück ins Wartezimmer möchte.. er nickte.. Carl schaute Amanda an.. streckte seine Hand in ihre Richtung und berührte sie mit einem Finger.. Ich war so gerührt von dieser Situation.. damit habe ich überhaupt nicht gerechnet.. Das er den Mut aufbringen konnte, die Kleine zu berühren.. Ich musste auch eine kleine Tränen wegdrücken und dann nahm ich meine Kamera in die Hand.. Leider zu spät um diese Situation einzufangen.. Carl ging aus dem Zimmer.. Ich war sehr traurig, dass ich nicht schon vorher „bereit“ stand.. aber manchmal brauchen auch wir Fotografen einen Moment, um zu verstehen.. um uns zu sammeln.. Ich fand es aber so mutig von Carl.. er wird sich sicher für immer an diesen Moment erinnern..

Wir fingen an, Familienbilder zu machen.. der Papa fand kaum die Kraft dazu.. Beide Eltern konnten nicht glauben, was da passiert war.. viel zu plötzlich und schnell ging alles..

Was war überhaupt passiert? Die Mama berichtet mir: Warum alles so kam kann uns bis heute niemand sagen.
Wir haben eine traumhafte Vorzeigeschwangerschaft gelebt: keine Beschwerden, kein Liegen, kein Schongang. Ganz im Gegenteil, ich habe mein Leben normal weitergelebt und sogar mein nicht gerade sanftes FitnessTraining bis zum letzten Tag absolviert. Woche für Woche haben wir gehofft es bis über die 30 zu schaffen, dann war 32 das Ziel und mit 33+0 waren wir unsagbar glücklich weil die Drei nicht mal mehr Extremfrühchen waren. In der 34.SSW bei 33+3 hatte Elisabeth scheinbar keine Lust mehr und nach einem Blasensprung am späten Abend wurden unsere drei Musketiere am 26.6. um 1:46 Elisabeth , 1:47 Amanda und um 1:48 Richard geboren. Sie waren allesamt gesund und munter, hatten mit 1700-1800 g ein tolles Gewicht und beste Voraussetzungen. Die Ärzte waren zufrieden und sehr stolz auf uns weil die vollendete 33.SSW doch schon viel für Drillinge ist.

Niemand ahnte, dass das Schicksal einen so traurigen Plan hatte und das Blatt wenden würde. Speziell nachdem wir so weit gekommen waren!

Was genau passiert ist….wenn wir das nur wüssten. Ich wurde am Montag aus der Behandlung entlassen, unsere drei Musketiere waren allesamt keine Intensivfälle mehr und ich hätte mit gutem Gewissen gehen können. Aber irgend etwas war komisch, da war so ein Gefühl…. Direkt Dienstagmorgen erhielten wir den Anruf, dass Amanda operiert werden müsste, dringend. Wir sind natürlich sofort losgefahren und haben uns alles genau erklären lassen. Es hieß, sie habe einen festen Bauch und würde grau werden, der genaue Grund läge wohl im Verdauungstrakt und kann nur beim Hineinschauen in den Bauch lokalisiert werden. Wir haben ihr gerade noch rechtzeitig auf dem Weg in den OP viel Kraft wünschen können, lag sie doch schon vorbereitet im Transportinkubator.

Jan musste dann los, Carl von der Schule abholen und das Wichtigste im Büro erledigen während ich blieb. Am frühen Nachmittag die Nachricht, dass Amanda die OP gut überstanden hat, sie stabil ist und „nur“ ein Teil des Dickdarms entfernt werden musste. Sie wird also höchstwahrscheinlich keinerlei Beeinträchtigung in ihrem späteren Leben haben werden und es wäre auch noch soviel Darm vorhanden um den künstlichen Ausgang wieder zurück verlegen zu können. Welch gute Nachricht in diesen angstvollen Stunden. Jan und Carl holten mich an späten Nachmittag ab und wir gingen mit guter Hoffnung, dass unser kleines Mädchen ihrem Namen alle Ehre macht und kämpft.

Als wir am späten Abend anriefen um uns nach ihr zu erkundigen, entschuldigte sich der Arzt dass er sich bisher nicht melden konnte, aber er hätte die letzten 2 Stunden um ihren Kreislauf gekämpft. Er hätte sie wohl aber abgefangen und man müsste nun schauen. Die nächsten Stunden bangten und zitterten wir, an Schlaf nicht zu denken. Gegen 4 Uhr dann der alles verändernde Anruf….wir sollten uns auf den Weg machen…..Wir wussten was das hieß… In der Klinik angekommen, erzählte uns der Arzt, dass Amandas Organe nach und nach versagten und man nicht sagen könne, wie lange ihr nun noch bliebe….es könnten Stunden sein aber auch nur noch Minuten. Wir waren bei ihr, hielten ihre Hand und streichelten sie bis ihr Herz um kurz vor 7 Uhr aufhörte zu schlagen.

… und um kurz nach 7 Uhr rief ich in der Klinik an… nichts ahnend, was die liebe Familie gerade durchgemacht hat..

Die Mama wünschte sich noch Bilder von ihr und Amanda.. ich erfüllte ihr diesen Wunsch..

… was mich besonders berührt hat, war die Situation mit Amandas großen Bruder Carl und auch folgende.. Als Amanda in ihrem Bettchen lag, machten wir u. a. auch Bilder von ihren kleinen Füßen und ihren Händen.. Ich legte Amandas Hand auf die Hand der Mama.. die Hand vom Papa dazu.. als wir fertig waren, nahm der Papa sein Hand weg.. Amandas Mama aber konnte die Hand nicht lösen.. sie beugte sich über ihre Tochter.. streichelte sie sanft.. bewegte sich kaum.. nur ihre Finger streichelten leicht und sanft den Kopf.. immer wieder tropften Tränen herunter.. diese Stille.. diesen Schmerz.. noch immer kann ich ihn in mir fühlen..

Eine kleine Ewigkeit hat es gedauert.. ich gab der Mama alle Zeit, die sie brauchte.. alle Zeit der Welt würde zu wenig sein.. das wusste ich.. und während ich das hier schreibe, kullert mir erneut eine Träne runter.. noch immer fühle ich diese Situation so doll..

Später verabschiedete ich mich.. sagte den Eltern, dass sie sich soviel Zeit nehmen sollen, wie sie brauchen.. Im Wissen, dass die Station es möglich macht.. Dieser liebevolle Umgang mit den Sternenkindern im UKSH Kiel berührt mich jedesmal aufs Neue.. Danke ihr Lieben.. ich glaube, ihr wisst gar nicht, was es den Eltern bedeutet.. auch wenn sie es in diesem Moment gar nicht realisieren können..

Heute ist dieser Einsatz über 8 Wochen her.. seitdem bin ich mit der Mama im Kontakt..

Nachdem die Eltern meinen Umschlag mit den Bildern, mit dem Buch für Carl und einem Brief von mir erhalten haben, schrieb die Mama:

Zu allererst möchte ich dir noch einmal für dein Dasein danken! DU hast uns Erinnerungen geschenkt, die uns niemand mehr nehmen kann und warst dabei so rührend und liebevoll. Wir wissen, dass solch traurige Schicksale auch an dir nicht vorüber gehen und es ist phantastisch, dass es Menschen wie dich gibt <3
Der Umschlag ist gestern angekommen und wir haben ihn auch schon geöffnet….alles so liebe- und würdevoll, dass mir schon wieder die Tränen kommen. Derzeit schaffen wir es noch nicht uns Amandas Bilder anzusehen, aber es ist gut zu wissen, dass wir dies jederzeit tun können – dank dir!
Das Bild, das du mir geschickt hast ist wundervoll! Ich weiß gar nicht, wie ich dafür danken kann. Worte reichen kaum aus um zu beschreiben, wie sehr wir die Mühe und Arbeit, das Engagement und der Wunsch uns Gutes zu tun von uns geschätzt werden.

Tausend Dank für alles <3

Darum tun wir das.. es ist so wichtig, dieses Bilder zu haben ihr Lieben.. und auch wenn sie noch lange im Umschlag liegen.. Es ist so wichtig, diese Erinnerungen einzufangen.. für sofort.. für in ein paar Tagen.. für in ein paar Wochen.. oder gar Jahren.. wenn der Wunsch kommt, sie anzusehen.. dann sind sie greifbar nah..

Liebe Tanja,

heute habe ich mir das erste Foto unserer Amanda angesehen – sie ist so wunderschön gewesen und ich bin dir aus tiefstem Herzen dankbar, dass du uns diese Erinnerung an sie geschenkt hast!

… so viel Kraft wird es gekostet haben.. Ihr lieben.. ich denke noch oft an euch.. und als ich vor ein paar Tagen auf Station war, hab ich gefragt, ob ihr da seid.. leider nicht.. wir hatten uns gerade verpasst.. gerne hätte ich euch nochmal gedrückt.. und euch gesagt, wie sehr ich euch wünsche, dass ihr eure Zwei ganz bald mit nach Hause nehmen dürft..

Vor 4 Wochen schrieb sie mir:

Es ist so unfassbar, ungreifbar, unveränderlich. Genau heute ist es einen Monat her, dass
sie uns verließ. Der Schmerz, die Trauer und die Ungerechtigkeit des Schicksals holt uns immer wieder ein – ganz unverhofft, wann immer das Leben es will.

Gestern las ich einen Spruch:

Es geht nicht ums Leben, sondern ums Überleben. Genau das ist es gerade!

 

.. ja.. so sehr kann ich das nachempfinden.. besonders schwer fällt den Eltern der tägliche Besuch von Richard und Elisabeth.. auf der einen Seite die Freude auf die Kindern.. die Angst, die sie begleitet.. das Klingeln auf Station.. die Gewissheit, dass nur noch zwei ihrer Babys auf sie warten.. jedes Klingeln an der Tür kostet Kraft uns Überwindung und immer ist die Erinnerung dabei….

In den letzten Tagen durften die lieben Eltern endlich Amandas Geschwister nach Hause holen.. Ich freue mich so sehr mit ihnen.. Mittlerweile weiß man auch, warum sie gestorben ist.. es gibt die Gewissheit, dass keiner etwas tun konnte.. Die Ärzte haben alles getan, was möglich war.. Amanda hatte bei der Reise ins Sternenland keine Schmerzen.. der Gedanke ist ein wenig tröstlich..

Ich danke euch, dass ich eure wunderhübsche Tochter Amanda kennenlernen durfte..

Amanda bedeutet, die, die geliebt werden muss.. und ich glaube, sie wird auch immer einen Platz im Herzen ihrer Geschwister haben, auch wenn sie sich nicht an sie erinnern können.. Ich glaube, besonders Elisabeth wird eine ganz besondere Verbindung zu ihrer Schwester haben.. und ich bin mir sicher, dass die Bilder von ihr beiden Geschwistern eine greifbare Erinnerung geben werden.

<3

Sternenkind Titus

Titus

 

 

Die Alarmierung kam am späten Abend.. Titus. 8 Tage alt.

Ich las: Die Eltern wünschen Fotos vor dem möglichem Versterben des Kindes.

Ich rief in der Klinik an und erfuhr, dass der Kleine zur Zeit beatmet wird, sein Zustand im Moment stabil sei. Man weiß nicht, ob die große Schwester mit dabei sein soll.. Die Eltern haben gerade die Klinik verlassen…

Am nächsten Tag bin ich nach Rücksprache mit der Klinik in die Uni gefahren. Der kleine Titus lag im Inkubator, allerdings wurde er nicht gewärmt, sondern gekühlt.. Er bekommt immer wieder Fieber erfahre ich.. Der arme kleine Kerl…

Was war passiert?

Die Mama berichtet:

„Es gab nie Probleme während der Schwangerschaft. Ich machte mir gegen Ende der Schwangerschaft ein wenig Sorgen weil ich deutlich runder war als bei unserer Tochter, als ich den Arzt beim letzten großen Ultraschall in der 34.SSW fragte, ob er denn irgendwie übermäßig groß wäre, da meinte der nur: „Dass das kein winziges Baby wird, das sieht man schon am Bauch, aber Gewichtsprognosen, ermessen am Ultraschall Bild sind eh immer sehr ungenau und deswegen mache er das gar nicht. Zwei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin stellten wir uns in der Klinik vor, die Ärztin dort schätzte ihn auf 3800g. Ich dachte mir, dass sind 300g mehr als Talina das kriegen wir schon hin, ist ja das zweite Kind, die flutschen doch so raus.

Aus dem Grund habe ich mich auch für die Klinik hier vor Ort entschieden.. Hätte ich gewusst, was passiert.. ich wäre gleich ins UKSH gefahren.

Woche nach dem errechneten Stichtag ging es denn endlich los. Vorher waren wir schon 2x mit Fehlalarm in der Klinik gewesen und konnten wieder nach Hause fahren. Ich war so froh und konnte es kaum erwarten. Ich hatte wirklich genug von den Wassereinlagerungen in meinen einst schlanken Füßen und Beinen. Von dem überdimensionalen Bauch ganz zu schweigen. Ich war motiviert, hielt die Schmerzen auch erst gut aus und als die Schmerzen zu stark wurden bekam ich eine PDA und alles war gut.

Ich war bereit.

Die Presswehen setzten ein und ich gab mein bestes, aber als sein Kopf endlich draußen war passierte trotz all meinen Bemühungen nix mehr. Er steckte mit der Schulter fest und wollte einfach nicht raus kommen.

Schulterdystokie ein seltener Notfall während einer Geburt.

Ich habe noch nie davon gehört, war nur fassungslos, das schon wieder eine Geburt so schwierig für uns wird. Die große Schwester kam vor 3 Jahren mit der Nabelschnur um den Hals auf die Welt. Sie musste direkt nach der Geburt versorgt werden, Papa durfte nicht mal die Nabelschnur durchschneiden, es musste schnell gehen. Sie musste die Nacht in einer anderen Klinik auf der Intensivstation verbringen. Jetzt 3 ganze Jahre später das gleiche Szenario. Nachdem die Hebamme inklusive Oberarzt gerissen und gezogen hatten war er endlich draußen.

Stille.

Wieder kein Schreien, wieder durfte Papa nicht die Nabelschnur durchschneiden. Ich brach in Tränen aus, das konnte doch nicht schon wieder passieren.

Aber von Titus kam auch nach Minuten kein Ton.

Sie belebten ihn wieder. Erfolgreich. Doch auch er musste verlegt werden auf die Intensivstation ins UKSH Kiel. Ich blieb in der anderen Klinik. So war ich nah zu Hause.. aber so weit weg von meinem Baby. Es zerriss mir das Herz. .

Doch auch er musste verlegt werden auf die Intensivstation ins UKSH Kiel. Wieder die erste Nacht als Mama und Papa ohne Baby. Am nächsten Tag konnte Papa diesmal allerdings nicht los und Titus abholen, weil alles wieder gut war wie bei der großen Schwester. Nein. Titus konnte nicht nach Hause. Ich wurde aus der Klinik entlassen und in der Uni in Kiel bei meinem Sohn wieder aufgenommen. Wir sprachen mit dem Arzt der uns sagte, dass Titus unter der Geburt gute 15min nicht mit Sauerstoff versorgt worden ist und sie ihn nun auf der Intensivstation in einen komatösen Zustand versetzt und auf 33,5 Grad Celsius Körpertemperatur runter gekühlt haben. Das beste, was man machen kann um den Gehirnschaden nicht zu verschlimmern und dem Gehirn die Möglichkeit zu geben, sich so weit es geht zu regenerieren. In 72 Stunden würden sie ihn langsam erwärmen, dann wissen sie mehr. Momentan sei keine Prognose möglich, man müsse gucken, wie es ist, wenn er wach ist.

Ein Schlag ins Gesicht – aber ich blieb positiv. Meine Gedanken: Er wird bestimmt nur ein bisschen Ergotherapie brauchen in seinem Leben. Vielleicht irgendwann ein bisschen Sprachförderung, was soll schon schlimmes passiert sein. Montag waren die 72 Stunden um, unser Kind war warm. Ich werde nie vergessen, wie der Arzt zu mir kam um mir zu sagen, dass sich an seiner Gehirnaktivität leider nix getan hat. Es ist kaum was da, er hatte gehofft es würde mehr werden, aber das ist es leider nicht. Man könnte nochmal abwarten, bis die Sedierung aus seinem Körper raus war, aber wir müssen uns darauf vorbereiten, dass Titus niemals aufwachen wird und es nicht gut für ihn aussieht.

Unsere Welt brach zusammen. Das konnte doch nicht sein. Mein gesundes Kind doch nicht. Es war doch die ganze Schwangerschaft alles in Ordnung gewesen. Ich wollte entlassen werden, ich konnte nicht mehr im Krankenhaus bleiben. Wir besuchten ihn gleich am nächsten Tag. Er lag immer noch da.. beatmet, an Kabeln und Schläuchen – alles unverändert. Abends fuhren wir nochmal zu ihm. Der schlimmste Tag bis dahin. Er hatte einen sehr hohen Puls, 40 Fieber. Sein Blutdruck schoss auch in die Höhe und der Druck in seinem Gehirn war auch zu hoch. Er litt, man sah es ihm an, obwohl er sich nicht bewegte oder Geräusche von sich gab.

Dienstagabend dachte ich, ich würde ihn verlieren. Papa und ich weinten, ich hatte ihn noch nicht mal auf dem Arm gehabt. Die Nachtschwester meinte, es wäre kein Problem wenn ich ihn halten möchte, dann dürfte ich das. Sein Arzt kam trotz der späten Stunde auch noch, um mit uns zu reden.Alle im UKSH kümmerten sich toll um uns. Wir fühlen uns gut aufgehoben und wusste: Alles, was möglich ist, wird für Titus getan.. Trotzdem: Das alles sorgte nur dafür, dass ich mir mittlerweile sicher war mein Kind würde diese Nacht noch sterben. Trotzdem fuhren wir irgendwann nach Hause und hofften, dass die Klinik nicht anrufen würde. Der Anruf kam nicht. Am nächsten Tag war alles wieder beim alten und wir schöpften neue Hoffnung. Wenn er das schaffte, konnte er sich auch ganz zurück ins Leben kämpfen. Die Ärzte wollten ein großes EEG mit mehr Ableitungen machen. Zusätzlich zur Dauerüberwachung um zu sehen ob nicht doch etwas in seinem kleinen Kopf funktioniert.

Wir besuchten ihn jeden Tag 2 Mal. Einmal Vormittags und einmal Abends, wenn die große Schwester im Bett war. Ich redete mir ein, meine Mutterliebe würde schon helfen.

Als wir das Ergebnis vom EEG bekamen wusste ich, dass meine Liebe leider nicht half. Titus zeigte auch da kaum Ausschläge und man muss davon ausgehen, dass er sich niemals entwickeln wird und für immer auf Kabel und Schläuche angewiesen ist.
Mein Herz zerbrach in 1 Millionen Teile. Warum wir? Warum ausgerechnet mein Kind? Der große 4,7kg schwere Titus, der so fehl am Platz ist auf einer Intensivstation voller Frühchen.
Sein Arzt schlug vor Anfang der nächsten Woche noch ein MRT zu machen, damit wäre denn alles an Diagnostik für ihn ausgeschöpft. Wir wussten alle, es würde nix an seinem Schicksal ändern.. aber auch ich brauchte dieses MRT für das Gefühl alles getan zu haben“.
An diesem Abend kam der Alarm und ich telefonierte mit der Klinik. Titus war zu dem Zeitpunkt 8 Tage alt.

Als ich am nächsten Tag im Krankenhaus ankam begrüßten mich die Schwestern ganz lieb.. Man kennt sich halt.. Viel zu oft sind wir dort.. Ich betrat das Zimmer in dem Titus lag. Er schlief in seinem „Bettchen“ und seine Eltern schauten ihn an.. Wir begrüßten uns und ich sagte ihnen, wer ich bin.

Da lag er nun.. der kleine große Titus. Von oben bis unten verkabelt.. Er hatte ganz viel dunkle Haare, das ist mir als erstes aufgefallen. Ich begann sein Gesicht zu fotografieren.. die Hände.. die Füsse.. Titus reagierte teilweise auf unsere Berührungen.. Die Eltern wünschten sich Kuschelbilder und zu zweit hoben die Schwestern ihn langsam auf den Arm der Mama. So viele Kabel mussten gesichert werden.. Es dauerte etwas, bis eine für Titus gute Position gefunden werden konnte.. er wurde ja weiter beatmet.. alle Schläuche blieben natürlich dran.. der Papa küsste ihn sanft.. die Mama streichelte ihn.. ich hielt alles in Bildern fest..

Die Mama berichtete mir vom bevorstehenden MRT… Sie muss – wie sie schon oben geschrieben hat – das Gefühl haben auch wirklich alles getan zu haben.. möchte sicher gehen.. und wie befürchtet, bestätigte das MRT die Diagnose.. Sein Großhirn hat einen zu großen Schaden genommen.. sein Kleinhirn funktionierte noch in Teilen.. darum hat er auf unsere Berührungen reagiert..

Wieder Stille.. und die Frage… warum?

Die große Schwester hatte Titus noch nicht gesehen. Talina ist drei und darf nicht auf die Intensivstation. Wir sprachen über den „Fall der Fälle“… Ich ermutigte die Eltern Talina die Chance zu geben ihren kleinen Bruder kennen zu lernen. Wie sonst soll sie verstehen, was passiert ist.. Mama hatte ein Baby im Bauch und auf einmal ist es weg.. er wird für sie nie dagewesen sein.. Ich berichtete von meinem Einsatz bei dem kleinen Joshua.. und die durchweg positiven Erfahrungen, die die Eltern gemacht haben.. Talina habe große Angst vor Ärzten.. vor Krankenhäusern.. Ich sagte, vielleicht können wir uns sonst in dem Warteraum treffen. Es wird sicher eine Möglichkeit geben.. Sie wollten drüber nachdenken..

Ich verlies die Klinik später mit ganz gemischten Gefühlen.. es bestand kaum Hoffnung.. aber schon mehrfach haben wir Wunder erlebt.. Ich habe so sehr gehofft, dass auch Titus ein Wunder sein wird..

Anfang der Woche habe ich mit dem Papa geschrieben.. Man wartet auf die Ergebnisse.. Dienstag oder Mittwoch sollen sie vorliegen..

Ich hörte die Woche über nix mehr.. Ich hatte so große Hoffnung.. Dann am Freitag sah ich schon die Nummer der NEO… Titus ist gerade eingeschlafen – die Eltern haben gesagt, wir sollen dich sofort anrufen…

Leere..

Nun doch..  Es hat mich sehr traurig gemacht..

Ich hatte zum Glück Zeit und habe mich direkt auf den Weg gemacht. Die Mama saß mit Titus im Arm auf dem Sessel.. Ich ging zu den beiden… streichelte Titus.. sagte der Mama Hallo und drückte sie.. so schwere Minuten..
Titus sah ganz friedlich aus.. ganz anders.. so ohne Schläuche.. so ein hübscher Junge.. es ist einfach nicht zu verstehen.. Ich streichelte ihn erneut, die Mama berichtete mir:

Das MRT brachte wie zu erwarten keine positive Wendung. Wir konnten es aber nicht mehr ertragen ihn so leiden zu sehen, also beschlossen wir Titus am Ende der Woche zu erlösen. Seine ganze Familie nahm sich die Zeit ihn zu besuchen und sich zu verabschieden: Omas, Onkel, Tanten so schwer es auch fiel alles wollten ihn kennenlernen. Wir überlegten lange, was wir mit Talina machen sollten. Würde sie mit ihren 3 Jahren verstehen, was wir von ihr wollen? Wenn wir ihr die Situation um ihren Bruder erklären? Soll sie ihn kennenlernen? Nachdem mein Mann mir erzählte, er erinnere sich noch daran wie er mit 3 seinen kleinen Bruder im Krankenhaus besucht hat ,als er geboren wurde, war klar: Ja Talina soll und muss ihn kennenlernen!! Die Woche ging zu Ende und Freitag den 27.07 genau 2 Wochen und 1 Tag nach seiner Geburt schlief unser kleiner großer tapferer Kämpfer bei mir auf dem Arm für immer ein. So friedlich und entspannt: Ich bin mir sicher, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

Die Mama sagte, dass Talina im Wartezimmer ist und gerade geholt wird.. sie hat Titus noch nicht gesehen..

Welch’ bewegender Moment. Der Papa kam mit Talina auf dem Arm ins Zimmer. Sie hatte in der einen Hand ihren Kuschelhund und in der anderen zwei große Luftballons.. einen blauen für Titus und einen rosafarbenen für sie.. der Papa stelle sich zu uns und Talina schaute unsicher abwechseln zu Titus.. dann wieder zu mir.. Sie kannte uns beide ja nicht.. Wollte aber auch nicht zu Mama und Titus auf den Arm.. Dann fingen wir einfach an zu erzählen.. Ich sagte: „Talina, hast du schon gesehen, dass Titus auch eine Nase hat?“ … sie schaute interessiert ihren Bruder an.. der Papa kniete sich hin.. „Talina, wo ist denn deine Nase?“ .. sie zeigte auf ihre.. „.. und die vom Papa?“ .. sie zeige auf Paps Nase.. „und von Titus?“ … Talina beugte sich vor und zeigte mit ihrem Finger auf Titus Nase.. da war das Eis gebrochen.. sie berührte sein Hand.. seine Haare .. seine Füsse.. ich war so berührt von dieser Situation.. Ich hielt alles in Bildern fest.. schon bald schaute sie nicht mehr bei jedem klicken der Kamera zu mir.. Wir erzählten einfach weiter.. Machten Späße mit Talina.. sie sollte diese Momente in schöner Erinnerung behalten.. so merkwürdig es klingen mag, aber Kinder gehen ganz anders mit dem Tod um, als wir Erwachsenen. Sie wissen nix von dem Verlust.. von dem Schmerz der da ist.. da liegt der Bruder auf dem Arm der Mama.. und sie sieht ihn das erste Mal.. lernt ihn ein bisschen kennen.. berührt ihn.. es gibt nur diese eine Chance… Viele glauben, es den Kindern nicht „antun zu können“…. sie vor dem Schmerz beschützen zu wollen.. Aus meiner Sicht ist die Leere später ein viel schlimmerer Schmerz.. und Talina wird verstehen, warum Titus nicht mit nach Hause kommen kann.. aber sie hat gesehen, dass er da war.. kann verstehen, warum Mama und Papa auch mal weinen.. wie sonst begreift ein Kind das?
Ich habe mich so gefreut, dass die lieben Eltern sich zu diesem Schritt gewagt haben.. Es wird für Talina so wichtig sein.. Wir haben dann auch noch alle Finger gezählt.. alle Zehen.. und Talina hat gesehen.. er hat genauso viele wie sie 🙂

Die Mama schrieb mir: “Talina durfte ihren Bruder kennen lernen.. Momente so bittersüß ich werde sie niemals vergessen”.

Später haben die Eltern Talina dann erzählt, dass sie Titus leider nicht mit nach Hause nehmen können..

Ich habe dann Titus alleine fotografiert. Auch er hat ein Herzchen bekommen.. eines, dass er immer bei sich behalten wird.. das andere haben die Eltern für immer bei sich.. eine kleine Verbindung zwischen ihnen..

Ich habe mich dann zeitnah von der lieben Familie verabschiedet.. sie sollen die kurze gemeinsame Zeit noch alleine erleben.. Ich bin nach Hause gefahren und habe meinen inneren Frieden mit mir gefunden.. Ich bin so stolz auf die Eltern, dass sie den Mut gezeigt haben.. Titus sah so friedlich aus.. und Talina hat die Momente ganz, ganz großartig gemeistert.. Verstehen wird sie es … später.. irgendwann..

Heute – gut eine Woche später – berichtete mir die Mama:

Talina spricht viel von Titus… Immer mal wieder… sie hat auch gefragt ob wir ihn mit in Urlaub nehmen, das ist natürlich manchmal ein bisschen hart für uns wenn wir immer aufs Neue erklären müssen, dass das nicht geht. Titus mussten wir ja beerdigen, er wohnt jetzt bei den Sternen. Aber sie guckt sich die Bilder immer wieder an und erzählt heimlich ihrem Plüschtier Mini Bo von ihm, wenn sie denkt wir hören nicht zu <3

… und das ihr Lieben… das bewegt mich sehr.. denn Talina fängt so an zu verarbeiten.. Ihr glaubt nicht, wie froh ich bin, dass die lieben Eltern diesen Mut aufgebracht haben..

Gute Reise kleiner Titus… Grüße die anderen kleinen Sternenkinder lieb von mir…

 

 

 

 

 

 

 

 

Zoey am Strand

Freundschaft ist die reinste und höchste Form der Liebe. Es ist eine Form der Liebe ohne Bedingungen und Erwartungen, bei der man das Geben an sich genießt.
Osho

 … und diese Liebe spürt man jede Minute … 

Gestern durfte ich mit der kleinen Zoey einen Abend am Strand verbringen.. Es ist so toll, die Kleine aufwachsen zu sehen.. Denn Zoey hatte keinen leichten Start ins Leben.. Sie wurde in der 27+4 SSW per Notkaiserschnitt aufgrund eines HELLP-Syndroms der Mama in der UNI Klinik Kiel geboren. Sie wog zarte 850 Gramm und war 35 cm groß. Heute ist sie knapp 5 Jahre alt und so ein liebenswertes und aufgewecktes kleines Mädchen 

Es war so schön mit euch.. 

.. Was empfindet ihr beim Anblick dieser Bilder? Auch so viel Liebe?

Neo und die Melonen

… was für ein Spaß… der kleine Neo liebt Melonen und was liegt da näher als dies in Bildern festzuhalten .. Es war ein so entspanntes Shooting, nur als er die Melone zum Umziehen kurz abgeben musste.. ja, da hat er geschimpft wie ein kleiner Rohrspatz 🙂

 

 

Cake Smash Shooting

.. Ich liebe Kuchenshootings… und wenn von der Torte am Ende kaum noch was übrig bleibt… dann haben wir alles richtig gemacht 🙂

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