Sternenkinder

 

Ihr Lieben… heute möchte ich euch von einem für mich ganz besonderem Einsatz erzählen.. Diesmal kam der Alarm aus der Kinderklinik… ein kleines Mädchen ist verstorben, sie ist 3 Monate alt… ob bitte einer schnell kommen könnte.. Wie immer hab ich mich mit meinen lieben Mädels (Danke liebe Silke, Rea, Hanni, Anne.. wir sind ein super Team <3 ) hier in Kiel abgestimmt und bin sofort losgedüst.. Es war ein Samstag morgen, die Straßen waren leer und ich bekam glücklicherweise einen Parkplatz direkt vor der Klinik.. Es war ein anderes Gefühl als sonst.. 3 Monate war diese kleine Maus schon… mein erster Einsatz – nach ca. 30 Sterncheneinsätzen – bei einem Kind, das schon so groß war… Vor Betreten der Station musste ich einen Schutzkittel anziehen, dann nahm mich die liebe Schwester mit auf Station.. Wir schnackten kurz, das Team war gerade bei der Kleinen im Zimmer.. Die Eltern seien im Elternzimmer sagte man mir und führte mich dahin.. In dem Moment wunderte ich mich ein bisschen, dass die Eltern nicht beim Kind waren.. sie standen beide in dem Raum – natürlich völlig aufgelöst… Nachdem die Mama mir Ella Charlottes „Geschichte“ schickte, wusste ich auch warum sie nicht bei ihrer kleinen Maus waren.. sie selbst waren erst kurze Zeit dort… Hatten gerade zuvor erfahren, dass ihre kleine Ella Charlotte zu den Sternen gereist ist.. haben sie nur kurz gesehen und konnten natürlich noch nicht begreifen, was gerade geschieht… Ich stellte mich kurz vor, sagte dass ich hier bin um ihnen Fotos von ihrer kleinen Tochter zu schenken.. ich fragte was passiert ist… Die Mama weinte und streichelte ein kleines Kuscheltier… konnte nur herausbringen: „Ich weiß nicht… „ … sie schüttelte mit dem Kopf… „es sah alles so gut aus…“ … mehr ging nicht.. Mehr musste auch nicht gesagt werden… Der Schmerz in dem Moment.. diese Ratlosigkeit… kaum zu erfassen für mich..

Als ich das Zimmer betrat, in dem die Kleine Ella lag sah ich als erstes eine kleine leuchtende Sternchenkette am Bett.. so liebevoll gestaltet von den Schwestern.. dann sah ich die kleine Ella Charlotte.. so eine süße kleine Maus… die Frage warum… so unnütz sich diese zu stellen und doch drängt sie sich immer wieder auf…

Die Eltern betraten das Zimmer und streichelten die kleine Maus.. ich hielt mich im Hintergrund… gab den Eltern Zeit.. die Schwester kam dann mit einem Körbchen Kleidung und die Mama suchte sich einen von Ellas Bodys aus.. Die Kleine wurde angezogen und dann fingen wir langsam an sie zu fotografien.. so ein großes Mädchen.. so ein hübsches Gesicht.. sieht aus, als würde sie schlafen.. und jeden Moment wieder aufwachen…

Die Eltern haben mit Ella gekuschelt, sie gestreichelt.. wir haben die Kuscheltiere, die sie immer begleitet haben mit ihr zusammen fotografiert.. Die Mama wünschte sich noch ein Bild von ihren tollen Haaren.. schaut selbst.. <3

Irgendwann lies ich die kleine Familie alleine.. sagte, sie sollen sich alle Zeit der Welt nehmen um sich zu verabschieden.. und fuhr nach Hause zu meiner Familie, die mit dem Frühstücken auf mich gewartet hat… Lange noch war ich in Gedanken bei der Familie..

Knapp 2 Wochen nach diesem Tag bekam ich von den Eltern eine Mail.. wie viel ihnen die Bilder bedeuten.. wie dankbar sie sind, dass einer von uns da war.. und… wenn ich mag, darf ich ein paar Zeilen schreiben.. ein paar Zeilen über Ella Charlotte und ihre Reise ins Sternenland.. Die Mama schrieb mir Ellas Weg auf… Wenn ihr mögt.. hier ist er…

Ella Charlotte ist Mitte Mai 2017 geboren. Die ersten Stunden verliefen völlig normal… ein gesundes Mädchen.

Abends gegen 20.00Uhr lief sie blau an. Und das passierte noch zwei weitere Male.
Die Nacht verbrachte sie auf der Intensivstation und am nächsten Morgen  wurde sie geröntgt. Dabei haben die Ärzte festgestellt, dass ihr Herz zu groß ist. Gegen frühen Abend beschallten sie ihr Herz genauer. Sofort brachte man Ella Charlotte nach Kiel ins UKSH. Ella war 4 Tage auf der Intensivstation, dann kam sie auf die Allgemeine Kardiologie.
Es verlief alles soweit gut, dass die Ärzte sie Anfang Juni entlassen wollten. Sie sollte für die erste Op 5kg wiegen. Ella nahm schleppend zu, aber das war normal für ihren schweren Herzfehler.
Also schlief ich zwei Nächte bei Ella im Krankenhaus. An diesem Wochenende verschlechterte sich ihr Zustand, so dass wir nicht gehen durften. Ende Juni hatte sie ihre 1. Op. Seit diesem Tag war sie dauerhaft auf der Intensivstation und kam nicht von der Beatmung weg. Sie bekam viele Medikamente. Sie machte drei Schritte vorwärts und zwei zurück. Es wurde einfach nicht besser. Ich durfte sie 4 Wochen nach der 1. Op das erste Mal endlich wieder auf den Arm nehmen. Anfang August hatte sie, obwohl sie sehr krank war ihre 2. Op, die sehr nötig war. Sie bekam eine künstliche Herzklappe. Nach dieser Op sah es sehr viel besser aus, als vor der Op. Wir waren voller Hoffnung. 11 Tage später hatte ich Ella Charlotte das erste Mal nach der 2. Op auf dem Arm… alles war gut. Und dann am nächsten Morgen kam der schreckliche Anruf aus dem Krankenhaus: „Wir mussten ihre Tochter reanimieren, bitte kommen sie schnell.“
Wir fuhren sofort ins UKSH. Der Arzt erzählte uns in Kurzfassung was passiert ist. Nachts fiel ihre Sauerstoffsättigung ab und sie bekam Atemnot. Die Ärzte gaben ihr Medikamente und es sah erst mal wieder gut aus. Kurze Zeit später verschlechterte sich ihr Zustand drastisch. Sie mussten Ella reanimieren. Eine Stunde lang, dann hörte ihr Herz auf zu schlagen.
Wir gingen zu ihr ins Zimmer, da lag sie schon ohne die Beatmung in ihrem Bettchen. Nur noch einen Medikamenten Zugang hatte sie. Wir mussten das Zimmer verlassen, damit sie diesen noch ziehen konnten.
Und dann kamst du in die Elternküche. Wir waren so froh, dass du da warst. Wir hätten dich angerufen, wenn Ella endlich zu Hause gewesen wäre. Schon von Anfang an war es klar, dass wir mit Ella Charlotte zu dir kommen um Fotos machen zu lassen. Nun kam es anders, aber du liebe Tanja hast diese wundervollen Bilder von unserer kleinen Prinzessin gemacht. Dafür sind wir dir so dankbar. Wir sind auch sehr dankbar über die kleinen Herzen, die du mitgebracht hast.. Wir tragen es immer bei uns und es hilft uns sehr… Danke danke danke.
Liebe Grüße
Mama und Papa von Ella Charlotte

… dass ich Ella Charlotte nun so kennenlernen durfte… puh ihr lieben.. mehr kann ich nun auch nicht sagen..

Ella Charlotte ist genau 100 Tage alt geworden.. nicht 99, nicht 101… 100 Tage..

Ich danke euch für’s Lesen.. ich danke euch ihr lieben Eltern, dass ihr mir das Vertrauen geschenkt habt, euch in dieser so schweren Zeit beiseite stehen zu dürfen..

 

 

 

Heute mal ein etwas länger Bericht… von meinem Einsatz bei der kleinen Greta-Matilda

Letzte Woche erreichte mich ein Alarm aus dem UKSH Kiel. Ein kleines Mädchen.. geboren in der 31 Schwangerschaftswoche.. der Alarm kam nicht direkt aus dem Kreißsaal, sondern von der Neugeboren Intensivstation. Ich rief sofort in der Klinik an und da erfuhr ich, dass die Kleine vor zwei Tagen geboren wurde.. sie hat zwei Tage gelebt und sei gerade verstorben.. die Eltern wünschten sich Bilder.. ob einer bitte sofort kommen könne.. Ich sprach mich schnell mit meinen Kollegen ab und fuhr los.. keine 20 Minuten später betrat ich die Station..

Ich wurde gleich an der Tür von den Schwestern der Station empfangen… Dort haben wir kurz reden können und dann wurde mir das Zimmer gezeigt, in dem die kleine Familie zusammen saß… der Papa stand im Raum, die Mama lag auf dem Stuhl, mit einem kleinen Bündel auf dem Bauch.. Ich trat näher und erkannte ein kleines wunderhübsches Mädchen… kleine Schläuche bedeckten ihren Körper, so war sie bei der Mama kurz vor meinem Besuch für immer eingeschlafen… Ich sah sie an und sagte: so eine süße Maus… mehr konnte ich im ersten Moment nicht sagen.. Ich sah ein kleines Mädchen… das wie schlafend bei der Mama im Arm lag… der Papa trat näher und sagte mir: Das ist die kleine Greta-Matilda.. Ich sah ihre ganzen Haare und der Papa sagte mir, dass die drei großen Schwestern auch so viele Haare hatten und sie sahen nach der Geburt genauso hübsch aus wie ihre kleine Schwester…

Die liebe Stationsschwester war die ganze Zeit mit im Raum und nahm dann die kleine Schläuche ab… Sie tupfte vorsichtig die Klebestellen sauber… Sie besorgte einen ausgepolsterten Korb und zwei kleine Bodys… Die Eltern haben sich für den brombeerfarbenen entschieden und das war genau die Farbe, die der kleinen Greta-Maltilda so gut stand…

Ich erlebe in dieser ersten kurzen Zeit so gefasste Eltern… Ich erklärte ihnen kurz wer ich bin, dass ich da bin um ihre Tochter zu fotografieren. Die Mama sagte, sie hätten noch gar nicht gefragt, was das kostet… Ich erklärte ihr, dass es nichts kostet… das meine Kollegen und ich von @DEIN Sternenkind ehrenamtlich Erinnerungsbilder schenken… In dem Moment wurde mir klar, dass wir auch in diesem Bereich noch mehr aufklären müssen… nicht auszudenken, dass wir nicht anfordert werden, weil jemand Angst hat, uns nicht bezahlen zu können..

Dann fragte ich den Papa, was passiert ist… In der 20 SSW hat der Frauenarzt bei einer Routineuntersuchung festgestellt, dass zu wenig Fruchtwasser da war. Weitere Untersuchungen ergaben, dass Greta-Matilda eine verzystete Niere hatte.. Etliche Tests wurden durchgeführt… Wochen der Angst und Hoffnung folgten.. gute und schlechte Nachrichten reihten sich aneinander.. als sie 850g erreicht hatte die Hiobsbotschaft: Die Ärzte konnten keine Harnblase erkennen, sie gehen vom beidseitigem Nierenversagen aus.. Das würde heißen: Greta-Matilda ist nicht lebensfähig.. Die Ärzte raten zum Abbruch. Der Papa schreibt mir später- und diese Worte gehen mir nicht mehr aus demKopf:

Dieser Tag war ziemlich hart und wurde bestimmt durch Verzweifelung. Haben dann auch alle Möglichkeiten durchgesprochen. Aber wir sind dann zu dem Ergebnis gekommen, ihr wenigstens eine Chance zu geben. Ich meine…. es hieß die ganze Zeit immer….. es kann sein, dass das ist, es kann sein das jenes ist….. Es kann sein…. muss aber nicht. Und wer sind wir, Gott zu spielen und über das Leben zu entscheiden. Nur weil es dann unbequem wird für uns? Deswegen Greta-Matilda aufgeben und ihr keine Chance geben? Nein, das können wir nicht. Wenn wir nicht für sie kämpfen, wer dann ? Ich habe zu meiner Frau gesagt…Was wäre wenn sie erst nach einem Jahr krank geworden wäre? Hätten wir dann nicht für sie gekämpft und alles getan was möglich ist? Oder wären wir dann ins KH gefahren, hätten der Ärztin das Baby in die Hand gedrückt und gesagt. . Hier nimm wieder, is kaputt, wollen wir nicht???? Nein, niemals hätten wir das.

Und sie gaben Greta-Matilda diese Chance. Und die Kleine schaffte es bis zur 31 Schwangerschaftswoche. Dann setzen plötzliche Wehen ein. Auch hier gingen die Ärzte davon aus, sie würde es nicht schaffen. Entweder bei oder direkt nach der Geburt versterben.. Aber Greta-Matilda hat es anders entschieden. Hat entschieden zu kämpfen.. Der Arzt sagte nach der Geburt: Sie will leben – damit habe ich nicht gerechnet… Sie kam an die Dialyse und hat dies super gemeistert.. Am nächsten Tag dann stelle man fest, dass ihr Herz viel zu groß und stark ist für ihren noch so kleinen Körper.. und letztlich hat es viel zu viele Ressourcen verbraucht, dass für den Kreislauf nicht mehr genug übrig blieb.. Ein Lungenflügel kollabierte … die Organe werden nach und nach versagen.. keine Chance für die kleine Maus..

Puh… ihr Lieben.. ich musste sehr schlucken beim Lesen dieser Zeilen.. Vor ein paar Jahren ist mein Großneffe in der 21 ssw mit genau der Anfangsdiagnose von Greta-Matilda ins Sternenland gezogen… Die Eltern entscheiden sich, ihr den Leidensweg von noch mehr Schmerzen und Operationen zu ersparen.. und so ist sie keine Stunde zuvor – nun stand ich vor diesem hübschen kleinen Mädchen im Zimmer – auf dem Bauch der Mama für immer eingeschlafen.

Ich fragte den Papa, ob ich sie nehmen darf…

Ich legte die kleine Greta-Matilda sanft in das Körbchen… Ich bedeckte sie mit dem kleinen rosa Tuch, dass seit ihrer Geburt in ihrem Brutkasten lag und fing an sie zu fotografieren… sie ist so niedlich… sieht aus, als würde sie schlafen.. Ihre kleinen Füße.. gehalten von den scheinbar so großen Händen der lieben Eltern… Die beiden streicheln sie immer wieder… ich glaube es ist in diesem Moment noch nicht realisiert, was hier gerade passiert ist… das ihre kleine Tochter gerade auf dem Weg ins Sternenland ist… Es war so ein heller und sonniger Tag… ich glaube, das haben die Engel extra organisiert… <3

Wir haben eine ganze Zeit lang fotografiert… die Eltern haben die Kleine auf den Arm genommen, die geküsst… sie angesehen… Es war so viel Liebe im Raum… Die Mama lächelte so oft, als sie die kleine Greta-Matilda ansah..

Ich weiß nicht, wie lang ich da war… wie lang wir Fotos gemacht haben… irgendwann habe ich mich verabschiedet.. und habe das Krankenhaus mit ganz gemischten Gefühlen verlassen…

Auf der einen Seite konnte ich den Schmerz der Familie so mitfühlen… Nun sind sie alleine mit der kleinen Greta-Matilda und verabschieden sich… verlassen bald das Krankenhaus und werden ihre Beisetzung organisieren… werden nach Hause fahren und den großen Schwestern sagen müssen, dass Greta-Matilda ins Sternenland gezogen ist… Kaum greifbar und fast nicht zu verstehen für noch so kleine Kinder… müssen stark sein für ihre Kids… müssen sich aber auch Raum geben um zu trauern…

… dann sind da die anderen Gefühle… denn ich habe die Familie als so stark empfunden… so liebe Menschen, die so liebevoll mit der kleinen Greta-Matilda umgegangen sind.. Ich bin so froh, dass sie zwei Tage lang die Chance hatten ihre kleine Tochter kennenzulernen… sie atmen zu sehen… sie streicheln zu können… selbst Bilder zu machen, die sie sofort den großen Geschwistern gezeigt haben.. auch wenn der Schmerz so groß war in dieser Zeit.. die kleine Greta-Matilda hat so gekämpft… und konnte dadurch auch ihre Eltern erleben… konnte sie hören, sie reden hören… sie spühren… und sie wird ihre ganze Liebe, die sie empfangen hat mitgenommen haben… sie wird sie bei sich tragen bis alle wieder vereint sind… Die Kleine wird sich gewünscht haben, dass ihre Eltern irgendwann verstehen, dass sie geboren wurde, um im Sternenland leben zu dürfen… um von „oben“ auf die liebe Familie aufpassen zu können… Bis sie sich irgendwann wiedersehen…

Der Papa schrieb mir nach der Beerdigung: Der Tag gestern war geprägt von Traurigkeit. Aber die Beisetzung war auch sehr schön.
Und da hast auch du deinen Teil zu beigetragen.
Keiner, außer meiner Frau und mir, hatte Greta-Matilda überhaupt zu Gesicht bekommen.
Und so hatten wir dein Vorabfoto auf DIN A2 vergrößert und dort auf einem Ständer ausgestellt.
So konnte sie dann jeder auch mal sehen, ohne Schläuche im Gesicht und aus sämtlichen Adern..
Als ich das gelesen habe, rollte mir eine kleine Träne die Wange runter… das hat mich sehr berührt… und das ist der Lohn für unsere Arbeit… mehr bedarf es nicht… das ist es, warum wir da sind… das ist es, warum wir das tun, was wir tun…

Ihr Lieben… die Eltern möchten dazu beitragen, dass die Furcht davor, verstorbene Kinder fotografieren zu lassen, genommen wird… dass es wundervolle Erinnerungen sind… die helfen, auch die kleinsten Details nicht zu vergessen.. Ich danke euch ihr lieben Eltern… Ich danke euch, dass ich eure kleine Maus kennenlernen durfte… Ich danke euch, dass ich sie hier zeigen darf… Ich habe eure kleine Greta-Matilda fest in mein Herz eingeschlossen und ich freue mich schon jetzt auf unser Wiedersehen.. Wenn ich Greta-Matildas Schestern kennen lernen darf… dann, wenn draußen wieder die Sonne scheint… und ich euch fotografieren darf.. <3

 

Ein Bericht der Eltern:

… der Tag an dem unsere kleine Greta-Matilda zu den Sternen gereist ist…

Unsere Erfahrungen mit der Organisation DEIN Sternenkind

Ihr Lieben.. heute habe ich von den lieben Eltern der kleinen Greta-Matilda ein paar Zeilen bekommen… Worte, die beschreiben, wie sie die Zeit, während die Fotos von ihrer kleinen Tochter gemacht wurden, erlebt haben.. Ich bin über diese Worte sehr dankbar…. ich hoffe, sie helfen anderen… sie helfen zu verstehen, warum überhaupt Fotos gemacht werden sollten… was wird gemacht.. wie läuft das Shooting ab… wie wichtig ist dies.. wie haben es die Eltern erlebt.. ihr lest viele Berichte aus meiner Sicht.. heute zeige ich euch mal einen aus Sicht der Eltern..

…nun waren wir also bei unserer kleinen Maus und unsere schwerste Entscheidung, sie gehen zu lassen, stand fest.

Der behandelnde Arzt sagte, es gäbe die Möglichkeit, eine Nottaufe durchzuführen. Wenn wir das gerne wollen würden, würde er der Klinik Pastorin Bescheid sagen. Das wollten wir gerne und so betrat die Pastorin kurz darauf das Zimmer. Nach dem ganzen Prozedere ging ich mit ihr in einen separaten Raum, um die Formalitäten abzuschließen. Als ich wieder zurück bei meiner Frau und Greta-Matilda war, verabschiedeten wir uns von unserem geliebten Engel und unsere kleine Tochter schlief auf dem Schoß meiner Frau friedlich ein. Meine Frau sagte mir anschließend, während ich mit der Pastorin weg war, hätte sie mit der Schwester gesprochen und nach der Möglichkeit gefragt, professionelle Fotos machen zu lassen. Sie hatte mal im Radio gehört, dass es so was geben soll, wusste aber nicht genau, wer das macht, zu welchen Konditionen und ob das auch hier im Universitätsklinikum möglich wäre. Die Schwester erkundigte sich, kam wieder und sagte, sie hätte alles in die Wege geleitet und ein Fotograf sei unterwegs. Nach einer halben Stunde öffnete sich die Türe und eine Frau betrat das Zimmer. Anhand ihrer Fotoausrüstung war zu ersehen, um wen es sich hier handelt. Sie hält kurz inne, begutachtet die Situation und kommt dann langsam näher. Sie stellte sich als Tanja vor, schaut dann auch zu Greta-Matilda und bekundete ihr Beileid. Tanja sagte, sie sei hier, um für uns Fotos von Greta-Matilda zu machen. Aber es bestünde keine Eile. Sie hätte alle Zeit der Welt und wir sollen ihr Bescheid geben, wenn wir so weit wären. Wir zogen Greta-Matilda um, die Schwester half uns dabei… Tanja fragte, was passiert sei und wir erzählten ihr von Greta-Matildas Reise.. Als wir begannen zu fotografieren, fragte sie uns, ob wir bestimmte Vorstellungen oder Wünsche hätten, oder ob sie einfach machen solle. Tanja war die ganze Zeit zurückhaltend, ging auf unsere Wünsche ein und unterbreitete auf Anfrage auch Vorschläge für schöne Motive. Sie ging ganz liebevoll mit unserer kleinen Maus um und hatte auch auch selbstgenähte Herzen dabei. Diese Herzen werden von ehrenamtlichen Näherinnen gemacht so erfuhren wir später. Greta-Matilda wurde mit solch einem Herzen fotografiert und dieses Herz blieb dann auch bei ihr. Wir bekamen ein identisches Herz von ihr geschenkt. Immer wenn wir jetzt dieses Herz anschauen, wissen wir, dass auch Greta-Matilda ein solches bei sich hat. Es gibt wahrscheinlich auch einige Menschen, die es sich nicht vorstellen können, ihr totes Kind fotografieren zu lassen. Es war nicht so wie man es vielleicht vermuten könnte, dass man komplett unter dem Kommando des Fotografen stand und dieser einem dann seinen Willen aufdrückt, sondern es wurde mit viel Einfühlungsvermögen, viel Zeit und ohne Stress gearbeitet. Tanja verabschiedete sich freundlich und wünschte uns für die kommende Zeit ganz viel Kraft.. dann verließ sie uns wieder. Ein erstes Vorab Foto erhielten wir bereits am selben Tag per E-Mail, mit dem Hinweis, dass sie in den kommenden Tagen alle Bilder bearbeitet und uns diese dann schnellstmöglich per Einschreiben zusendet. Es dauerte nur ein paar Tage und die bearbeiteten Bilder und eine DVD waren bei uns. So wunderschön diese Bilder auch sind, so sehr schmerzt es auch. Sie sich anzuschauen macht sie uns unendlich traurig. Man hadert mit sich, Gott und der Welt und wünscht sich, alles wäre gut gegangen. Das sie auf den Fotos tatsächlich nur schläft, gleich aufwacht und uns anlächelt. Momentan sind die Fotos deshalb auch im Schrank verschwunden. Dennoch sind wir sehr froh, sie gemacht zu haben und würden uns jedes mal wieder so entscheiden. Denn wir wissen, dass sie da sind und wir sie jederzeit betrachten können. Wir glauben ganz fest daran, dass sie uns helfen werden, die Trauer zu verarbeiten und Greta-Matilda niemals zu vergessen, auch wenn die Erinnerungen vielleicht irgendwann zu verblassen drohen. Sie wird immer in unserem Herzen sein, aber durch die Bilder können wir sie auch immer wieder als so hübsches Mädchen betrachten, wie sie auch war und sogar an Duft ihrer Haut erinnern. <3

Wir sind der Organisation Dein Sternenkind sehr dankbar für diese geschaffenen Erinnerungen und hoffen, dass sie in der Zukunft auch anderen betroffenen Familien solch schöne Fotos schenken können. Danke, dass es euch gibt.

… und ich danke euch ihr lieben Eltern für eure Worte…

 

 

 

Das Herzchen und seine Geschichte dazu…

Ihr Lieben.. heute war ein ganz besonderer Tag für mich… Ich habe mich mit den lieben Eltern der kleinen Greta-Matilda getroffen und ich durfte die drei Schwestern kennenlernen…  Was für tolle Mädels 

Wir haben uns an einem sonnigen Tag in diesem für alle so traurigen August verabredet… denn an so einem sonnigen Tag ist die kleine Greta-Matilda vor 12 Tagen ins Sternenland gereist… und mir war es eine Herzensangelegenheit den Eltern in diesem Monat ein paar „sonnige“ Momente zu ermöglichen… In Gedanken immer bei der Kleinen, die uns heute so ein tolles Wetter beschert hat…

Viele von euch haben meinen letzten Post gesehen und auch die Geschichte von Greta-Matilda gelesen… auf meiner Homepage seht ihr auf dem letzten Bild ein kleines Herz, welches sie in der Hand hält… Von diesem Herz möchte ich euch heute erzählen… es gibt viele ehrenamtliche Näherinnen, die Kleidung, Schlafsäckchen, Abschiedskörbchen und vieles mehr anfertigen und den Klinken zur Verfügung stellen… Das ist so schön, denn so sind die Kleinen eingekuschelt und die Eltern können Abschied nehmen… dann gibt es noch diese Herzen… oder Schmetterlinge… die gibt es immer in doppelter Ausführung, den eines verbleibt beim Baby.. für immer… und eines verbleibt bei den Eltern.. als Erinnerung.. als Verbindung.. denn sie wissen… ihr Baby hat genauso ein Herz bei sich  Ich habe auch Greta-Matilda mit dem Herzen fotografiert… und heute hat die liebe Familie dieses mit zum Shooting gebracht… auf dem Foto seht ihr die drei Hände der Schwestern… die liebevoll Greta-Matildas Herz, besser gesagt das Gegenstück dazu, in der Hand halten…

Für Eltern hat dies eine große Bedeutung, weil sie sich oft noch näher mit dem Kind verbunden fühlen.. wenn sie das Herz später in die Hand nehmen.. es streicheln…

Danke an alle Näherinnen, die dies ermöglichen 

Danke ihr Lieben, dass wir uns heute gesehen haben… das ich eure Mädels kennenlernen durfte… 

Teilen erwünscht. Ihr wisst ja warum ❤️😇❤️
DEIN Sternenkind

Sternenzauber & Frühchenwunder e.V.

 

 

… pass auf kleine Nica… gleich ist er bei dir oben … <3

Nica ist meine kleine Nichte. Nica ist heute vor 7 Jahren mit nur 8 Monaten ins Sternenland gereist… Nica hatte hier auf der Erde eine Aufgabe.. für die Mama <3 … und letztlich … mit ganz viel Abstand betrachtet… auch für mich <3 … denn ohne sie hätte ich mich niemals getraut, mich bei DEIN Sternenkind anzumelden..

Kleine Maus.. grüße die anderen Sternenkinder lieb von mir.. ganz besonders deinen Neffen Noah <3 – ihr versteht euch bestimmt prima da oben und du machst mit den anderen Kinder jede Menge Quatsch…

<3 … wir vermissen dich … <3

 

Die Runde Ecke
… dass mich mein erster Einsatz bei DEIN Sternenkind zu Mitgliedern meiner Familie führt, hat mir erstmal den Boden unter den Füssen weg gerissen… Es ist schon so lang her und noch immer so präsent… Bei Die Runde Ecke – Meine Geschichte. Live erzählt. hatte ich die Möglichkeit meine Geschichte zu erzählen.. wenn ihr Lust habt: Schaut sie euch an..

 

 

Ein Einsatz…

…das Telefon klingelt und ich sehe die Nummer des Krankenhauses..

.. es ist immer ungewiss, was mich erwartet, nachdem das Telefon geklingelt hat und ich zu einem Einsatz gerufen werde..

Das kleine Mädchen wurde in der 38. Schwangerschaftswoche still geboren.. das heißt, sie ist schon im Mutterleib verstorben.. Diese Information hatte ich, als ich mich auf den Weg ins Krankenhaus machte..

Für mich sind diese Einsätze immer besonders schwer..

Ich erinnerte mich, als ich in der 38. Woche mit unserem Sohn schwanger war.. alles war fertig.. das Kinderzimmer, der Kinderwagen stand bereit.. es konnte jederzeit „losgehen“ und bald würden wir unseren Sohn im Arm halten..

So auch haben diese Eltern die Zeit bis zu dieser Schocknachricht gedanklich durchgespielt.. Dann ist die Fruchtblase geplatzt und man freute sich auf die kommende Zeit.. Doch dann kam alles anders.. Als die Mama untersucht wurde, hat der Arzt keinen Herzschlag mehr hören können.. Panik.. Immer noch denkend: Der irrt sich.. gestern war noch alles ok.. gestern war sie beim Arzt zur Routineuntersuchung.. Doch leider irrte der Arzt sich nicht.. Die kleine Maus lebt nicht mehr… mittlerweile hatte die Mama schon wehen und nur kurze Zeit später hat sie ihre kleine, wunderhübsche Tochter zur Welt gebracht.. still… und es war alles still… die Eltern unter Schock – wie auch sollte man das verstehen..

..und keine 45 Minuten später war ich da..

… und dieses „Aufeinander treffen“ geht weit über das reine Fotografieren hinaus… Wir haben ganz viel geredet.. haben uns die kleine L. angeschaut.. Die Eltern haben mir alles erzählt.. unter Tränen.. unter Schock.. denn Begreifen konnten sie das alles natürlich nicht..

Und ich kann euch sagen.. mir zerreißt es mein Herz… Ich habe so sehr mitgelitten.. habe so sehr mitgefühlt..

Die beiden hatten eine superliebe Hebamme, die so toll mit der Situation umgegangen ist.. Sie hat die Kleine dann angezogen .. wir haben immer wieder geredet.. haben uns ihre kleinen Hände und die schon so großen Füße bestaunt..

Dann irgendwann nahm ich meine Kamera in die Hand und fing an zu fotografieren..

Die Eltern haben diese Zeit so toll „gemeistert“… Sie haben mit der Kleinen gekuschelt.. sie gestreichelt.. sie geküsst.. ich konnte bzw. durfte diese gemeinsame Zeit in Bildern festhalten.. Das Kennenlernen.. das Verabschieden.. wie soll man es nennen? Es ist beides.. sich jedes Detail einprägen.. so große Angst zu haben, zu vergessen… immer noch nicht begreifend, was da eigentlich gerade passiert ist.. Die Hebamme hat uns in dieser Zeit alleine gelassen.. hat den Eltern Zeit geschenkt.. hat immer wieder durch die Tür geluschert und sie leise wieder geschlossen.. im Wissen, dass die Eltern es gut meistern..
Ich habe mich dann irgendwann verabschiedet.. von den lieben Eltern.. von der so süßen kleinen L. habe ihr eine gute Reise gewünscht.. und den Eltern ganz viel Kraft für die kommende Zeit..
Mit einem Kloß im Hals habe nun ich die Zimmertür von außen geschlossen.. mich noch lange mit der Hebamme unterhalten..

…aber wissend, dass es so wertvoll war, dass wir da waren.. wir von DEIN STERNENKIND …

… Kleine L. …du bist mittlerweile im Sternenland angekommen… und ich weißt, dass du von da oben auf deine Eltern aufpassen wirst.. Sie werden es schaffen.. sie sind so stark…

Danke, dass ich dich kennenlernen durfte

 

 

 

 

Ein paar Gedanken zu meinem „Einsatz“

…es ist manchmal beängstigend.. gerade heute habe ich mit meiner Schwägerin gesprochen, dass es ruhig ist in dem Krankenhaus, in dem sie arbeitet… das wir seit längerem keine Anforderung mehr hatten… Zum Glück ist kein Kind dort in den letzten Wochen zu den Sternen geflogen… jedenfalls wurden wir nicht gerufen.. und keine 5 Stunden später klingelte mein Telefon..
Die Eltern wüssten nicht, ob sie Bilder wollen… trauen sich auch nicht, dass Baby anzuschauen.. Ich sagte der Hebamme und sie stimmte mir zu: Gerade in dieser Situation sind die Bilder so wichtig.. für später.. in ein paar Tagen.. in wenigen Monaten.. oder erst in ein paar Jahren..
Sie sprach nochmal mit den Eltern und sie stimmten zu… ja.. Bilder sind doch ok.. und ich machte mich sofort auf den Weg..
Und was soll ich euch sagen… Ich sah ein so wunderhübsches Baby und mein erster Gedanke war: Die Eltern müssen sich ihr kleines Baby ansehen.. müssen den Mut finden, diesen für sie großen Schritt zu gehen.. so viele haben Angst davor, ihr verstorbenes Kind zu betrachten.. so verständlich sind diese Gedanken.. und doch hoffte ich, sie finden den Mut.. Ich habe erst mal mit der Hebamme zusammen das kleine Sternenkind in ein Schlafsäckchen gelegt und es fotografiert.. die schon so großen Füße… die kleinen Hände.. ganz liebevoll hat es ein kleines Herz aus Stoff auf seinem Bauch „festgehalten“… und dann habe ich meinen Mut zusammen genommen und mit den Eltern gesprochen… Diese Zeit ist so sensibel und ich bin eine total fremde Person für die Eltern.. Ich habe ihnen erzählt, wer ich bin.. das ich ihr Baby gerade fotografiert habe.. ich habe von ihrem so wunderschönen Baby erzählt.. dass es so friedlich aussieht.. habe ein erstes Foto auf der Kamera gezeigt.. und ich war so berührt, dass der Papa sich getraut hat, es anzuschauen.. es sogar zu berühren…
Nun sitze ich hier am Rechner.. schaue mir die Bilder an und hoffe so sehr, dass auch die Mama die Kraft findet, ihr kleines Baby anzusehen.. sich von ihm zu verabschieden…
..und auch wenn sie die Kraft nicht aufbringen kann.. sie werden wundervolle Erinnerungen von ihrem kleinen Sternenkind erhalten.. einen „Beweis“ zu haben, dass es da war.. ihr kleines Baby.. und ich hoffe so sehr, dass die Bilder ihnen helfen, das Geschehende zu verarbeiten..
Ihr Lieben.. wie immer ist nach so einen Einsatz an Schlaf erst einmal nicht zu denken.. meine Gedanken sind noch im KH und bei den Eltern… aber solltet ihr in welcher Weise auch immer Kontakt zu Betroffenen haben.. ermutigt sie zu diesem manchmal so großen Schritt.. und berichtet von uns.. von uns Fotografen von DEIN Sternenkind.. Ihr könnt uns immer und überall anfordern..
Wie immer: Teilt diesen Beitrag gerne, wenn ihr mögt..
Habt eine gute Nacht
Eure Tanja

 

hr Lieben.. heute in den Kieler Nachrichten erschien der erste Artikel aus dem Interview von Donnerstag bei R.SH <3
Wir freuen uns wirklich sehr, dass uns so viele liebe Menschen helfen, dieses Thema noch bekannter zu machen.. Danke R.SH, Danke Kieler Nachrichten… Danke an die Krankhäuser, ohne euch wüssten viele Betroffene nichts von dieser Möglichkeit, Danke ihr lieben Mitleser hier.. ihr helft mit euren Beiträgen, mit dem teilen der geposteten Artikel so sehr.


Ich bin überwältigt.. was für ein Tag… Danke R.SH

Ich habe bei dem Radiosender R.SH eine Wunschrechnung eingereicht. Ein Wünschi für DEIN STERNENKIND .. und heute morgen wurde diese Rechnung gezogen und uns somit sage und schreibe 2.000,-EUR für unsere Arbeit zur Verfügung gestellt.. wow.. ich kann es noch immer gar nicht glauben..

Mich haben so viele Anrufe und Nachrichten erreicht.. Danke, Danke, Danke.. an jeden einzelnen von euch… Danke, dass ich mich so doll unterstützt habt..
In dem Video hört ihr die drei Ausschnitte des Interviews mit R.SH – unsere Arbeit ist so wichtig und wir freuen uns so sehr, dass dies dadurch noch bekannter gemacht wurde.. Wir sind in Kiel zur Zeit 4 Fotografinnen und alle mit so viel Herzblut und Engagement dabei.. Wir konnten in der Vergangenheit jeder Anforderung gerecht werden, haben uns auf kurzem Weg organisiert und einen Zeitplan erstellt.. wer kann wann, was übernehmen.. Silke Win Rea Papke und Anne Juka…. wir sind ein super Team <3
Ich möchte mich hiermit auch nochmal für den tollen Einsatz der Hebammen, der Schwestern und der Ärzte der Krankenhäuser bedanken… Ein dickes Dankeschön geht nochmal an das UKSH in Kiel.. Ihr legt den Eltern diese Möglichkeit so sehr ans Herz und fordert uns immer an.. das ist wirklich toll… Auch in Rendsburg sind wir jetzt schon einige Male gewesen und es freut uns besonders, dass nun auch das Städtische KH in Kiel mit an Bord ist und uns für diese doch so besonderen Einsätze anfordert.. Ihr alle seid die Schnittstelle zwischen den Eltern und uns.. Ohne euch wären nur wenige Einsätze zustande gekommen.. Wir danken euch von Herzen…

… Gefühlschaos.. keine Chance jetzt an Schlaf zu denken…

Mir hilft es, meine Gedanken und Gefühle nieder zu schreiben… und das muss ich jetzt einfach tun…

Heute bin ich zu einem meiner emotional schwersten Einsätze gefahren…
Die liebe Silke war vor 3 Tagen zu einem ganz besonderen Einsatz gerufen worden.. einem Einsatz, der uns alle gedanklich sehr beschäftigt hat.. eine Zwillingsgeburt, bei dem der Eine gehen musste… der Andere gekämpft hat… die Eltern zwischen Trauer und Hoffnung.. zwischen Verzweiflung und Angst.. immer getragen von dem Gedanken.. er wird es schaffen..

Leider hat auch der Kleine den Kampf heute verloren…

… die liebe Silke, die schon einen so engen Kontakt zu den so lieben Eltern aufgebaut hat, ist zur Zeit leider nicht im Lande.. so durfte ich heute den Eltern die Erinnerungsbilder schenken… Ich weiß, wie gerne du den Eltern in dieser so schweren Zeit beiseite gestanden hättest..

… dieser Einsatz hat mich so sehr an meinen allerersten Einsatz erinnert.. Seit gestern Abend wusste ich, dass dieser Zeitpunkt kommen wird, weil es für den Kleinen keine Chance geben wird.. nur man wusste nicht, wann es sein wird.. die Nacht war unruhig, den jederzeit hätte das Telefon klingeln können.. wie schon oben beschrieben, arbeiten wir Sternenkindfotografen wirklich ganz eng zusammen so war ich schon emotional stark eingebunden.. wir haben so sehr gehofft, dass der Kleine es schaffen wird.. Und dann kam die Nachricht.. der Kleine hat seine große letzte Reise angetreten … sich auf den Weg zu seinem Bruder gemacht.. die Eltern würden sich melden, wenn der richtige Zeitpunkt gekommen sei, dass ich losfahren kann… 2 Stunden.. immer wieder der Blick auf’s Handy.. ich war in diesen 2 Stunden innerlich so aufgewühlt und mit meinen Gedanken bei der Familie.. die Fahrt zur Klinik.. auch da schlug mein Herz bis zum Hals.. ich weiß nicht warum, ich glaube einfach, weil wir alle so sehr mitgefiebert haben.. so sehr mit der Familie mitfühlen.. so sehr gehofft haben..

.. und dann durfte ich mit der lieben Familie den Raum betreten, in dem der Kleine friedlich in seinem Abschiedskorb lag.. so ein wunderhübsches kleines Wesen.. perfekt bis ins kleinste Detail… und plötzlich war meine Anspannung weg.. komisch mögt ihr denken, denn das sollte die schwerste Phase sein.. aber die so tapferen, lieben Eltern.. dieses kleine perfekte Wesen.. all das schien mir Kraft gegeben zu haben…

.. und nun habe ich die Bilder gesichert…. doppelt und dreifach.. damit auch ja nix verloren gehen kann..

…nun werde ich versuchen Schlaf zu finden.. um mich morgen gestärkt an die Bearbeitung der Bilder zu setzen..

Ich danke euch für’s Zuhören ..

 

 

 

 

 

www.dein-sternenkind.eu

Der Moment, wenn das Handy klingelt und ich die Telefonnummer der Klinik sehe… Es sind gemischte Gefühle, die mich dann begleiten.. auf der einen Seite denke ich: oh nein.. schon wieder… ☹ Auf der anderen Seite freue ich mich so sehr, dass unser Angebot dort von dem Mitarbeitern der Station so toll weitergetragen wird.. das sie den Eltern sagen, dass es uns gibt.. uns Fotografen von Dein Sternenkind.

Die Autofahrt in die Klinik verläuft „normal“, wenn ich aber den Kreißsaal betrete, dann fühle ich so sehr mit den Eltern.. die mit der schwersten Aufgabe ihres Lebens konfrontiert wurden… Ihr kleines Baby gehen zu lassen.. Abschied zu nehmen, obwohl man sich noch gar nicht kennengelernt hat..

… und dann sieht man ihn.. Der Moment war so innig.. so ruhig.. so berührend.. man sieht ihn, den kleinen Engel, der bald seine erste und letzte große Reise antreten wird.. so klein… und so perfekt.. schaut aus, als würde er schlafen.. er liegt in einem kleinen Abschiedskörbchen bei Mama im Arm.. sie streichelt ihm sanft über die Wange.. eine Träne rinnt aus ihrem Auge und sie flüstert zu mir: das ist Fynn.. mein kleiner Engel… gestern war noch alles gut.. ich verstehe es nicht..
.. wie soll man das auch verstehen.. ich fühle so sehr mit mit der Mama.. Wir reden ganz lange, bis ich irgendwann meine Kamera in die Hand nehme und anfange zu fotografieren.. Komisch.. aber durch den Blick durch die Kamera entsteht ein kleiner Abstand.. vielleicht ist es auch die Konzentration, alles muss perfekt sein.. es gibt nur diesen einen Moment.. wir reden wieder.. sie erzählt mir von Fynn.. sie erzählt mir, was passiert ist..

Später verabschiede ich mich mit einem Kloß im Herzen..

… und zu Hause… zu Hause bin ich so froh darüber, dass man uns gerufen hat.. das ich der lieben Mama von Fynn Abschiedsbilder schenken konnte.. Erinnerungen, an ihren kleinen Engel.. Ein Beweis, dass er da war..

Gute Reise kleiner Fynn…. <3 Danke, dass ich dich kennenlernen durfte…

Wie immer: Teilt den Beitrag gerne, damit wir gemeinsam diese Möglichkeit verbreiten… denn noch immer wissen so viele nichts von unserem Angebot.
Infos unter: www.dein-sternenkind.eu

 

 

 

 

Die liebe Bea von Tollabea ( www.tollabea.de) hat diese Interview veröffentlicht.. Danke Bea, dass du hilfst, dieses Tabuthema zu brechen …

„Das Problem ist, dass der Tod in unserer Gesellschaft immer noch ein Tabuthema ist, gerade, wenn es Kinder betrifft. Da wird eher geschwiegen und gedacht oder sogar gesagt: „Ach – beim nächsten Mal klappt es schon“. Wenn diese Menschen dann noch hören, dass von dem verstorbenen Baby Fotos gemacht werden, sind diese oft richtig schockiert…. Viele finden den Gedanken abstoßend…. Ich glaube, sie waren nie in der Situation und können dies somit auch nicht objektiv beurteilen. Eine Erinnerung an das gemeinsame Kind zu haben, die sich nicht nur im Kopf befindet ist für viele so wichtig. Es gibt nur diese eine Chance, diese festzuhalten.. Bevor der kleine Engel seine letzte große Reise antritt.“

Ich habe die wunderbare Tanja von Rohden Fotografie interviewt, die fürDEIN Sternenkind fotografiert:

Tollabea

 

 

Sternenkind Fotografie

Warum ich tote Kinder fotografiere…
..werde ich oftmals mit einem Nasenrümpfen gefragt..  Ob das wirklich sein muss.. Ich hab innerlich dann meist eine Wut im Bauch, weil ich mich manchmal rechtfertigen muss..  weil das Verständnis fehlt.. oder vielleicht auch die Vorstellungskraft.. oder dieses Thema ist noch so als Tabuthema in den Köpfen verankert.. ich weiß es nicht..
Warum?? Die Eltern von Sternenkindern haben nur eine sehr, sehr kurze gemeinsame Zeit mit ihrem geliebten Baby.. Die Erinnerung an jedes Detail verschwimmen mit der Zeit..  Der Schmerz ist unendlich.. das schlimmste, was man sich als Eltern vorstellen kann.. Haben diese Eltern nicht auch ein Anrecht darauf, die Erinnerung.. die gemeinsame Zeit auf Bildern festzuhalten?  Einfühlsame,  gemeinsame Bilder? Detailaufnahmen von den kleinen Händchen oder Füßchen zu haben? Jedes Detail ist so wichtig..  Einen Beweis dafür zu haben, dass es „da war“.. das kleine Baby? Später dem Geschwisterkind den kleinen Bruder oder die kleine Schwester zu zeigen? „Es ist unser Kind“, höre ich noch heute den Papa sagen.. Ja! So ist es.. und die Eltern haben einen respektvollen und nicht auf Abstand geprägten Umgang mit sich und dem Baby verdient..  Ich wünsche mir, dass viel mehr von der Möglichkeit wissen, ihr Sternchen kostenlos von uns Fotografen von „DEIN STERNENKIND“ fotografieren zu lassen.. das die Kliniken und Ärzte auf diese Möglichkeit hinweisen..  und ihr Lieben.. das ihr diesen bekannt macht.. um so ganz viele zu informieren..  Ich danke euch von Herzen
Wollt ihr mehr über die Arbeit von DEIN STERNENKIND erfahren? Welche Fotografen gelistet sind? oder ihr seid Fotograf und möchtet euch anschließen? Schaut unter: www.dein-sternenkind.eu

 

KN Artikel

 

NOAH, DAS KLEINE STERNENKIND

Der erste Schrei ist ein deutliches Lebenszeichen des neugeborenen Kindes.. Er schafft Erleichterung.. Doch manchmal gibt es einen ganz stillen Schrei.. einen Schrei, den keiner hören kann.. der Schrei der Eltern, weil sie ihr Sternenkind im Arm halten.. Die Welt scheint still zu stehen.. Was in den Staaten schon weiter akzeptiert ist, ist hier in Deutschland für viele noch ein Tabuthema.. Die Erinnerung festhalten.. in Bildern.. denn auch diese Eltern haben ein Recht darauf, gehört zu werden.. zu trauern.. zu verarbeiten.. Das auch ihr Baby ihnen in Erinnerung bleibt.. sein Aussehen nicht verblasst.. Das die Erinnerung wach bleibt.. und Bilder helfen dabei…. Nicht alle Eltern möchten dies.. nicht alle Eltern schauen sich die Bilder an.. aber sie hätten die Möglichkeit..  Es gibt in Deutschland viele Fotografen (bei z.B.http://www.tapfere-knirpse.de/  oder  www.dein-sternenkind.eu), die den Eltern dieser ganz besonderen Kindern ehrenamtlich Erinnerungsfotos schenken.. Nur leider wissen viele nichts von diesen Möglichkeiten, obwohl sie sich im Nachhinein vielleicht gefühlvolle Bilder von ihrem Engel gewünscht hätten.. Vor einigen Monaten habe auch ich mich dazu entschlossen, Eltern diese Möglichkeit zu geben.. Dass mich mein erster „Foto-Engel-Einsatz“ allerdings zu Mitgliedern meiner Familie geführt hat, hat mir erstmal den Boden unter den Füssen weggerissen.. Noah’s kleine „Geschichte“ soll erzählt werden, schreibt mir die liebe Mama des Kleinen.. Alle sollen wissen, dass er da war..der kleine Noah..   .. Wenn ihr mögt.. lest sie… seine kleine Geschichte…

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Als mich am späten Abend der Anruf erreichte, ob ich mich auf den Weg machen könnte, habe ich sofort meine Sachen gepackt. Der kleine Noah sei auf die Welt gekommen.. er sei wunderhübsch, sagte mir meine Schwägerin..
Auf dem Weg ins Auto schlug mein Herz bis zum Hals und ich zitterte.. Ich fahre jetzt zu  zwei Menschen, die ich so lieb habe.. die ihr kleines Sternenkind zu Welt gebracht haben.. Ich wusste nicht, was mich erwartet.. Wie sieht ein kleiner Mensch aus, wenn es in der 20ssw still zur Welt kommt? Je näher ich zur Uni Kiel fuhr, desto ruhiger wurde ich.. Ich wusste, es sind so wertvolle Bilder für die tapferen Eltern des Kleinen.. nur diese Stunden hatten wir.. diese Stunden, in denen wir Bilder für die Ewigkeit machen konnten..  Ich wusste, es ist genau richtig, dass ich jetzt da bin um diesen einen Wunsch der Eltern zu erfüllen, denn dann müssen sie ihren Engeln bald endgültig zu den Sternen fliegen lassen..
Als der Papa mit seinem klitzekleinem Sternenkind in unseren Raum kam, weinten wir.. wir weinten alle und konnten es nicht begreifen..  wie soll man es auch verstehen..??  Es darf nicht passieren, es war so unwirklich…
..und dann sah ich Noah.. Er war so klein.. so perfekt.. und so wunderhübsch..
Ganz klammheimlich hat er sich in das Leben der kleinen Familie geschlichen.. 17 Wochen lang.. keiner hat was geahnt.. wo es doch eigentlich gar nicht möglich war.. Er hat es geschafft.. Eine Woche.. erst voller Fragen.. dann voller Vorfreude auf dieses neue Leben, welches heran wächst.. nur eine Woche.. dann erste Vermutungen und später die schlimme Gewissheit, Noah ist krank.. wird nicht lebensfähig sein..
In den Stunden nach der Geburt durfte ich da sein.. Durfte in diesen so besonderen Stunden die kleine Familie fotografieren, in denen sie zu dritt waren..  Ohne zu wissen, ob und wann sie diese Fotos überhaupt jemals angeschaut werden.. Vielleicht liegen sie auch einfach nur im Umschlag und dieser bleibt verschlossen.. Aber die Eltern haben die Möglichkeit, sich Bilder von dem kleinen Noah anzuschauen.. Einen Beweis dafür zu haben, dass er wirklich da war.. ein paar Stunden mit ihm zusammen.. Bilder für die Ewigkeit.. Es gab nur diese eine Chance.. Die Mama schreibt mir einen Tag später: „Danke, liebe Tanni, die Bilder helfen mir so sehr.. ich habe so große Angst, ihn zu vergessen“
Nur dafür habe ich es getan und ich weiß heute, dass ich der Familie viel mehr als „nur“ Bilder geschenkt habe..
Ihr Lieben.. ihr lieben Eltern von Noah.. Ich bewundere euch.. Ihr habt soviel Stärke und Kraft gezeigt.. in dieser unvorstellbaren Situation.. Ich bin dankbar, dass ich euren kleinen Engel kennenlernen durfte.. Ihm wird es im Sternenland gut gehen und  Nica, seine kleine Tante wird dort oben gut auf ihn aufpassen.. Daran glaube ich ganz fest..

 

 

 

Das Märchen vom Sternenkind

Der liebe Gott ging seiner täglichen Arbeit nach und schickte neue Kinder auf die Welt.
Ein Engel half ihm bei der Auswahl und der liebe Gott wählte sehr sorgfältig aus, welche Kinder zu welchen Eltern passten.
Gott: “ Zur Frau Müller schicke ich den Buben, der ist sehr lebendig und Frau Müller hat nicht viel Geduld. Das wird sie lernen müssen. Beide werden in diesem Leben lernen Ruhe füreinander zu finden, auch wenn es nicht immer einfach wird.

Er wählte noch einige Kinder aus für die passenden Eltern.

Aber dann kamen wohl wir an der Reihe: „Und diese Familie bekommt dieses Sternenkind“
Der Engel sprach verwundert: “ Aber lieber Gott, warum denn diese Familie sie sind doch so glücklich und so gute Menschen“
Gott: “ Ja das sind sie, aber genau deswegen bekommen sie dieses gesegnete Kind. Sie lieben (Ihre) Kinder über alles und sie werden auch dieses Kind lieben in ihrem Herzen. Eben diese Menschen können ein Kind bis in die Jenseitswelt hinaus unendlich lieben! Deshalb habe ich sie auserwählt.“

Engel: “ Aber was ist, wenn sie verzweifeln, werden sie es überhaupt verkraften können ? „
Gott: “ Ich werde Ihnen die nötige Kraft und Zuversicht geben! Sie werden anfangs zwar sehr verzweifelt sein und sehr viel weinen, aber sie werden lernen, dass man Dinge im Leben nicht beeinflussen kann und manche Dinge in Ihrem Leben noch nicht zu verstehen sind. Sie werden es annehmen und damit leben können. Im Gegenteil, sie werden fühlen was es für ein Glück ist um ihre vorhandenen Kinder oder die die noch kommen werden. Sie werden sehr bewußt jeden Tag auskosten mit Ihren (zukünftigen) Kindern und jede Minute des Lebens mit Glück und Liebe erfüllen.“

Engel: “ Aber lieber Gott, was ist wenn sie Ihren Glauben an dich verliehren in dieser Not?“
Gott: “ Vielleicht werden sie auf mich wütend sein, vielleicht werden sie eine zeitlang sogar mich dafür hassen, aber mit der Zeit werden sie Ihren Glauben stärken. „
Engel: „Aber wodurch denn?“
Gott: “ Sie werden merken, dass ich ihnen ihr Kind nicht weggenommen habe, sie werden ihr Kind spüren und fühlen. Sie bekommen einen kleinen Einblick in die Jenseitswelt und werden mit Ihr sehr innig verbunden sein, weil sie dort jemanden haben, denn sie so sehr lieben. Sie werden wissen, dass ihr Kind trotzdem bei ihnen ist und sie besonders gut beschützt. Sie werden dafür kleine Zeichen bekommen und sie werden eines Tages ein besonderes Geschenk bekommen von mir für ihren Verlust“

Der Engel fragt ganz neugierig: “ Lieber Gott, welches Geschenk denn?“

Gott: “ Wenn es Zeit wird für die Eltern und ich sie zu mir holen werde, dann wird ihr Sternenkind das erste sein, was sie sehen. Sie werden dann zusammen alle Zeit der Welt haben, um das nachzuholen, was ihnen in der Menschenwelt genohmen worden ist. Sie werden diese Zeit ausleben und geniesen ohne Streß, ohne Krankheit, ohne Verpflichtungen. Es wird dann nur noch die Eltern und das Sternenkind geben und sie werden so glücklich sein, wie nie zuvor. Während andere verstorbene Eltern die keine Sternenkinder haben sich noch lange gedulden müssen, bis sie eins ihrer Kinder in die Arme schließen können. Und irgendwann folgen auch die Geschwister und dann ist die Familie für immer vereint.“

Engel: „Ja das ist ein wundervolles Geschenk, die Familie ist für ein Sternenkind sehr geeinet!“

 

– Verfasser unbekannt –